Zero Waste Hausapotheke

Deine Zero Waste Hausapotheke – Natürliche „Medikamente“ ohne Verpackungsmüll

Vielleicht hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, wie du am besten bei Medikamenten auf die lästigen Blisterpackungen, Fläschchen und Sachets verzichten und dir deine eigene Zero Waste Hausapotheke zusammenstellen kannst. Diesbezüglich haben wir eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die Gute: es ist tatsächlich möglich für alltägliche Gesundheitsprobleme, wie beispielsweise Kopfschmerzen, müllfreie und tatsächlich gesündere Alternativen zu verwenden, anstatt direkt zur Tablettenpackung zu greifen. Die schlechte Nachricht ist: im gesundheitlichen Bereich werden wir nie ganz auf anfallenden Verpackungsmüll verzichten können und das ist auch durchaus okay, denn natürlich geht deine Gesundheit vor und ist das Wichtigste, was du im Leben hast. Wir möchten an dieser Stelle nochmal betonen, dass der folgende Artikel in keinster Weise eine Anleitung dazu sein soll, komplett auf Medikamente oder Arztbesuche zu verzichten. Im Gegenteil, akute Beschwerden, die du nicht innerhalb ein paar Tage mit natürlichen Hausmitteln lindern kannst, solltest du unbedingt bei deiner/m Hausärztin/-arzt abklären und dir entsprechende Medikamente verschreiben zu lassen. Vor allem jetzt in Coronazeiten ist es besonders wichtig, dass du auf deinen Körper hörst und wenn dir irgendetwas ungewohnt oder komisch vorkommt, du lieber einmal mehr zum Arzt gehst, als etwas zu verschleppen und gegebenenfalls noch andere Personen anzustecken.
Außerdem finden wir es noch wichtig zu erwähnen, dass natürliche Heilmittel langsamer, als chemische Medikamente und bei jeder Person unterschiedlich wirken können, deshalb ist es hilfreich sich erstmal langsam und geduldig an die Verwendung einer Zero Waste Hausapotheke heranzutasten und zu schauen, welche Kräuter oder Hausmittel für dich ganz persönlich am besten funktionieren.

Das Aspirin der Wiesen – Echtes Mädesüß gegen Kopfschmerzen

Welcher Wirkstoff hilft uns eigentlich unsere Kopfschmerzen mit Tabletten loszuwerden? Bei Aspirin beispielsweise ist das die Acetylsalicylsäure, welche aus der Salicylsäure, die als Salicin in Pflanzen und Lebensmitteln natürlich vorkommend entwickelt wurde. Salicin ist auch im echten Mädesüß enthalten, weshalb dieses Kraut eine wahre Powerpflanze bei Kopfschmerzen ist und das ohne lästige Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Magenschmerzen, die dir vielleicht vom Aspirin bekannt vorkommen.
Für deine Zero Waste Hausapotheke kannst du dir selbst eine Anti-Kopfschmerz-Tinktur als praktische Kopfschmerztropfen für unterwegs unter anderem aus Mädesüß herstellen. Ein tolles Rezept dafür findest du auf der Seite von Fräulein Grün. Wenn es mal schnell gehen muss und du vielleicht deine Tropfen gerade nicht zur Hand hast, dann hilft es oft auch schon, wenn du ein Blatt Mädesüß zerkaust, um Linderung von deinen Schmerzen zu erreichen.
Natürlich kannst du dir auch einfach einen Tee aus den frischen oder getrockneten Blättern sowie Blüten der Pflanze zubereiten. Dafür übergießt du am besten einen Esslöffel echtes Mädesüß mit 250 ml heißem Wasser und lässt alles 15 Minuten abgedeckt ziehen, bis der Tee fertig ist. Davon solltest du jedoch maximal 3 Tassen am Tag trinken. ACHTUNG: Mädesüß sollte nicht von Asthmatikern eingenommen werden oder wenn eine Unverträglichkeit von Salicylsäure bekannt ist.

Thymian als Erkältungsmittel

Es bahnt sich mit Halsschmerzen oder verstopfter Nase eine Erkältung an? Dann lohnt es sich dein Immunsystem mit kräftigenden Mitteln zu unterstützen und ein paar Heilkräuter zur Linderung der ersten Symptome einzusetzen. Bei klassischen Erkältungen sind oftmals Bakterien oder Viren beteiligt, also lohnt es sich, Kräuter mit antiviraler/-bakterieller Wirkung zu verwenden. Thymian zum Beispiel ist durch seine ätherischen Öle und verschiedene Flavonoide in der Lage das Wachstum von Bakterien und Viren zu stören. Bei Husten haben seine ätherischen Öle ebenfalls eine schleimlösende Wirkung auf die Lunge. Wie du Thymian dann letztendlich zur Linderung deiner Erkältungsbeschwerden einsetzt, ist gänzlich dir überlassen, denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten  wie ihn beispielsweise als Badezusatz für ein Erkältungsbad zu verwenden, ein Mundwasser auf Thymianbasis zum morgendlichen und abendlichen Gurgeln zu benutzen oder ganz klassisch einen Erkältungstee aus Thymian-Kraut zuzubereiten. Dafür kannst du wieder 1-2 Teelöffel des getrockneten Krautes für eine große Tasse mit 250ml Wasser übergießen. Für ein Erkältungsbad sind deiner Fantasie übrigens keine Grenzen gesetzt. Hier kannst du nach Belieben noch weitere Kräuter, wie beispielsweise Salbei, Lavendel oder Spitzwegerich hinzumischen, um eine entspannende Wirkung zu erzielen. Entweder du verwendest dafür reine ätherische Öle oder die echten Pflanzenbestandteile, die du in einem kleinen Stoffbeutelchen, wie einen Teebeutel in dein warmes Badewasser gibst. Achtung: auf die Anwendung von Thymianprodukten sollte während der Schwangerschaft verzichtet werden, da er in zu großen Mengen gebährmutterstimulierend wirken kann. Ebenso sollten Menschen mit schweren Leberschäden keinen Thymian zu sich nehmen.

Schafgarbe bei Periodenschmerzen & zu starker Blutung

Bereits im Mittelalter, war die blutstillende Wirkung der Schafgarbe bekannt, sodass so mancher Ritter sie zur Behandlung von akuten Wunden bei sich trug. Ihr Einsatz liegt also auch bei der monatlichen Regelblutung nahe und kann hier ganz wunderbare Linderung der Schmerzen sowie Stärke der Blutung erzielen. Für die schmerzlindernde Wirkung sind ihre ätherischen Öle und Bitterstoffe verantwortlich, denn sie wirken krampflösend und entzündungshemmend. Ihre Gerbstoffe verhelfen der Schleimhaut zur schnelleren Heilung und beruhigen damit zu starke Menstruationsblutungen. Auch hier bietet sich wieder die klassische Einnahme als Tee maximal 3 x täglich oder aber in Form eines wohltuenden Sitzbades an.

Passionsblume gegen Schlafstörungen

Passionsblume gegen Schlafstörungen

Bei Einschlafstörungen oder Schlafstörungen allgemein musst du nicht zwangsweise zur Tablette greifen, sondern kannst ebenfalls eine Zero Waste Alternative in Form der Passionsblume verwenden, um deine Beschwerden zu lindern. Allerdings empfiehlt es sich natürlich, wie bei jeder Störung des körperlichen Gleichgewichts der Ursache auf den Grund zu gehen anstatt nur das Symptom zu lindern. Aber um erstmal wieder besser schlafen zu können, hilft die Passionsblume mit ihrer beruhigenden, Anspannung lindernden Wirkung auf jeden Fall. Ihre Inhaltsstoffe bremsen nämlich die Weiterleitung von Stresshormonen, indem sie sich an die GABA-Rezeptoren unseres Gehirns binden. Und es überrascht uns gar nicht mehr, denn auch hier sind die wertvollen Inhaltsstoffe wieder Flavonoide und ätherische Öle.
Entweder du trinkst die Passionsblume als beruhigenden Tee vor dem Einschlafen oder du stellst dir selbst in Form einer Urtinktur beruhigende Einschlaftropfen her, die du je nach Bedarf dann einnehmen kannst.

Spitzwegerich – Erste Hilfe bei Insektenstichen

Der Sommer ist zwar fast vorbei, dennoch hoffen wir auf einen goldenen Herbst mit viel Draußensein in der Natur. Und was lauert dort? Genau. Jegliche Art von stechenden Insekten. Seien es Wespen, Bienen oder Mücken, meist hat man wenn es unerwartet zum Stich kommt, die Hausapotheke in nicht greifbarer Nähe, dann lohnt es sich besonders einmal ganz intensiv die Wiese unter sich und in der näheren Umgebung zu begutachten. Meist wächst irgendwo im näheren Umkreis, der oft gegen Husten eingesetzte Spitzwegerich. Am besten du nimmst dir dann eines der langen Blätter und zerknüllst es so lang zwischen deinen Fingern, bis es anfängt zu saften. Anschließend kannst du es leicht auf deinem Stich hin- und herreiben, um den Saft des Spitzwegerichs zu verteilen. Durch die antientzündliche Wirkung des Spitzwegerichs schwellen die Stiche kaum an und entzünden sich nicht so stark, außerdem wird der Juckreiz bzw. Schmerz gelindert. Für deine Zero Waste Hausapotheke kannst du dir auch eine Spitzwegerichsalbe gegen Insektenstiche oder Hautausschlag selber machen.

Mehr zum Thema Heilkräuter und dem Leben im Einklang von Körper, Seele und Natur findest du auf Hannas Instagram Kanal „Mit Kraut, Leib & Seele“.

müllfreie Lieferservices

Müllfreie Lieferservices während der Krise

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Einmal ohne, Bitte.

Seit mittlerweile knapp zwei Monaten hat Corona unser Leben fest im Griff und neben der Sorge um Familie und Freund*innen, Einsamkeit oder Überforderung durch Doppel- und Mehfachbelastung wachsen nun auch die Müllberge: Randvolle Mülltonnen und überquellende Wertstoffinseln in der ganzen Stadt – je mehr Zeit die Menschen zuhause verbringen, desto mehr Haushaltsmüll entsteht. Dabei müsste das nicht so sein.

Müll vermeiden statt Müll produzieren

Der WDR fasst drei grundlegende Tipps der kommunalen Abfallbetriebe gegen volle Tonnen zusammen:

  • Erstens soll Müll zerkleinert werden, um möglichst viel Platz in der Tonne zu schaffen.
  • Zweitens soll kein Müll neben bereits volle Tonnen gestellt werden.
  • Drittens, die wichtigste Empfehlung: Müll vermeiden. 

Verpackungsfrei einkaufen (lassen)

Dass wir als „Einmal ohne, bitte!“-Team verpackungsfreies Einkaufen zur Müllvermeidung empfehlen, ist nicht überraschend. Aber auch wir wissen, dass genau das schon zu normalen Zeiten oftmals aufwändig erscheint. Besonders in der aktuellen Situation beschäftigt viele Kosument*innen die Frage nach den Hygienestandards. Wir haben uns damit bereits Mitte März auseinandergesetzt und stehen zurzeit in Kontakt mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Lebensmittelverband Deutschland. Dazu bald mehr! Auch Ökotest veröffentlichte Anfang April einen Artikel, in dem versichert wird, unverpacktes Einkaufen sei unter Einhaltung der Hygienerichtlinien ungefährlich. Selbst wenn wir diese Bedenken aus dem Weg räumen können – für viele ist Einkaufen gehen mit den eigenen Behältnissen und Beuteln dieser Tage schlichtweg nicht möglich, weil sie zur Risikogruppe gehören. Deshalb haben wir recherchiert: Viele der Unverpacktläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten im Moment einen Liefer- oder Abholservice (nicht nur) für die Risikogruppe an. Über Ergänzungen von Euch freuen wir uns!

Folgende Unverpacktläden bringen Euch ihr Sortiment bis vor die Haustür (alphabetisch nach Städten):

Diese Geschäfte stellen zwar keinen Liefer-, jedoch einen Abfüll- und Packservice bereit:

In Österreich bieten folgende Läden Bringdienste bzw. Abfüllservices an:

Und auch in der Schweiz reagieren verpackungsfreie Läden auf die momentane Situation:

Obwohl es mittlerweile in allen drei Ländern zu Lockerungen kommt, wird Corona nicht so schnell aus unserem Leben verschwinden – das betrifft besonders die sog. Risikogruppe. Wir bedanken uns bei allen Händler*innen, die ihr Bestes geben, um jene Personen zu unterstützen, die diese Unterstützung gerne und dankend in Anspruch nehmen. Zusammenhalt ist jene Stärke, die uns am besten durch die Krise bringen wird. Daher gilt auch für Kund*innen nach wie vor: Support your locals! Indem ihr bei verpackungsfreien Läden in Eurer Nähe einkauft unterstützt ihr Eure Nachbarschaft und verringert nebenbei auch den Müllberg. 

Dieser Gastbeitrag wurde zur Verfügung gestellt von einmal ohne, bitte – das Label für müllfreies Einkaufen. :)

10 Zero Waste Ideen für Fortgeschrittene – Tipps & Tricks für deinen Zero Waste Lifestyle

Auch beim Müllfreileben gibt es einige Lifehacks und tolle Zero Waste Ideen, die du unbedingt kennen solltest. 10 davon stellen wir dir heute vor. Viele dieser Tipps & Tricks sind ganz einfach umzusetzen, wenn du ein wenig Motivation und Durchhaltevermögen mitbringst. Am besten du suchst dir eine oder zwei unserer Ideen aus und probierst sie aus. Du musst keineswegs alles sofort umsetzen. Denk daran: jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung zählt und kann bereits einen großen Einfluss haben. Du kannst jeden Tag neu entscheiden, wie du dazu beitragen möchtest unsere Welt zu einem müllfreieren Ort zu machen. :)

1) Kaufe noch bewusster ein

Sicherlich kaufst du bereits sehr nachhaltig ein und wählst ganz sorgfältig die Produkte aus, die du letztendlich mit nach Hause nimmst. Vielleicht kennst du die folgenden Zero Waste Ideen noch nicht und kannst damit dein Kaufverhalten noch bewusster gestalten: Nimm einzelne Bananen mit. Oftmals kaufen Leute die Bananen im Bündel und so bleiben einzelne Bananen liegen und werden anschließend entsorgt, weil sie keiner kauft, du kannst hier also Gutes tun, indem du sie „rettest“. Schau am besten auch, ob ggf. Sachen in deinem Biomarkt oder Supermarkt reduziert sind, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft. Oft gibt es ein extra „Fach“ im Regal für solche Produkte. Dadurch hast du die Möglichkeit Lebensmittel zu retten und noch dazu etwas Geld zu sparen.
Du gehst regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkaufen? Dann bring doch die Eierkartons und Obstschalen zu deinem Händler des Vertrauens zurück, sodass er sie wiederverwenden kann.

2) Optimiere deinen Haushalt

Du hast bestimmt bei deiner Umstellung auf Zero Waste peu à peu deine alten Tupperdosen und auch sonstige Plastikartikel aus deinem Haushalt verbannt, aber hast du schon von folgenden Zero Waste Ideen gehört, um deinen Haushalt noch müllfreier zu gestalten? Warum nicht einfach einen Bidet-Aufsatz an deiner Toilette montieren? Dadurch sparst du Unmengen von Klopapier. Solche Aufsätze gibt es in allen möglichen Preisklassen zu erwerben und es ist deine Entscheidung, wie viel Geld du dafür ausgeben kannst und möchtest, google am besten „Bidet Aufsatz“ und such dir ein deinen Vorstellungen entsprechendes Produkt raus. Ein weiterer Haushaltsoptimierungstipp, den wir dir ans Herz legen können: Nutze keine beschichteten Töpfe und Pfannen mehr und tausche diese nach und nach gegen Edelstahl- oder gusseiserne Pfannen aus. Mit der Zeit löst sich nämlich die Beschichtung und gelangt in dein Essen oder aber beim Säubern dann ins Abwasser, sodass daraus Mikroplastikpartikel entstehen.

3) Mache noch mehr Dinge selbst

Wahrscheinlich stellst du bereits dein eigenes Waschmittel her oder du produzierst deine eigene unverpackte Pflanzenmilch. Aber gerade jetzt in dieser Phase unseres Lebens, in der viele von uns mehr Zeit zu Hause verbringen (müssen), bietet es sich doch an, noch ein paar Dinge mehr selber zu machen. Wie wäre es denn mit deinem eigenem Trockenshampoo aus Stärke und Kakaopulver, um die Zeiträume zwischen deinen Haarwäschen zu vergrößern und damit noch mehr Wasser zu sparen? Oder du ziehst einfach mal aus deinen Küchenabfällen Pflanzen? Besonders eignen sich dafür Zwiebeln, Zitronengras, Ingwer, Salat, Fenchel, Knoblauch und noch einige mehr. Am besten du googlest, ob du dein Lieblingsgemüse dafür verwenden kannst.

4) Umgebe dich mit Dingen, die ein Leben lang halten

Du kennst sicherlich den Spruch: wer billig kauft, kauft zweimal. Da ist auf jeden Fall etwas Wahres dran. Wahrscheinlich kauft die Person in ihrem Leben nicht nur zweimal, sondern 3, 4 oder sogar 5 Mal das gleiche Produkt. Achte bei deinen zukünftigen Anschaffungen und vielleicht auch bei deinen Wünschen darauf, dass es sich dabei um Gegenstände handelt, die langlebig sind und dein Leben lang halten werden. Das heißt gute Qualität ist also das A und O, egal ob der Preis vielleicht auf den ersten Blick etwas hoch erscheint. Versuche bei deinen Technikprodukten so zu kaufen, dass es dir möglich ist, Akkus auszutauschen oder ggf. Kabel zu ersetzen, damit du nicht gleich ein neues Handy oder einen neuen Laptop kaufen musst. Apropos Kabel, ein weiterer wichtiger Aspekt, den du dir auf jeden Fall zu Herzen nehmen solltest ist der achtsame Umgang mit deinen Besitztümern. Auch wir müssen das in einigen Bereichen noch lernen, wie oft bin ich schon an meinem Kopfhörerkabel irgendwo hängen geblieben, weil ich zu sorglos damit umgegangen bin! Je besser du auf deine Sachen achtest, desto länger werden sie auch halten.

5) Sei perfekt vorbereitet, wenn du unterwegs bist

Geht es dir auch manchmal so, dass du eigentlich Zero Waste bereits in vielen Bereichen super gut umsetzt, aber wenn es darum geht, dass du unterwegs bist, wirst du immer wieder vor Situationen gestellt, die dich aus deinem Zero Waste Flow bringen? Am besten erstellst du dir ein Allround-Zero-Waste-Kit und packst es in deine Tasche, sodass du die nötigsten Utensilien immer dabei hast, im Idealfall auch für dein „unvorbereitetes“ Gegenüber, sodass du auch noch gutes Vorbild für dein näheres Umfeld sein und deine Freunde von Zero Waste begeistern kannst.

6) Achte bewusster auf deinen Wasserverbrauch

Oftmals achten wir nicht bewusst auf unseren Wasserverbrauch, Menschen unter uns, die in Regionen leben, in denen im Sommer das Wasser knapp wird (z.B. Südafrika, Kalifornien etc.), kennen das genaue beobachten des Wasserverbrauchs und auch dessen Einschränkung jedoch sehr gut. Beispielsweise spült man an solchen Orten die Toilette nur noch, wenn es sich um ein „großes“ Geschäft handelt. Alle anderen Male setzt man aus. Achte mal darauf, wie oft du am Tag die Toilettenspülung betätigst und denke darüber nach, ob es sich nicht vielleicht lohnen könnte dein Duschwasser aufzufangen, um damit anschließend deine Toilette zu spülen. Eine tolle Möglichkeit deine Zimmerpflanzen zu düngen und zu wässern in einem ist es, dein Gemüsekochwasser für diesen Zweck zu verwenden. Achte dabei darauf, dass dein Kartoffel-, Brokkoli- oder Spargelwasser nich gesalzen ist.

7) Konzentriere dich auf die Bereiche, in denen noch „Müll“ anfällt

Du hast bereits in sämtlichen Bereichen auf Zero Waste umgestellt und weißt nicht so richtig, wie du jetzt noch weiter machen kannst? Dann schau mal in deinen Briefkasten!
Wenn möglich, dann stell deine Rechnungen auf „Online bzw. papierlos“ um. Bei vielen Banken und anderen offiziellen Anbietern gibt es inzwischen die Möglichkeit deine Rechnungen, Kontoübersichten etc. in einem Online-Postfach zu erhalten, sodass zum einen der Transport über die Post wegfällt und auch der unnötige Papierkram. Automatisch wirst du zu Hause mehr Platz haben, denn du brauchst keine tausend Ordner mehr, in denen du deine Rechnungen abheftest.

8) Achte noch bewusster auf deine Ernährung

Auch im Bereich Ernährung kannst du deinen Zero Waste Lifestyle noch weiter vorantreiben. Versuche zum Beispiel einen Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten, wenn du dich bereits vegetarisch ernährst, dann baue doch einen veganen Tag in der Woche ein. Du lebst sogar schon vegan? Wie wäre es denn dann, wenn du mal versuchst einen Tag pro Woche komplett auf Weizenprodukte zu verzichten, um den exzessiven Getreideanbau etwas weniger zu unterstützen oder in Zukunft wirklich keine Produkte mit Palmöl mehr verwendest? Du siehst du kannst hier sicherlich kreativ mit deinen Ernährungsgewohnheiten jonglieren und immer wieder neue Herausforderungen setzen.

9) Lege deinen Fokus auf Erlebnisse statt Dinge

Statt permanent Produkte zu konsumieren, kannst du deinen Alltag auch immer mehr dahin ausrichten deine Lebensenergie aus Erlebnissen zu ziehen. Plane gemeinsame Ausflüge mit deiner Familie und Freunden. Besuche Workshops und Veranstaltungen, um dein Wissen zu erweitern. Oder veranstalte selbst kleine Feste, Ausstellungen usw.. Deiner Kreativität ist auch hier keine Grenzen gesetzt. Auch wenn es aktuell nur erst einmal an die gedankliche Planung gehen kann, wenn Corona vorbei ist, wird die Umsetzung umso schöner.

10) Visualisiere deinen Erfolg

Wahnsinn, wie viel du bereits erreicht hast. Das solltest du dir wahrhaftig mal vor Augen halten und auch immer wieder bewusst machen. Deshalb ist es besonders hilfreich, wenn du dir kleine wöchentliche oder monatliche Zero Waste Ziele setzt oder sogar ein großes Jahresziel vor Augen hast, das du gern erreichen möchtest. Vielleicht belohnst du dich auch für deine erreichten Zwischenziele mit einem schönen Erlebnis?
Wir sind gespannt davon in den Kommentaren zu lesen. :)

Zero Waste Leben – So startest du in den Zero Waste Lifestyle

Immer wieder wird uns die Frage gestellt: „Müllfrei leben? Ist das denn nicht schwer umsetzbar?“ und wir können sie immer wieder nur mit „Nein. Es ist eigentlich ganz leicht.“ Beantworten.
Was genau hinter dem Begriff „Zero Waste“ steckt und vor allem, welche Vorteile ein Zero Waste Leben mit sich bringt und vor allem, wie du deinen Einstieg in den Zero Waste Lifestyle gestalten kannst, darum soll es im Folgenden gehen.

Die Philosophie hinter Zero Waste

Wer denkt hinter Zero Waste verbirgt sich nur ein neuer hipper Öko-Trend, der liegt falsch, denn Zero Waste sollte eigentlich jeden etwas angehen. Die Antwort auf die Frage „Was ist Zero Waste eigentlich?“ ist simpel. Zero Waste hat das Ziel im Alltag Müll zu vermeiden , dabei stützt sich die Zero Waste Bewegung auf 5 Rs:

  1. Refuse: Verzichte auf das, was du nicht wirklich brauchst
  2. Reduce: Reduziere, die Dinge, die du konsumierst
  3. Reuse: Verwende so viel wie möglich wieder
  4. Recycle: Recycle nur das Nötigste
  5. Rot: Kompostiere die Abfälle, die nicht anderweitig verwendet werden können

Ok, so weit, so gut. Das sieht erstmal einfach aus, aber was steckt noch dahinter?

Bei Zero Waste geht es auch darum unser wirtschaftliches System neu zu definieren. Momentan leben wir in einer linearen Wirtschaft, in der wertvolle Ressourcen für die Produktion von Einwegverpackungen verwendet werden, die dann wiederum auf der Müllkippe landen.

Das Ziel von Zero Waste ist es, einen Schritt weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen, in der alles was produziert wird, auch für irgendeinen Zweck im System wiederverwendet werden kann und dadurch kein Müll mehr existiert. Die Kreislaufwirtschaft orientiert sich dabei am Kreislauf der Natur.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Zero Waste ist das Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens. Wie oft kaufen wir Dinge, die wir am Ende kaum oder sogar ungenutzt wieder wegschmeißen?

Es geht um das Bewusstwerden über unsere Bedürfnisse und wie wir diese möglichst umweltschonend erfüllen können ohne selbst im Mangel zu leben. Das heißt wir sollten alle täglich unseren Konsum hinterfragen. Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern darum bessere Entscheidungen zu treffen. Stell dir am besten immer die Frage, was ist die bessere Wahl für unseren Planeten, bevor du etwas kaufst und versuch so oft es geht lokal, regional und vor allem saisonal einzukaufen. Denn „verpackungsfrei“ ist nicht zwangsweise immer die umweltschonendste Alternative, wenn du beispielsweise zwei Produkte zur Auswahl hast, das eine zwar verpackt, aber lokal zu erwerben ist und das unverpackte Produkt erst aus den USA nach Deutschland transportiert werden müsste.


Vergiss bei all deinen Bemühungen um ein müllfreies Leben nicht, dass Zero Waste auch Spaß machen soll und ein Zero Waste Lifestyle nicht heißt, dass du auf alles, was luxuriös ist, verzichten musst.

Die ersten Schritte ins Zero Waste Leben – So gelingt dir der Einstieg

Am besten gelingt dir der Einstieg in dein Zero Waste Leben, wenn du dir erstmal ein Zimmer heraussuchst, bei dem du mit der Umstellung deines Lebensstils beginnen möchtest. Wir empfehlen dazu gern das Badezimmer, da vielen dort der Verzicht auf verpackte Produkte sehr leicht fällt. Duschbad aus der Plastikflasche lässt sich leicht mit einem Stück Seife ersetzen, das Shampoo mit einem Shampoobar und der Einwegrasierer mit einem Rasierhobel.

Wo wir auch schon direkt beim nächsten Thema sind, welches dir den Einstieg ins Zero Waste Leben noch leichter macht, nämlich einfache Zero Waste Swaps, d.h. Dinge, die ganz einfach durch nachhaltigere, unverpackte Alternativen auszutauschen sind. Beispiele sind die oben genannte Seife, oder aber der Verzicht auf Küchentüchern aus Papier und deren Ersatz durch wiederverwendbare Lappen oder aber das Verwenden von klassischen Stoffbeuteln beim Einkaufen statt Wegwerfplastiktüten.

Empfehlenswert für den Beginn ist auch der Besuch in einem Unverpacktladen in deiner Nähe, um dir ein Bild und Gefühl dafür zu verschaffen, dass es tatsächlich so gut wie alles unverpackt zu kaufen gibt. Wenn du keinen Unverpacktladen in deiner direkten Nähe hast, dann versuche möglichst auf Märkten den Großteil deiner frischen Lebensmittel unverpackt zu kaufen. Manchmal haben auch Bioläden eine kleine Abteilung, in der du Unverpackte Produkte erhalten kannst.

Das wohl wichtigste beim Einsteigen in den Zero Waste Lebensstil ist das Wissen darum, dass du nicht perfekt sein musst und dass jeder kleine Schritt den du tust, ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es ist bei weitem wertvoller, wenn du Spaß am Zero Waste Leben hast und es dafür, vielleicht nicht perfekt, aber langfristig durchziehst, als wenn du minutiös auf jede Kleinigkeit achtest und dich selbst verurteilst, wenn du doch mal Müll produziert hast, dann aber nach 1 Monat die Lust daran verlierst so zu leben und alles wieder über den Haufen wirfst.

Diese Vorteile Bringt dir ein Leben ohne Müll

Natürlich bringt das Zero Waste Leben viele wunderbare Vorteile mit sich:

Minimalismus – Wenn du dich dazu entschließt Zero Waste zu leben, dann befreist du dich automatisch von unnötigem Ballast. Du wirst sicherlich anfangen Dinge auszusortieren und bei erneuten Kaufentscheidungen genau überlegen, was du wirklich brauchst. Aus unserer Erfahrung heraus führt Zero Waste durchaus  zu einem minimalistischerem Lebensstil, da der massenhafte Konsum von Kleidung, Technik etc. nicht mehr im Vordergrund steht

back to the roots – Wer Zero Waste lebt, wird automatisch wieder mehr selber machen, da sprechen wir aus eigener Erfahrung. Das Schöne daran ist, du wirst unabhängiger von gängigen Konsumgütern. Du wolltest schon immer ein Waschmittel mit deinem Lieblingsduft? Super, denn das kannst du dir ganz einfach aus ein paar Zutaten selbst herstellen. Zero Waste führt also dazu, dass wir uns wieder auf alte Rezepte und Verfahrensweisen besinnen, sei es sein Brot selbst zu Backen, dein eigenes Sauerkraut zu fermentieren, dir Stofftaschentücher zu nähen oder deine Zahnpasta selbst zu machen. Du wirst sehen, oft braucht es dafür nur ganz simple Zutaten.

Entfalte deine Kreativität  – Da nicht immer alle Produkte, die du dir so vielleicht wünschst in deiner Nähe unverpackt angeboten werden, wird Zero Waste langfristig dazu führen, dass du kreativer wirst und dir eigene Alternativen ausdenkst oder erschaffst, es lässt dich also über den Tellerrand schauen und ganz neue Lösungen entdecken, die dir so früher nie in den Sinn gekommen wären.

Spare Geld  – Wenn du deinen Konsum wirklich überdenkst, wirst du automatisch weniger kaufen und dadurch sparst du logischerweise Geld. Zwar sind vielleicht einige Unverpackte Lebensmittel teurer, als im normalen Supermarkt, aber auch die Dinge, die du selbst herstellst, werden dich nur einen Bruchteil davon kosten, von herkömmlichen industriell hergestellten Produkten.

Deine Gesundheit im Fokus – Durch den Verzicht auf verpackte Fertigprodukte, wird automatisch dazu führen, dass du öfter selber kochst und frische Lebensmittel in deine Ernährung integrierst, das heißt ein weiterer positiver Nebeneffekt von Zero Waste ist also, dass du gesünder lebst und deinem Körper etwas Gutes tust. Auch deshalb, weil du ihn nicht länger den in Plastikverpackungen enthaltenen Giftstoffen aussetzt.

Für eine gemeinsame Zukunft – Wenn du müllfrei lebst, tust du etwas für die Gemeinschaft und vor allem unseren Planeten.  Du übernimmst eine Vorbildfunktion für unsere Kinder aber auch für alle anderen Menschen in deinem Umfeld, die sich vorher noch nie mit Zero Waste beschäftigt haben. Du bist sozusagen das Samenkorn, was den Gedanken von einer müllfreieren Welt in viele weitere Köpfe sähen kann. Vielen Dank dafür :)

Zero Waste Dokus & Dokumentationen zum Thema Nachhaltigkeit

Oft kam in unserer Instagram-Community schon die Frage auf, welche Zero Waste Dokus und Bücher wir empfehlen können, gerade auch in Bezug darauf, um andere Menschen an das Thema Nachhaltigkeit/Zero Waste heranzuführen.
Bücher haben wir euch bereits vorgestellt, deshalb soll es diesmal um Dokumentationen gehen.

Wo finde ich Zero Waste Dokus?

Einige findest du auf Netflix, andere musst du dir online ausleihen oder im Laden kaufen.
Ja, es gibt auch Amazon Prime, doch Amazon hat für uns nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, deshalb empfehlen wir es nicht. Das ist übrigens auch der Grund, wieso du bei uns niemals Amazon Affiliate Links finden wirst.

Plastic Planet

Die erste der Zero Waste Dokus, die wir dir heute empfehlen möchten heißt „Plastic Planet“ von Werner Boote. Er wurde 2009 veröffentlicht, aber ist trotzdem immer noch sehr aktuell. Du kannst ihn in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung sehen.
Gib einfach „bpbplasticplanet“ bei ecosia ein und du findest ihn.

Dieser Film kann ein sehr guter und vor allem auch bildstarker Einstieg in das Thema „Plastikmüll und wieso wir ihn vermeiden sollten“ sein, ohne das Thema künstlich zu  überdramatisieren.

A PlasticOcean

Wusstest du, dass es in unseren Meeren mittlerweile mehr Plastik gibt, als Plankton?
Und, dass viele Tiere diese unverdaulichen Teile mit ihrer natürlichen Nahrungsquelle verwechseln und deshalb sterben?
Falls nicht, oder du das nicht glauben kannst, empfehlen wir dir die Doku „A PlasticOcean“, die 2017 erschienen ist. Die Doku ist also super aktuell und zeigt noch eindeutiger als „Plastic Planet“, welche verheerenden Auswirkungen Plastik auf unseren Planeten hat.
Der Fokus geht in dieser Zero Waste Doku davon weg zu zeigen, wie sich Plastik auf unseren Körper auswirkt, sondern macht vor allem deutlich, welche Konsequenzen es für Tiere und Menschen hat, die nicht unsere Nachbarn sind.
Zudem versorgt dich die Doku mit unmissverständlichen Zahlen darüber, wie viel Plastik eigentlich so anfällt, und zwar in der Zeit, in der du sie siehst.
Wenn du also die Bedeutung von Plastik für uns und andere verstehen möchtest, dann nimm dir die 1,5 h Zeit und sieh dir diese Doku an. Du kannst sie auf Netflix schauen oder auch auf YouTube.

The Green Lie

In „The green lie“ geht es weniger um Müllvermeidung, sondern ums nachhaltige Leben im Allgemeinen. Denn nachhaltige Produkte sprießen förmlich überall aus dem Boden und es scheint förmlich ein Trend zu sein, „nachhaltiger zu leben“.
Jedes Unternehmen springt auf den Nachhaltigkeitszug mit auf, zumindest lassen sie es uns, die Konsumenten, glauben.
So bekommen wir jetzt auch bei Billigmodeketten Biobaumwollshirts und generell steht überall „fair/sustainable/vegan etc.“ drauf.
Doch leider trügt der Schein öfter, als man glauben sollte. Das Wort für diese scheinheiligen Produkte heißt #greenwashing.
Greenwashing trifft zu, wenn ein Unternehmen versucht, sich mit kleinen nachhaltigen Aktionen ein grünes Image zu geben, obwohl es im Kern seines Geschäfts alles andere als nachhaltig ist (Stichwort: Raubbau, Ausbeutung, Kinderarbeit etc.)

Natürlich muss niemand perfekt sein, auch Unternehmen können das selten gewährleisten, es geht bei Greenwashing wirklich darum, ob das Kernkonzept nachhaltig ausgerichtet ist, oder, ob es eigentlich nur um möglich leichte Profitsteigerung (ungeachtet der Konsequenzen für Mensch, Tier und Umwelt) geht. Die Doku „The Green Lie“ ist eine super Ergänzung zu dem gleichnamigen Buch (Auf deutsch: Die grüne Lüge), welches wir dir bereits einmal vorgestellt haben.

Wenn du also gerne noch besser verstehen möchtest, wie die großen Konzerne funktionieren, dann können wir dir diese Doku nur ans Herz legen.

Hast du von Greenwashing schon mal gehört oder ist dir vielleicht schon Mal so ein Produkt aufgefallen?
Schreib uns deine Erfahrungen gerne ein Kommentar.

Hope for all

Wir haben es schon einmal angesprochen: Durch deine Ernährung kannst du deinen ökologischen Fußabdruck enorm beeinflussen.
Dazu gibt es bereits viele Dokus, doch die meisten spielen in anderen Ländern und das macht es unserem Hirn leicht zu sagen „Ach, wir sind ja in Deutschland, da ist sowieso alles ganz anders und viel besser!“ Wenn du also einmal sehen möchtest, wie die Tierhaltung hier in Deutschland aussieht und welche Auswirkungen unser Konsum tierischer Lebensmittel auf das Klima und die Umwelt hat, dann empfehlen wir dir die Dokumentation „Hope for All“.
Nein, wir verlangen nicht, dass jetzt jeder sofort vegan werden soll, doch wir denken, dass du, wenn du bewusste Entscheidungen treffen möchtest, dich auch unbedingt damit auseinander setzen solltest, wie (also unter welchen Umständen) die Dinge um dich herum entstehen. Sei es nun Umweltverschmutzung oder eben der Käse/die Wurst auf deinem Teller.

Taste the Waste

Heute geht es einmal um eine Art von Müll, von der wir oft noch weniger mitbekommen, als von Verpackungen und Co.: Nämlich Lebensmittelverschwendung.
Allein in Deutschland werden pro Minute ca. eine LKW Ladung Lebensmittel weggeworfen.
Und dabei geht es nicht um vergammelte Orangen oder schlecht gewordenen Joghurt, sondern um absolut genießbare Lebensmittel, die teilweise noch nicht einmal ihr MHD überschritten haben.
In der Doku „Taste the Waste“ wird gezeigt, wieso so viel weggeworfen wird und sie macht deutlich, warum wir lernen sollten unsere Lebensmittel wieder mehr zu schätzen. Denn hinter einer weggeworfenen Tomate stehen noch viele Liter Wasser, Sonnenenergie und Lebenszeit die aufgebracht wurde, um die Tomatenpflanze großzuziehen.
Das Schöne ist, gegen Lebensmittelverschwendung kann jede*r von uns etwas tun.

So kannst du z.B. einfach bewusster/weniger einkaufen oder auch direkt Lebensmittel retten (z.B. bei SIRPLUS, Etepetete Rübenretter, the Good Food oder über foodsharing/fairteiler und als foodsaver.)

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Wir wissen, die meisten Dokus, die es so gibt zum Thema Nachhaltigkeit und Umwelt machen alles Andere als fröhlich, so ist das leider, die Wahrheit ist oft nicht besonders schön.
ABER es ist nicht so, als ob wir jetzt alle dem Untergang geweiht sind und keine Alternative haben, als dem Ganzen einfach nur machtlos zusehen zu müssen! Und genau das zeigt die Doku „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“

In ihr siehst du, was Menschen schaffen können, wenn sie gemeinsam ein Ziel anstreben. Und dafür muss man noch nicht mal alle 80 Mio. Deutsche mobilisieren. Manchmal reichen schon ein paar Menschen aus, um große Veränderungen zu bewirken.

Diese Doku zeigt in welche Richtungen man denken kann und macht Mut, groß zu träumen sowie die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Denn jeder Schritt zählt und aus kleinen Dingen können große Veränderungen hervorgehen.

Also sag uns doch bitte einmal: Was kannst du tun, um unsere Welt ein wenig nachhaltiger zu machen?

Low Waste vs. Zero Waste

Low Waste, Less Waste, Zero Waste? – Du möchtest im Alltag gern Müll vermeiden und deinen Lebensstil nachhaltiger gestalten, blickst aber im Dschungel der ganzen Zero Waste Begrifflichkeiten noch nicht ganz durch? Dann bist du hier genau richtig, wir erklären dir nämlich im folgenden Artikel, was es genau mit den einzelnen Begriffen auf sich hat, aber auch als Zero Waste Profi bist du herzlich eingeladen weiter zu lesen, denn wir beleuchten Zero Waste auch einmal kritisch und beurteilen seine Sinnhaftigkeit.

Zero WASTE – Was ist das überhaupt?

Vielleicht bist du gerade erst auf das Thema Zero Waste gestoßen und weißt noch nicht so richtig, was überhaupt dahinter steckt. Zero Waste ist ein Lebensstil und Mindset, bei dem es darum geht nachhaltige Kreisläufe zu entwickeln, in denen alle Materialien wiederverwendet werden können, um systematisch die Menge des anfallenden Abfalls zu reduzieren. Es geht also darum Ressourcen zu schützen und zu erhalten und alle „Abfälle“ zu Land, im Wasser, in der Luft, die eine Bedrohung für unseren Planeten, uns Menschen, Tiere und Pflanzen darstellen, langfristig zu eliminieren. Dabei bezieht sich Zero Waste sowohl auf große Unternehmen, als auch auf den Alltag eines Konsumenten, wie du und ich. Leider sind große Unternehmen in der Umsetzung der Zero Waste Philosophie tatsächlich etwas träger, als wir Konsumenten, das heißt, es ist umso wichtiger, dass wir im täglichen Leben mit gutem Beispiel vorangehen und mit unserem Konsumverhalten bzw. unserer Nachfrage wenigstens Einfluss auf das Angebot der Unternehmen nehmen.

Zero Waste heißt nicht, dass du kein einziges Stück Müll mehr produzieren darfst, was so gut wie unmöglich ist, wenn man bedenkt, dass auch Autofahren usw. unter luftverschmutzenden Abfall zählt und dass auch hinter den Kulissen, z.B. in Unverpacktläden weiterhin Abfall anfällt. Stattdessen geht es im Zero Waste Lifestyle eher darum mit großer Motivation nach Alternativen zu suchen, um so wenig Müll wie möglich anfallen zu lassen. Zero Waste bedeutet also zusammengefasst, durch deine verantwortungsbewussten Entscheidungen im täglichen Leben, dich der wichtigen Aufgabe zu stellen keinen Müll mehr zu produzieren.

LOW Waste – Der Unterschied zu Zero Waste

Low Waste ist eine lockerere Bezeichnung für die Zero Waste Bewegung, denn sie nimmt etwas den Druck raus und vermittelt gerade Neulingen in der Zero Waste Thematik, dass es absolut okay ist, den Lebensstil umzustellen, indem man nach und nach immer weniger Müll produziert. Ebenfalls impliziert Low Waste, dass es schon viel bringt, wenn du beispielsweise im Badezimmer komplett auf anfallenden Abfall verzichtest oder in der Küche besonders darauf achtest, keine Wegwerfutensilien mehr zu verwenden oder zum Beispiel Unverpackt einkaufst.

Während beim Klang von Zero Waste immer der erhobene Zeigefinger mitschwingt, hat man beim Umsetzen von Low Waste erst einmal kein schlechtes Gewissen, denn hier gilt: alles, was du tust, um Müll zu vermeiden ist ein Schritt in die richtige Richtung und hilft! Und genau darum geht es. Es kommt nicht darauf an, dass du alles perfekt machst und dich dabei auch noch unter Druck setzt keine Fehler zu machen. Der Verzicht auf Müll soll neben allen positiven Nebeneffekten vor allem eins, nämlich Spaß machen, damit du auch langfristig dran bleibst und diesen neuen Lebensstil besser in deinen Alltag integrieren kannst. Dabei stützt sich Low Waste genau wie Zero Waste auch auf die 5 Rs – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot.

Ist Zero Waste überhaupt sinnvoll?

Eine Frage, die sich viele Menschen stellen „Kann ich denn als Einzelner überhaupt etwas verändern?“ – Ja, das kannst du, denn erstens, bist du nicht allein mit deinem Ansporn etwas an deinem Konsumverhalten und Lebensstil zu verändern und zweitens, hat dein Verhalten, großen Einfluss, wenn du eine tägliche Handlungsweise mal auf 365 Tage im Jahr und die kommenden 10 Jahre hochrechnest. Illustrieren lässt sich dieser Fakt sehr gut mit folgendem Beispiel: stell dir vor du spuckst jeden Tag deinen Kaugummi in den Wald, dann kannst du dir jetzt mal vor deinem geistigen Auge ausmalen, wie die Stelle im Wald in 365 Tagen aussehen wird.
Es ist also jeder noch so kleine Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Lebensstils sinnvoll, sei es Low Waste, Zero Waste oder das Vermeiden von Plastikmüll. Und bedenke dabei, dass du mit deiner Verhaltensänderung die Möglichkeit hast, das Zero Waste Samenkorn in den Köpfen deiner Familie, Freunde oder Kollegen zu sein. Mit jeder alltäglichen Verhaltensanpassung, wird dein Umfeld darauf aufmerksam werden, dass sich etwas verändert, sie werden dir Fragen stellen und anfangen selber mehr über ihr Handeln nachzudenken. Selbst wenn sie nicht sofort auf den Zero Waste Zug mit aufspringen, dann hast du sie wenigstens ins Grübeln gebracht, ob es nicht sinnvoll wäre auch etwas an ihrem eigenen Lebensstil zu ändern und das ist doch schon mal ein toller Schritt in die richtige Richtung, nicht wahr?

Die Frage, ob der Verzicht auf Abfall sinnvoll ist, brauchen wir ja fast gar nicht stellen oder? Denn das Einsparen von Verpackungsmaterial bedeutet langfristig auch das Sparen von Ressourcen und somit der Möglichkeit diese später anderweitig zur Verfügung zu haben. Auch für das Recycling von Verpackungsmüll werden Ressourcen, wie Wasser und Strom, in unseren Mülltrennungs- und Aufbereitungsanlagen benötigt. Je weniger unser Mülls dort aufbereitet werden muss, weil wir einfach weniger produzieren, desto mehr Ressourcen können wir also auch dort schonen.

Low Waste oder Zero Waste – Was du tun kannst

Mal davon abgesehen, dass jeder noch so kleine Verzicht auf das Produzieren von Müll ein super Beitrag zur Zero Waste Bewegung ist, gibt es noch einige andere Dinge, die du neben der Umstellung deines Lebensstils hin zum Abfall vermeiden, tun kannst:

  1. Gehe Wählen: Wann immer du die Gelegenheit dazu hast für deine Stadt, dein Bundesland oder gar auf nationaler Ebene wählen zu gehen, dann tu es bitte und wähle Menschen, die sich für die Umwelt und strengere Regularien von Müll einsetzen.
  2. Verlange von Politiker(Inne)n stärkeren Einsatz gegen Einweg-Plastik: Du hast also deinen Wunschkandidat(inn)en im günstigsten Fall in den Stadtrat deiner Stadt gewählt, das ist toll. Kontaktiere sie/ihn und fordere stärkeren Einsatz gegen Einweg-Plastik.
  3. Kontaktiere deine Lieblingsgetränke- und -essensmarken: Schreibe eine E-Mail, einen Brief oder nutze deine Social Media Kanäle, um bei deinen Lieblingsmarken in Erfahrung zu bringen, was genau sie tun, um Müll zu vermeiden. Wenn möglich dann mache diese Kontaktaufnahmen öffentlich, sodass möglichst viele Leute davon lesen. Du kannst ebenfalls Unternehmen anschreiben, deren Müll du nicht mehr sehen kannst, wie beispielsweise McDonalds, Starbucks, Nestle usw.
  4. Unterstütze Vereine und Organisationen, die sich für strengere Regularien einsetzen: Es gibt zahlreiche Organisationen, die sich für eine bessere Umwelt einsetzen oder beispielsweise gegen die Verschmutzung unserer Ozeane kämpfen. Such dir am besten eine Organisation aus, die am ehesten deine Vision vertritt und unterstütze sie.
  5. Trage deinen Zero Waste Lebensstil nach außen: Wie bereits oben angedeutet, du hast die Möglichkeit das Samenkorn im Kopf anderer Menschen zu sein, wenn es darum geht die Zero Waste Idee weiter zu verbreiten. Es ist wichtig, dass du dich auch außerhalb der „Zero Waste Bubble“ mit Menschen unterhältst, die noch keinen nachhaltigen Lebensstil führen. Höre ihnen vor allem zu und bringe in Erfahrung, was ihnen helfen würde den Einstieg in einen Low Waste oder Zero Waste Lebensstil zu finden.

Zero Waste Menstruation & Sexualität

(Dieser Beitrag enthält Werbung durch sogenannte Affiliate Links, die mit einem * gekennzeichnet sind, wenn du mehr über Affiliate Links auf unserer Webseite erfahren möchtest kannst du unter „Was sind Affiliate Links?“ nachlesen.)

Sex und Menstruation, zwei Themen, mit denen jeder Mensch über kurz oder lang in Berührung kommt. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie du deine ganz persönliche Zero Waste Menstruation-Routine entwickelst und wie du bei beiden Themen, Sex und Menstruation Müll vermeiden, bzw. deiner Gesundheit etwas Gutes tun kannst. Wir werden über verschiedene Verhütungsmethoden und unsere eigenen Erfahrungen damit berichten. Auch beim Thema Zero Waste Menstruation gehen wir auf alle, uns bekannten Alternativen ein, die dir bei der Müllvermeidung helfen können und stellen sie dir ausführlich mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Uns ist es wichtig, dass die Periode nicht als etwas Ekliges betrachtet wird, sondern, dass Frauen und Männer sie wieder als das annehmen, was sie ist, nämlich ein natürlicher Vorgang, der weder unhygienisch noch abstoßend ist.

Das Einzige Themengebiet, das wir auslassen, sind die hormonellen Verhütungsmittel. Pille, Hormonspritze und Co. können und möchten wir nicht empfehlen, da sie den Hormonhaushalt einer Frau derart durcheinander bringen und so starke Nebenwirkungen damit einher gehen können, dass wir diese Form der Verhütung nicht „bewerben“ möchten.
Und noch etwas vorneweg: Der Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist das A und O, du solltest also außerhalb einer festen Partnerschaft immer ein Kondom verwenden, auch wenn hierbei Müll entsteht, deine Gesundheit ist wichtiger. Welche Marken du wählen kannst, die nachhaltig sind, erläutern wir dir weiter unten.

Zero Waste Sex – Verhütungsmethoden

Wer eine absolut nebenwirkungsfreie Verhütung möchte, ist wohl am besten mit Kondomen, NFP und Diaphragma aufgestellt.

Die müllärmste Verhütungmethode ist NFP. Allerdings ist diese Verhütungsmethode nicht für jede Frau geeignet und definitiv nicht (uneingeschränkt) jungen Mädchen zu empfehlen, da du, um diese Verhütungsmethode sich anwenden zu können, deinen eigenen Körper sehr gut kennen solltest. Wenn du gerne detailliertere Informationen zum Thema Verhütung möchtest, können wir dir Generation Pille sehr ans Herz legen, dort bekommst du zu vielen Themen rund um Verhütung viele Informationen.

Zero Waste Menstruation – Menstruationstasse

Natürlich gibt es zum Thema Zero Waste Menstruation verschiedenste Möglichkeiten der Monatshygiene.
Vorneweg: Wie immer gilt, es gibt keine pauschale Empfehlung für irgendeine der Alternativen. Wir versuchen nur, die Vor- und Nachteile möglichst sachlich nach unseren eigenen Erfahrungen zu bewerten und hoffen, dir so eine Hilfe geben zu können.
Anfangen möchten wir mit der Menstruationstasse (im Weiteren Cup genannt).
Sie ist mittlerweile wohl die bekannteste Alternative zu Tampons und hat definitiv viele Vorteile.
Wichtig ist: Nicht jede Tasse passt jeder Frau, Tests wie z.B. Tassenfinder.de oder die FB Gruppe „Menstruationstasse“ sind Anlaufstellen, die dir helfen können die richtige Tasse für dich zu finden.

Die Anwendung ist theoretisch sehr einfach, erfordert aber, ebenso wie beim Tampon, erst einmal etwas Übung. Bei der Einen dauert das länger, bei der Anderen geht es schnell. Die Cups bestehen aus medizinischem Silikon und sind somit hypoallergen, sehr schadstoff- und risikoarm und können bis zu 10 Jahre verwendet werden. Ein riesiger Vorteil des Cups ist, dass du ihn theoretisch nur 2 Mal am Tag wechseln musst. Morgens nach dem Aufstehen und kann dann bis zu 12 h getragen werden, danach sollte man ihn aus hygienischen Gründen entleeren. Solltest du unterwegs sein, kannst du ihn einfach in einer Toilette ausleeren und wieder einsetzen oder vorher noch mit Toilettenpapier oder Wasser aus einer Wasserflasche säubern.

Wenn deine Tage vorbei sind, reinige den Cup gründlich mit Wasser. Grundsätzlich wird empfohlen, dass man ihn auch in heißem Wasser abkochen soll. Im Gegensatz zum Tampon, werden beim Cup die Schleimhäute nicht ausgetrocknet und auch die Gefahr von Bakterien, die in der Vagina nichts zu suchen haben, ist geringer aufgrund des nicht vorhandenen Rückholfadens.

Der Preis für solche Cups geht weit auseinander, manche sind ab 10 € zu bekommen, andere kosten 40€. Wer sich für diese Methode entscheidet, sollte aber nicht am Preis sparen.

Bei Frauen mit Endometriose und Kupferball/-spirale/-kette wird davon abgeraten den Cup zu verwenden. Frage hier am besten den*die Gynäkologen*in deines Vertrauens um Rat.

Zero Waste Menstruation – Binden & Schwämmchen

Eine weitere Alternative zu Tampons und für die konventionellen Wegwerfbinden stellen die waschbaren Binden und Menstruationsschämmchen dar. Auch bei diesen beiden gibt es Vor- und Nachteile.
Fangen wir mit den Binden an. Die, die wir dir oben verlinkt haben sind von Kulmine.de, aber es gibt mittlerweile viele verschiedene Anbieter. Wichtig ist, dass sie aus 100% Bio-Baumwolle bestehen. Selbstverständlich kannst du dir deine eigenen waschbaren Binden auch selber nähen, eine Anleitung mit Schnittmuster dafür findest du in unserer Bibliothek.

Benutzt werden sie wie normale Binden auch, du legst sie einfach in deine Unterhose ein (manche sind mit einem Druckknopf fixierbar). Je nach gewählter Stärke, halten die Binden auch starke Blutungen für ein paar Stunden durch.

Wenn du sie unterwegs wechseln willst, bietet es sich an, immer einen feuchtigkeitsabweisenden Beutel zu verwenden, in dem du die Binden aufbewahrst, bis du wieder zuhause bist (manche benutzen hierfür extra Wetbags, doch eine alte Plastiktüte oder eine Dose tut es auch und spart Geld). Zuhause kannst du sie dann einfach in kaltem Wasser einweichen und später in der Waschmaschine waschen.

Eine weitere Alternative sind die Menstruationsschwämmchen. Sie bestehen aus Naturschwämmen (also nicht vegan) und werden vor der levantinischen Küste im Meer geerntet. Wichtig ist beim Kauf solcher Schwämme darauf zu achten, dass sie handgepflückt werden und aus nachhaltig bewirtschafteten und kontrollierten Zuchtgebieten kommen. Nur so kann ein Nachwachsen der gekauften Schwämme sichergestellt werden. Die Schwämme selbst funktionieren wie Tampons, man führt sie ein und sie saugen dann das Blut auf. Sobald sie voll sind, nimmt man sie raus und wäscht sie einfach mit kaltem Wasser aus. Es wird empfohlen noch eine wiederverwendbare Slip-Einlage oder Binde zusätzlich zu verwenden. Für leichte bis mittelschwere Tage sind sie super (auch ohne zusätzlichen Schutz), sehr starke Tage aber schafften sie bei uns nur maximal 2,5 h, bevor dann auch Blut in der Unterhose landete.
Ein riesen Vorteil der Schwämmchen gegenüber Tampons ist, dass sie die Schleimhäute nicht austrocknen, super angenehm zu tragen sind und bedeutend weniger Müll und Chemieverbrauch durch sie anfällt.
Ihre Reinigung nach der Periode ist auch sehr simpel. Entweder du legst die Schwämmchen für ein paar Stunden in Essigwasser ein, oder in Wasser mit einigen Tropfen Teebaumöl. Aufbewahren kannst du sie, nach dem Trocknen in einem Behälter oder Baumwollsäckchen. So sind sie garantiert hygienisch sauber bei der nächsten Periode.

Nachhaltige Tampons & MenstruationsUnterwäsche

Es gibt immer wieder Frauen, die aus den verschiedensten Gründen nicht auf die bisher genannten Alternativen umsteigen möchten oder können und lieber bei den konventionellen Tampons bleiben wollen. Auch hierfür gibt es mittlerweile einige nachhaltige Alternativen.
So z.B. die Tampons von Einhorn Period. Sie bieten faire Tampons aus 100% Bio-Baumwolle, ohne Plastiküberzug und chlorfrei gebleicht an.

Eine weitere Variante, die wir euch nicht vorenthalten wollen, ist sogenannte Menstruationsunterwäsche. Das sind Höschen, die wie Slips aussehen, aber im Schritt verstärkt und darauf ausgelegt sind deine Blutung aufzufangen.

Die bisher nachhaltigste Marke, die wir dazu finden konnten, ist Ooshi. Ihre Hosen bestehen aus Merinowolle (ohne Mulesing), Baumwolle, Elasthan, Polyamid und noch einigen anderen synthetischen Stoffen.
Sie tragen auf jeden Fall zur Müllvermeidung bei, da sie aber zum einen nicht vegan sind, und zum anderen auch (sicher produktbedingt) nicht ohne Kunststoffe auskommen, sind sie für uns nicht der Favorit.

Aber wenn du damit gut fährst, ist es (aus Zero Waste und gesundheitlicher Sicht) immer noch besser als konventionelle Tampons oder Binden zu verwenden (so denken wir).

Wenn du gerne noch mehr zu den beiden Alternativen erfahren willst, schau dir unbedingt die verlinkten Webseiten an, dort findest du transparent sehr viele Informationen zu Herstellung, Materialien und Co.
Und wenn du schon mit dem ein oder anderen Erfahrung gemacht hast, oder einfach allgemein deine Meinung zum Thema Monatshygiene teilen willst, schreib das gerne in die Kommentare, sodass wir uns austauschen können.

Gleitgel & Nachhaltiges Sexspielzeug

Sex sollte etwas Wunderschönes sein und wir Menschen haben oft Lust, uns neben einem oder mehreren Partner*innen auch noch andere Utensilien mit dazu zu holen. Wichtig ist dabei immer auf die eigene Sicherheit und die der*des Anderen zu achten.
Nicht nur, was das Schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten angeht (Kondome/Lecktuch), sondern auch in Bezug auf  Spielzeug und Gleitgel. Das Schöne ist, Gesundheit und Nachhaltigkeit gehen hierbei Hand in Hand, denn die Produkte, die der Gesundheit zuträglich sind, sind auch oft besonders nachhaltig.

Insbesondere billige Toys aus Kunststoff enthalten oft vielerlei Schadstoffen, Weichmacher, Flammschutzmittel und andere Chemikalien lösen sich aus ihnen und werden über unsere Schleimhäute aufgenommen.

Die gute Alternative, sind z.B. Naturprodukte wie Holz, Glas, Halb-Edelsteinen oder Naturkautschuk. Sie sind im Toys Bereich keine Seltenheit mehr und viele können auch wieder aufgeladen werden, sodass du keine Ersatzbatterien benötigst.
Insbesondere Glas und Holz sind sehr umweltschonende Produkte, da sie gut recycelt werden können. Vor Splittern und Co. muss man keine Angst haben, denn diese Produkte sind natürlich besonders für den Gebrauch in empfindlichen Körperregionen konstruiert. Entsprechendes findest du z.B. auf Amorelie.de

„Welches Gleitgel?“ ist auch noch eine Frage, die unsere Community uns öfter gestellt hat. Tatsächlich gibt es ein Rezept zum selber machen, wir haben es euch in der Story verlinkt, aber noch nicht selbst getestet. Wer lieber auf vorgefertigte Texturen vertrauen möchte, kann das Gel von BIOglide verwenden. Dieses ist zwar nicht plastikfrei, aber immerhin 100% biologisch und sogar essbar. Wichtig ist natürlich immer, wenn du entsprechende Dinge verwenden willst: Sprich mit deinem Partner*deiner Partnerin darüber und klärt auch ab, wer was möchte und erleben will. Nein, heißt nein und niemand sollte zu irgendetwas überredet werden. Sex soll schließlich allen Beteiligten Spaß machen.

Zero Waste mit Kindern

In diesem Artikel dreht sich alles um das Thema Zero Waste mit Kindern. Auch wenn wir selbst noch keine haben, sehen wir das Zero Waste Leben mit Kindern als einen extrem wichtigen Punkt, da unsere Kinder letztendlich die Welt bewohnen werden, wenn wir nicht mehr da sind. Und dazu gehört für uns auch, dass sie wissen, wie man einen möglichst nachhaltigen Lebensstil führen kann.

Die Vorteile von Zero Waste mit Kindern

Doch welche Vorteile bringt ein müllärmeres Leben mit Kindern?

1. Minimalismus

Wenn du mit Kindern müllarm leben willst, kommt es über kurz oder lang dazu, dass du bestimmte Dinge einfach nicht mehr kaufst und sie dementsprechend nicht zu Hause zur Verfügung stehen. Diese Form des Minimalismus hilft, dass Kinder (und Erwachsene) wieder kreativer werden, was sie mit ihrer Zeit anfangen könnten. Denn anstatt wieder ein neues Spielzeug nach kurzer Zeit in die Ecke zu schmeißen, wird einfach aus dem Vorhandenen etwas „Neues“ gemacht.

2. Bewusstsein

Kinder können oft so viel mehr, als wir ihnen zutrauen. Wenn du ihnen kindgerecht erklärst, wieso du z.B. keine Plastikflaschen kaufst, können sie dieses Wissen auch auf andere Dinge übertragen (z.B. auf Spielsachen, die sie gerne hätten). Sicherlich, das wird nicht immer so laufen, doch wenn du Kindern vorlebst, dass es auch andere Wege gibt und sie dabei liebevoll mitnimmst, fühlen sie sich angenommen und wollen auch etwas tun, dass ihnen und der Umwelt gut tut.
Ein kurzes Beispiel illustriert diese Tatsache vielleicht ganz gut: die 8 Jährige Tochter einer Freundin hat einen Ausflug in den Unverpackt Laden gemacht, dort wurde den Kindern erklärt, wieso Plastik schlecht für die Umwelt ist. 2 Monate später hatte sie Geburtstag und war super stolz, dass sie dieses Mal nichts aus Plastik bekommen bzw. sich gewünscht hatte.

3. Zeit statt Zeug

Anstatt Kinder mit Süßigkeiten, Spielzeug oder Ähnlichem zu belohnen, kannst du auch einen schönen Ausflug machen. Das kann auch einfach nur ein Waldspaziergang sein, bei dem die Kinder z.B. schauen, wie viele verschiedene Bäume sie entdecken. Dadurch vertiefen sich die Beziehungen und die Kinder bekommen eine Verbindung zur Natur, die so heute leider eher selten geworden ist.
Es muss aber nicht immer außer Haus sein, man kann auch Spielzeug selber machen (z.B. Knete, das Rezept liefern wir noch nach), vorlesen, malen oder Ähnliches, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

4. Gesundheit

Es liegt eigentlich auf der Hand, je weniger Kinder mit Plastik, Alu und Co. in Berührung kommen, desto besser. Auch bei Kleidung, Kinderkosmetik, Spielzeug und Co. macht es Sinn, darauf zu achten, da über die Haut auch viele Schadstoffe aufgenommen werden können. Ein letzter Tipp noch, den wir bei @simplyzero_de gefunden haben: Wenn dein Kind etwas bei Freunden ganz toll findet (z.B. das Trampolin),  nutze diese Begeisterung doch, um diese Freunde öfter zu besuchen. So bleibt das Trampolin etwas Besonderes und man verbringt mehr Zeit mit den Menschen, die einem wichtig sind.

Tipps für Minimalismus mit Kindern

Das ist ja alles schön und gut, doch wie lässt sich Minimalismus oder Zero Waste mit Kindern jetzt tatsächlich in die Tat umsetzen? Minimalismus mit Kindern – klingt erst einmal ein bisschen wie ein Widerspruch in sich, oder? Es ist allerdings tatsächlich möglich!
Unsere heutigen Tipps haben wir auf dem Blog „Hinterland“ von Namika gefunden.
Sie hat selbst eine vierjährige Tochter und weiß also definitiv, wovon sie spricht.
Folgende Ideen teilt sie zum Thema „Minimalismus mit Kind“:
Ganz vorn an stellt Namika, das Element der „Kommunikation“. Sie ist überzeugt davon, dass Reden extrem hilfreich ist, besonders dann, wenn man dem Kind die Hintergründe erklärt, weshalb es auf eine bestimmte Weise handeln sollte, denn ihrer Erfahrung nach sind Kinder viel verständnisvoller, als du es oft erwartest, wichtig ist hierbei sie ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

1. Nicht alles sofort wollen – Menschen sind Gewohnheitstiere, so müssen sich auch Kinder in Ruhe an etwas Neues gewöhnen können, dadurch kann es den Wandlungsprozess aktiv miterleben und als nützlich für sich annehmen.

2. Das Spielverhalten beobachten – Fällt dir beim Beobachten des Spielverhalten deines Kindes auf, dass es mit einigen Gegenständen besonders gern spielt und dafür andere links liegen lässt, dann hast du hier schon eine Stelle, an der du in Sachen Minimalismus ansetzen kannst.

3. Das Tauschregal – Wenn du dir wirklich ganz sicher sein möchtest, was für dein Kind wichtig ist und auf welche Spielzeuge es gut und gern verzichten könnte, dann lege mit ihm gemeinsam ein Tauschregal an. Während einige Spielsachen immer zur Verfügung stehen, werden andere ins Tauschregal gelegt. Möchte dein Kind mit einem Gegenstand aus dem Tauschregal spielen, legt es dafür ein anderes Spielzeug aus seinem Zimmer hinein. Wenn manche Tauschregalbewohner nach zwei, drei Monaten nie getauscht wurden, dann können sie ohne schlechtes Gewissen weggegeben werden.

4. Die Bibliothek – dieser Begriff ist an dieser Stelle doppeldeutig gemeint. Zum Einen kannst du auch mit Büchern eine Art „Tauschregal“ erstellen, das vom Prinzip her genauso funktioniert, zum Anderen ist es durchaus sinnvoll in die städtische Bibliothek zu gehen und sich dort Bücher auszuleihen, als wirklich jedes Kinderbuch selbst besitzen zu müssen.

5. Veranstalte Spielzeug-Tausch-Nachmittage – Was die Mamas als Klamotten-Tausch-Parties kennen, kannst du auch für deine Kinder für deren Spielzeuge mit Freunden im gleichen Alter organisieren. Du schlägst hier zwei Fliegen mit einer Klappe, dein Kind wird Abwechslung in seiner Spielkiste erhalten und gleichzeitig verbringt es einen schönen Nachmittag mit seinen Freunden. Besonders toll ist auch er Aspekt, dass die Kinder dabei gleich das Teilen bzw. Tauschen lernen.

6. Gib nicht sofort alles weg. – Taste dich langsam ran und lege Stück für Stück mal ein paar Sachen zur Seite. Manchmal fällt das auf und dein Kind holt sich die Sachen zurück, dann weißt du, dass du sie (noch) nicht weggeben kannst.

Noch mehr Ideen und Inspirationen findest du auf Namikas Blog.

DIY – Zero Waste Knetmasse

Das heutige Rezept haben wir von dem Blog zerowastefamilie.de und wir können ihn insbesondere für Familien empfehlen, die auf dem Land leben, denn genau dort wohnt die vierköpfige Familie.
Das Rezept ist wirklich simpel und der große Vorteil: die Knete ist nachhaltig (ohne Paraffin, Erdöl, Plastik oder ähnlichem) und durch die Zitronensäure trocknet sie auch nicht so schnell aus und ist dennoch genauso elastisch und gut nutzbar wie die, die man im Laden kaufen kann.

Für alle, die keine Lebensmittelfarbe nutzen wollen, gibt es verschiedene natürliche Färbemittel:
rot: Rote-Beete-Saft
dunkelrot: gekochter Holunderbeersaft
blau: Blaubeerensaft gelb: Kurkuma

Die Knetmasse sollte sich in luftdichten Gefäßen und gekühlt mehrere Wochen halten.
Du kannst allerdings auch erst einmal den Teig so formen, wie du ihn gerne hättest und dann lässt du ihn trocknen (oder bei 140 Grad für 45 min im Ofen ausbacken). Die festen Kunstwerke, kann man dann mit Wasserfarben bemalen und z.B. für den Kaufmannsladen oder andere Spielmöglichkeiten nutzen. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

DIY Zero Waste Feuchttücher

Feuchttücher sind eines der Produkte, die zum Einen sehr praktisch, zum Anderen aber auch wieder sehr umweltbelastend sind. Nicht nur Aufgrund der Verpackung oder dem anfallenden Müll, sondern auch wegen der Inhaltstoffe, die nicht bei jedem Anbieter natürlich und umweltschonend sind. Das dachte sich auch der Blog zerowastegroßfamilie.blogspot.com und hat deshalb eine gute Alternative vorgestellt.
Sie ist simpel und günstig. Man schneidet ein (altes) Flanelltuch in 12×12 cm große Stücke (mit der Zick-Zack Schere wird das Ausfransen eingedämmt) und dann mischt man noch 100ml abgekochtes Wasser mit einem nativen Öl in einer Sprühflasche. Bei Bedarf wird dann einfach der Babypo großzügig eingesprüht und mit einem der Tücher abgewischt. Die benutzten Tücher kommen dann in einen dafür vorgesehenen Eimer und werden beim nächsten Waschgang mit gewaschen.
Eine weitere (oder auch zusätzliche) Alternative hat Olga von zerowastelifestyle.de vorgestellt. Hierfür benötigst du lediglich ein wenig Platz im Bad, sodass du dort den Wickelplatz nahe dem Waschbecken einrichten kannst. So benötigst du gar keine Tücher, sondern kann das Baby direkt im Waschbecken mit Wasser säubern.

Zero Waste Kindergarten

Der Kindergarten ist ein Ort, an dem viele Kinder einen großen Teil ihrer Zeit verbringen, und der auch einen erheblichen Einfluss auf ihr Weltverständnis haben kann. So kann eben hier auch schon ein Grundstein für ein Nachhaltigkeitsbewusstsein gelegt werden. Zum Einen, indem man die Kleinen liebevoll und altersgerecht an das Thema heranführt, zum Anderen aber auch, indem man ihnen direkt ein umweltbewusstes Verhalten vorlebt. Egal, ob Eltern oder Erzieher, jeder kann hier seinen Teil beitragen und ganz wichtig ist es auch, dass man in Kommunikation miteinander tritt.

Sicherlich kann man keine Pauschalaussagen treffen, was Kindergärten alles umsetzen können, doch ein paar Ideen wollen wir gerne heute mit euch teilen:

1. Schmierpapier – zum Malen und Klecksen kann man einfach überschüssige Fehldrucke und anderes einseitig bedrucktes Papier verwenden, welches sonst im Müll landen würde. Man kann auch einen Aufruf unter den Eltern starten und bitten, dass jeder regelmäßig solches Papier mitbringt.

2. Großpackungen kaufen und nichts einzeln Verpacktes (z.B. bei Lebensmitteln, Kleber, Stiften und Co.)

3. wenn etwas neu gekauft werden muss, zuerst einmal nach nachhaltigen Alternativen Ausschau halten (z.B. bei Farbe, Stiften, Windeln etc.)

4. Mittagessen – viele Kitas engagieren Catering-Services für das Essen, hier gibt es viele Möglichkeiten etwas nachhaltiger zu sein z.B. auf Bio achten, viele vegetarische Gerichte

5. Selbermachen – Süßigkeiten, Haushaltsreiniger, Brotaufstriche etc. Es gibt viele Dinge, die man im Kindergarten (mit den Kindern) selbst und kostengünstig herstellen kann.

6. Materialien bei Eltern einsammeln – wie beim Schmierpapier, kann man auch vieles, das man zum Basteln braucht von den Eltern erbitten (Schraubgläser, Zeitungen, Klopapierrollen etc.)

7. Die Eltern bitten, den Kindern keine verpackten Snacks/Süßigkeiten mitzugeben und selber auch keine verteilen.

Es gibt natürlich noch viele weitere Ideen, nicht alles wird für jeden KiGa umsetzbar, doch jeder kann etwas tun. Wie schon gesagt, wichtig ist es, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern stimmt. Und wenn man auch hier respektvoll und freundlich miteinander umgeht, kann man sicherlich gemeinsam vieles erreichen.

Wir wissen, dass diese Vorschläge sehr allgemein gehalten sind. Falls du noch Fragen zu einem bestimmten Punkt hast, schreib ihn gerne in die Kommentare.

Nachhaltige Kindermode

Mode ist sicherlich ein Thema, das stark polarisieren kann. Doch worin wir uns wahrscheinlich alle einig sind, ist wohl, dass sie mit so wenig Leid und Naturzerstörung, wie möglich hergestellt werden sollte.
Nun wachsen Kinder oft sehr schnell, deshalb macht es bei ihnen tatsächlich Sinn, hauptsächlich Second Hand zu kaufen, da so der Geldbeutel geschont wird und nicht immer wieder neue Ressourcen verbraucht werden. Oder vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit mit anderen Eltern in deiner Umgebung Kleidung zu tauschen, je nachdem welche Größe gerade benötigt wird?
Hier nochmal auf einen Blick, weshalb Second Hand Klamotten für Kinder so toll sind:

1) die Sachen werden mehrfach wiederverwendet
2) Keine (erneute) Ausbeutung der Arbeiter*innen
3) Enorme Ressourceneinsparungen
4) Schädliche Chemikalien wurden durch das häufige Waschen bereits rausgewaschen
5) Geld sparend
6) Du leihst/kaufst nur das, was du wirklich brauchst

Neu kaufen muss also im Grunde nicht sein, doch manchmal findet man vielleicht nicht das passende Kleid oder eine schöne Winterjacke und dann muss man nun mal doch nach anderen Alternativen Ausschau halten. Ja, die Preise sind höher, als die bei den gewohnten Modemarken. Das liegt vor allem daran, dass faire Produktionen und Biozertifizierte Rohstoffe ihren Preis haben. Wenn man diesen aber einmal auf lange Zeit betrachtet, kostet ein nachhaltig produziertes Shirt nicht mehr, als ein Billiges. Das liegt daran, dass wir in Zukunft für die Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt ganz anders „drauf“ zahlen müssen, wenn wir so weiter konsumieren, wie bisher. Dieses Geld ist aber natürlich nicht in die 5 Euro eingerechnet, die man beim Billighersteller bezahlt.


Zero Waste Bücher - Unsere Buchempfehlungen

Zero Waste Bücher – Unsere Zero Waste Buchempfehlungen

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Unsere Community hat schon oft gefragt, welche Zero Waste Bücher wir denn empfehlen können.
Deshalb soll es in unserem heutigen Artikel auch nur um tolle Zero Waste Bücher und Bücher zum Thema Nachhaltigkeit gehen. Wenn dich eines davon anspricht, dann schau einmal, ob es das vielleicht in deiner Bibliothek gibt. Vielleicht kennst du auch jemanden, der*die es dir ausleihen kann.
Wenn du es gerne selbst zuhause hättest, schau am besten, ob du es gebraucht, in deiner Stadt oder online z.B. bei medimops oder rebuy findest. Wenn du lieber die digitale Version lesen möchtest, kannst du sie dir z.B. bei fairbuch oder dem ecobookstore downloaden.

Nun aber zu unseren Empfehlungen…

­­Zero Waste & Plastik im Blut

Für den Einstieg in das Thema Zero Waste empfehlen wir dir die beiden Bücher, die du oben sehen kannst.
In ihrem Buch „Zero Waste“* macht Shia Su es jedem Menschen möglich, leicht in das Thema Müllvermeidung einzusteigen. Sie teilt viele Rezepte, Tipps und Tricks und erklärt in jedem Kapitel, inwiefern wir unsere Umwelt und unseren Alltag nachhaltiger gestalten können, welchen Nutzen das hat und warum wir das überhaupt tun sollten.

Wenn du insbesondere in das Thema Plastik tiefer eintauchen möchtest, empfehlen wir dir das Buch „Plastik im Blut“ von Heike Schröder. Von der Frage, wie Plastik eigentlich wirkt bzw. warum es so schädlich ist, über worauf man besonders achten sollte, bis hin zu konkreten Tipps für den Alltag ist alles dabei, um sich eine sehr gute Wissensbasis für das Thema Zero Waste anzueignen.

Die grüne Lüge

Kampangen, die das Thema Nachhaltigkeit aufgreifen, gibt es mittlerweile zu Hauf.
Doch sind sie wirklich alle so grün, wie man immer denkt? Leider nein – vielleicht hast du ja auch schon einmal den Begriff Greenwashing gehört? Er wird verwendet, wenn eine Firma versucht sich mit einem scheinbar nachhaltigen Produkt ein grünes Image zu verleihen. Wenn aber das Kerngeschäft des Unternehmens auf Ausbeutung, Lohndumping und Umweltzerstörung beruht, macht eine vermeintlich grüne Kampagne dieses Unternehmen nicht besser, sondern eher extrem unauthentisch. Denn es ist leider wahr, im ersten Moment wirkt es super, wenn eine große Fast Fashion Modemarke damit wirbt, sie würden alte Kleidung vom Kunden annehmen und recyceln, dafür bekommt man sogar 15% Rabatt auf den nächsten Einkauf – siehst du den Fehler? Man wird, aufgrund des Rabattes dazu verleitet wieder neue, billig produzierte Ware zu kaufen, die dem Unternehmen Profit und den Näherinnen im Gegensatz dazu unterirdische Löhne und furchtbare Arbeitsbedingungen einbringt.
Dieses Thema greift Kathrin Hartmann in ihrem Buch „Die grüne Lüge“ auf und beleuchtet sehr eingehend, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert und wie große Konzerne versuchen dem Verbraucher vorzugaukeln, dass sie als Unternehmen doch total umweltbewusst sind, während sie tatsächlich der Umwelt und unserer Lebensgrundlage immer mehr Schaden zufügen.
Das Buch ist an manchen Stellen vielleicht etwas zynisch geschrieben, doch wenn man sich in das Thema (noch tiefer) einliest, was anhand der guten Quellen im Anhang auch einwandfrei geht, kann man das der Autorin kaum übel nehmen. Wenn du also gerne noch besser verstehen möchtest, wie die großen Konzerne funktionieren und was du auch als einzelne*r Konsument*in tun kannst, legen wir dir dieses Buch wirklich ans Herz.

Smarticular

Jetzt geht es um die Praxis. Wie du schon an den Titeln siehst, bekommst du in den Büchern von smarticular eine Fülle an einfachen DIY Rezepten für Körper, Haushalt und Co.! Neben diesen gibt es auch zu jedem Rezept noch Infos zu den jeweiligen Wirkstoffen und dir werden mögliche Alternativen vorgestellt. Diese Bücher sind ihr Geld wirklich wert und wir nutzen sie regelmäßig, da sie einfach das perfekte Nachschlagewerk bieten. Mit den Rezepten kannst du zum einen extrem viel Müll vermeiden, teilweise Zeit sparen UND einiges an Geld in deiner Spardose behalten, denn die meisten Zutaten sind wirklich nicht teuer.

Wenn du vielleicht nicht direkt alle Bücher besorgen willst, können wir dir auch die Webseite von smarticular empfehlen, dort findest du ebenso eine Menge an Rezepten, wenn auch nicht so schön übersichtlich, wie in den Büchern.

Kapitalismus vs. Klima

„Kapitalismus vs. Klima“ von Naomi Klein ist ein Buch von etwas anderem Kaliber, als die bisher vorgestellten. Es ist keine Lektüre für mal eben zwischendurch, denn es platzt förmlich vor Informationen uns ist auch relativ anspruchsvoll, was das Leseverständnis angeht. Doch wer sich auf diesen tollen Wälzer einlässt, kann auch hier nochmal einen tiefen Einblick bekommen, wie es (relativ aktuell) eigentlich um die Welt steht, auf der wir leben. Naomi Klein schreibt sehr direkt darüber, wie die Dinge liegen, und dass die Zeit des Wartens vorbei ist – etwas, das langsam jeder Mensch begreifen sollte. Insbesondere wir, die in den reichen Ländern leben und maßgeblich am Klimawandel und Co. beteiligt sind. Auch wenn die Dicke vielleicht auf den ersten Blick abschreckend wirken kann, wir glauben, dass dieses Buch so viele wichtige und gut recherchierte Infos enthält, dass es sich wirklich lohnt es zu lesen.

Einfach öko

Mit dem Buch „Einfach Öko“ von Marcus Franken und Monika Götze bekommst du über 200 tolle Tipps, wie du dein Leben nachhaltiger gestalten kannst, inklusive vieler Hintergrundinformationen. Zuallererst wird die Frage geklärt, wieso wir überhaupt „öko“ werden sollten und im Anschluss daran gibt es eine „Tour durchs Haus“ begonnen in der Küche, über das Wohnzimmer bis hin zum Balkon. Viele Fakten im Buch sind grafisch ansprechend aufbereitet und es gibt auch immer eine „Ampel“ bei den verschiedenen Tipps, die dir zeigt, wie aufwändig UND effektiv eine bestimmte Handlung sein kann. So ist es super einfach herauszufinden, was du als nächstes leicht in deinem Leben verändern kannst und was davon den größten Nutzen für die Welt hat. Mit diesem Buch fällt es wirklich niemandem mehr schwer nachhaltiger zu leben.

Tiere Essen

Hast du schon mal ….überlegt, was deine Ernährung mit deinem ökologischen Fußabdruck zutun hat? Die letzte Buchvorstellung soll sich einmal mit einem Thema befassen, das nur entfernt etwas mit Zero Waste, im Sinne von Müll vermeiden, zutun hat – und zwar geht es um Ernährung. Wir wollen und werden niemanden bekehren, es geht nur darum sich einmal auch über dieses Thema Gedanken zu machen, denn unser ökologischer Fußabdruck ist zu 13,4% von unserer Ernährung abhängig (Quelle: Umweltbundesamt)
In seinem Buch „Tiere essen“ schreibt Jonathan Safran Foer ganz klar darüber, welche ökologischen Auswirkungen unser immenser Konsum an tierischen Lebensmitteln (insbesondere Fleisch) hat.
Er selbst ist Vegetarier (nicht Veganer, wie man vielleicht denken sollte bei der Thematik) und er berichtet sehr sachlich über dieses vermeintlich schwierige Thema.
Wir wissen, dass sich hier die Geister extrem scheiden, deshalb unsere Empfehlung: Lies dir selbst die Infos an, die er teilt (mit sehr guten Quellen).

Wir hoffen ihr konntet in unseren Zero Waste Buchempfehlungen ein wenig Inspiration zum Thema Zero Waste Bücher sammeln. Falls wir ein paar wichtige und tolle Zero Waste Bücher vergessen haben, dann schreib uns gern ein Kommentar.
Noch mehr spannende Ideen un ein kleines Interview mit uns findest du hier:

Vegan Zero Waste – Beim Veganismus Müll sparen

Wie kannst du Veganismus und Zero Waste miteinander vereinbaren? Darum soll es in diesem Artikel gehen, wir geben dir ein paar nützliche Tipps, wie du vegan Zero Waste leben kannst und beantworten dir grundsätzliche Fragen zum Thema Veganismus, wie beispielsweise, ob vegan Leben überhaupt nachhaltig ist und wenn ja, wieso? Oder, ob es wirklich gesund sein kann sich ohne tierische Produkte zu ernähren. Oder, Wie kann ich vegane Ersatzprodukte nachhaltig ersetzen?

Plastikfreie Ersatzprodukte für vegane Ersatzprodukte

1. Milch, Sahne & Kokosmilch

Falls du dich bereits mit dem Thema vegan Zero Waste auseinandergesetzt hast, dann hast du dich bestimmt schon gefragt, wie du Milch und Sahne ersetzen kannst oder ebenso, woher du Kokosmilch ohne Dose bekommst.

Tatsächlich brauchst du für keines, der drei oben genannten Lebensmittel eine in TetraPak oder Dose verpackte Alternative kaufen, denn du kannst (fast) alles innerhalb weniger Minuten selbst machen.

Für Nuss-Pflanzenmilch:

  • 2 EL Nussmus deiner Wahl
  • 750ml Wasser
  • eine Prise Salz
  • 2 Datteln (oder eine andere Süße)
  • eine Prise Zimt – optional
  • einen Mixer oder einen Rührbesen (beim Rührbesen musst du eine flüssige Süßungsvariante nehmen)

    Das Ganze wird dann einfach gemixt und schon ist deine Pflanzenmilch fertigt. Bei uns hält sie im Kühlschrank meist 4-5 Tage.

Soja-Pflanzenmilch:

  • 120 g gelbe Sojabohnen
  • 1,2 l Wasser
  • Bohnen abspülen und dann 12h in einer vollen Wasserschüssel einweichen lassen.
  • Dann das Wasser abgießen (kann man zum Pflanzengießen nehmen), Bohnen in den Mixer geben und mit den 1,2 l Wasser auffüllen und Mixen.
  • Die entstandene Flüssigkeit in einem Topf 30 min köcheln lassen (ständig rühren!).
  • Die heiße Milch dann noch durch ein Tuch/Nussmilchbeutel in ein Gefäß abgeseihen und anschließend in eine Flasche füllen
    Haltbarkeit: 3-4 Tage

Sahne:

Es gibt viele verschiedene Rezepte für veganen Sahne-Ersatz. Wir stellen dir heute die einfachste Variante vor und zwar: Nussmus! Gib einfach ein paar EL Nussmus zu deiner Sauce und du hast ein super cremiges Ergebnis.
Besonders gern mögen wir allerdings Kokosmilch als Sahneersatz, um hier die Dosen zu umgehen, brauchst du einfach nur ein Glas mit Kokosmus.
4 EL davon bilden das Äquivalent zu einer Dose Kokosmilch, je nachdem, wie viel Wasser du dann noch zur Sauce/Suppe gibst, wird sie mehr oder weniger cremig.

2. Joghurt

Das zweite Produkt, dass es nicht unverpackt im Supermarkt gibt, ist veganer Joghurt. Bisher gibt es ihn nur in Plastik verpackt und das ist natürlich nicht unser Ziel. Doch auch hier gibt es eine einfache DIY Lösung. Dafür musst du dir zwar etwas mehr Zeit nehmen, aber am Ende sparst du wieder Geld und einiges an Verpackungen. Um zum Rezept zu kommen, empfehlen wir dir die Seite von springlane.de, welche dir viele verschiedene Varianten aufzeigt, wie du veganen Joghurt herstellen kannst, egal ob mit oder ohne Joghurtmaschine. Zudem gehen sie auch noch auf die Herstellung mit verschiedenen Pflanzenmilchsorten ein (Hafermilch, Cashewmilch, Mandelmilch, Kokosmilch und Sojamilch).

Besonders gut: Als Zutaten benötigst du nur Pflanzenmilch, die du ganz leicht selber machen kannst und Joghurtferment (das gibt es z.B. im Bioladen, aber natürlich auch online und sogar im Glas.

Hast du dich bereits an selbstgemachtem veganen Joghurt versucht und wie war dein Ergebnis? Hinterlass uns gern ein Kommentar.

Vegane Ersatzprodukte retten

Du möchtest nicht auf das ein oder andere vegane Ersatzprodukt verzichten? Dann nutze die Möglichkeit Lebensmittel zu retten, anstatt es im normalen Supermarkt zu besorgen. Was heißt jetzt „Lebensmittel retten“ genau? Das bedeutet, dass du Produkte nimmst, die nicht mehr im normalen Verkauf verkauft werden können (z.B. aufgrund des MHDs, Alter Verpackung o.Ä.). Die Lebensmittel sind immer noch genießbar, würden aber mitsamt Verpackung auf dem Müll landen. Deshalb macht es Sinn, sie zu retten und nur die Verpackung wegzuwerfen, anstatt dass Verpackung UND Lebensmittel weggeworfen werden.
Mittlerweile wollen viele Unternehmen etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun und gerade bei Fertigprodukten und Snacks gibt es da einige tolle Anlaufstellen für dich.
Und ja, auch wenn du evtl. bei dem Ein oder Anderen Anbieter bestellen „müsstest“, ist das immer noch nachhaltiger, als die tierische, nicht gerettete, Variante zu kaufen, warum erklären wir dir ausführlich am Ende dieses Artikels.

Zum einen gibt es foodsharing.de hier werden Lebensmittel von Privatpersonen gerettet und verteilt. Auf ihrer Webseite und Facebook (Foodsharing „deine Stadt“) erfährst du alles über sie und ihr Konzept.

Auch online gibt es inzwischen viele Anbieter:
sirplus.de verkauft nur gerettete Lebensmittel (sie haben auch schon ein paar Shops in Berlin, wo du auch Frisches und Kühlware kaufen kannst).

veggiespecials verkauft außschließlich vegane Ersatzprodukte, die nicht mehr im normalen Handel verkauft werden können.

Beim kokku findest du viele vegane Ersatzprodukte und sie haben auch einen extra Sektor, in welchem du Produkte kaufen kannst, die über dem MHD sind.

schokoladen-outlet.de hier findest du vegane und nicht vegane Bio-Bruchschokolade und andere (salzige) Leckereien. Diese wird zwar auch wieder im Plastikbeutel geliefert, aber du hast dann gleich einen 500gr/1000gr Beutel, anstatt Verpackungen von mehreren Tafeln, außerdem sind auch hier alle Produkte Lebensmittel, die nicht mehr im normalen Verkauf gehen würden.

Solltest du Schwierigkeiten haben Obst und Gemüse Bio und unverpackt zu bekommen, könnten die Retterboxen von Rübenretter oder Etepetete für dich interessant sein.
Du siehst also, selbst wenn du nicht alles selbst machen kannst oder willst, hast du viele Möglichkeiten mehr vegane Lebensmittel in deinen Alltag zu integrieren, ohne dir Sorgen um einen enormen Müllberg zu machen.

Vegan Zero Waste – Warum eigentlich vegan?

Welche Auswirkungen hat die Auswahl unserer Lebensmittel auf die Welt?
In diesem Abschnitt unseres Artikels soll es einmal darum gehen sich selbst zu hinterfragen, ob wir wirklich so weiter essen möchten/sollten, wie wir es bisher getan haben. Und mit „wir“ ist unsere gesamte Gesellschaft gemeint.

Es geht nicht darum, jemandem ein schlechtes Gewissen einzureden, Angst zu machen oder zu bekehren, sondern um Anregungen und Denkanstöße.

vegan zero waste
© Jahoo Clouseau

Warum vegan? – Der CO2 Fußabdruck unserer Lebensmittel

Ob man nun an den Klimawandel glaubt oder nicht, Fakt ist, durch den Menschen gibt es einige wenige Tierarten in einer unglaublichen Menge, die natürlich so nie zustande gekommen wäre. Schweine, Hühner, Puten und Kühe werden zu Milliarden jährlich weltweit geschlachtet. Allein in Deutschland sind es jedes Jahr 750 Millionen Tiere, die für uns zur Schlachtbank geführt werden. In einer Welt ohne den Menschen, würde es diese Menge nicht geben.

All diese Tiere verbrauchen Ressourcen, Futter, Wasser und Platz. Dazu kommt, dass die Nutztierhaltung 37% der vom Menschen verursachten Methanemission ausmacht. Methan ist deshalb ein problematischer Faktor, weil es als Treibhausgas über 20x schädlicher ist im Vergleich zu CO2.
Ein weiteres großes Problem ist der Anbau des Futters (meist Soja und Mais). Durch die verwendeten Düngemittel wird das Treibhausgas Lachgas freigesetzt, dieses ist sogar über 250x schädlicher als CO2. (Quelle: Vebu/ Buch: Tiere essen)
Doch das Futtermittel bringt noch eine andere Schwierigkeit mit sich, denn für Mais und Soja wird auch Platz benötigt und für ihn werden die Regenwälder, die die Lunge unserer Welt darstellen, gerodet. 80% des gerodeten Waldes für Soja ist für Futtermittel, 18% für Biodiesel und Co. und lediglich 2% für Lebensmittel. (Quelle: Oro Verde)

Das bedeutet tierische Produkte wirken sich sowohl durch die Masse der Tiere und ihre Ausscheidungen als auch durch die Menge, die sie an Futter benötigen extrem schädlich auf unseren Planeten aus.

Auf zwei Zahlen heruntergebrochen hat unser Konsum an tierischen Produkten Folgendes als Auswirkung: Die Tierhaltung verursacht 50% der durch die menschliche Ernährung verursachte Treibhausgasemission. Der UN Zufolge, ist der Nutztiersektor für 18% der Treibhausgasemission verantwortlich. Das sind 40% mehr als der Transportsektor)

Du kannst also durch eine Ernährung, bei der du deinen Konsum tierischer Produkte reduzierst oder sogar ganz auf Null bringst, einiges für deinen ökologischen Fußabdruck tun.

Wenn du zu diesem Thema noch mehr Infos möchtest, schaue dir unbedingt die Doku Cowspiracy an, sie behandelt das Thema Klima und Ernährung im Besonderen. Auch die oben genannten Quellen bieten dir noch einige weitere Informationsmöglichkeiten.

Warum vegan? – Ressourcen

Wusstest du, dass tierische Produkte extrem ineffizient sind, in Bezug auf die Ressourcen, die aufgewendet werden müssen, bis du dann das fertige Lebensmittel auf deinem Teller hast?
Um 1 Kg Rindfleisch zu erhalten benötigst du bis zu 9,4 Kg Getreide, 15.400 l Wasser, eine Nutzfläche bis zu 49 m² und 22 Kg Treibhausgase. (Quelle: Albert Schweizer Stiftung)
Das alles für ein Kilo Lebensmittel, welches maximal eine Person für ein oder zwei Tage satt macht, wenn sie nichts Anderes isst.
Auch Käse ist nicht besonders ressourceneffizient, für 1 Kg werden ca. 1000 l Kuhmilch verbraucht und es entstehen um die 8,4 Kg CO2, ganz davon abgesehen, wie viel Futter/Wasser die Kühe zu sich nehmen müssen, um diese Menge Milch überhaupt zu produzieren.
Würde man stattdessen die oben genannten Ressourcen direkt verwerten, würden wesentlich mehr Menschen satt werden, denn niemand schafft es 9 Kg Getreide und 15 000 Liter Wasser in 2 Tagen zu sich zu nehmen.
Und die Milch gehört eigentlich den Kälbern, denn schließlich geben wir unsere Muttermilch auch nicht an andere Tiere ab, oder?

Offensichtlich ist: Am Ende erhalten wir weniger Essen, als das, was wir zuvor den Tieren zuführen. Auch wenn selbstverständlich Tomaten, Bohnen und Co. auch Ressourcen zum Wachsen brauchen, schneidet nahezu kein anderes Lebensmittel so schlecht ab, wie tierische Produkte.
Am Ende kommen weniger Eiweiße, weniger Kohlenhydrate und weniger Vitamine raus, als wenn wir einfach direkt pflanzliche Lebensmittel zu uns nehmen würden.
Oh und wusstest du schon? Rein hypothetisch könnten wir für 4 Mrd. weitere Menschen Lebensmittel produzieren, als wir es aktuell tun (ca. 12 Mrd.), wenn die gesamte Landwirtschaft auf vegane Ernährung umstellen würde. Das muss nicht das Ziel sein, macht aber deutlich, dass es nicht zu Hungersnöten kommen würde, wenn auf einmal alle vegan wären. Quelle: Buch, „Wieso? Weshalb? Vegan!“

Wir denken, die oben genannten Zahlen machen deutlich, dass wir den Konsum von tierischen Lebensmitteln (zumindest in der Menge) überdenken sollten. Wenn du also das nächste Mal ein Ei, Käse oder Fleisch isst, kannst du ja daran denken, was du da eigentlich noch alles auf dem Teller hast, nämlich einen Haufen Getreide, Wasser und Co., welche dir zu deinem Genuss verholfen haben und vielleicht, leider, dafür an anderen Orten fehlen.

Warum vegan? – Gesundheit

„Menschen die sich vegan ernähren, leiden grundsätzlich über kurz oder lang an Mangelernährung! Ihnen fehlt Protein, B12, Eisen etc. pp.!“
Das ist so ziemlich die Standardreaktion, die viele im Kopf haben, wenn es um Veganismus geht. Aber gerade beim Thema Ernährung kann man nahezu nichts pauschalisieren. So ist Zucker nicht grundsätzlich Gift und eine vegane Ernährung geht nicht zwangsläufig mit Mangelerscheinungen einher.
Tatsächlich gibt es mittlerweile sehr viele Studien, die belegen, dass eine pflanzenbasierte, vollwertige Lebensweise sogar einige Erkrankungen vorbeugen kann, die von Fleisch und Co. eher begünstigt werden.
Oft sind Studien, die vermeintlich das Gegenteil von dem beweisen sollen, oft von Milch/Fleischkonzernen finanziert werden. Wie du vielleicht siehst, besteht da ein Interessenskonflikt. Denn die Konzerne bezahlen natürlich nicht dafür, dass ihre Produkte am Ende schlecht dastehen.

Laut der Vegetarierstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums haben Vegetarier eine 30% geringeres Risiko an einem Herzinfakrt zu sterben.
Laut der Adventist Health Study 2, ist das Diabetes Risiko von Vegetariern/Veganern nur halb so hoch, wie das der Fleischessenden Menschen.

Auch die Bücher „How Not To Die“ von Dr. Michael Greger und „Vegan Klischee ade!“ von Niko Rittenau können wir dir absolut ans Herz legen. In ihnen erfährst du auch, wie du dich gesund vegan ernähren kannst. Denn das ist definitiv ein wichtiger Punkt: Wer gesund sein möchte, muss auch Bescheid wissen, was er dafür essen sollte, und alle tierischen Produkte durch vegane Alternativen zu ersetzen funktioniert leider nicht. Deshalb: Wenn du gerne vegan werden oder allg. weniger tierische Lebensmittel essen willst, dann nimm dir Zeit für die Umstellung, informier dich gut, such dir leckere, einfache Rezepte und schau was dir gut tut.

Warum vegan? – Ethik

Kommen wir zu dem letzten Aspekt, wieso eine pflanzenbasierte Ernährung für uns sinnvoll erscheint. Die Ethik. Dieser Punkt hat weniger mit Zero Waste im Außen zu tun, doch wir finden auch Empathie und Respekt sind zwei wichtige Schlüsselthemen, die in unser aller Leben gehören.
Fakt ist, dass viele Menschen keine Empathie für sogenannte Nutztiere aufbringen können, von Respekt ganz zu schweigen. Unsere Hunde und Katzen werden liebevoll behandelt, aber wie es dem Tier ging, das einmal unser Steak war, das hinterfragen wir nicht. Dabei finden die meisten Kälber, Ferkel und Küken süß, wir essen sie und ihre großen Artgenossen aber trotzdem, ohne einen Gedanken an sie zu verschwenden. Was viele nicht wissen, nahezu all die Tiere, die wir essen sind soziale Wesen, sie haben bestimmte Vorlieben, kuscheln mit befreundeten Artgenossen und rufen sich gegenseitig, wenn sie voneinander getrennt werden.
Besonders leicht ist das bei Kühen zu beobachten, sie werden oft sehr schnell von ihren Kälbern getrennt, denn die Milch, die eigentlich Babynahrung für das Kälbchen ist, soll ja vom Menschen getrunken werden. Eigentlich ziemlich paradox oder? Wenn eine Hündin Junge geboren hat, würden wir niemals auf die Idee kommen ihre Milch zu trinken und sie den Welpen wegzunehmen. Wieso tun wir es dann bei Kühen? Wieso separieren wir Sauen von ihren Ferkeln so, dass sie sich nicht richtig um ihre Babys kümmern können?
Wieso schreddern wir männliche Küken jeden Tag zu Hunderten, anstatt sie mit der Glucke aufwachsen zu lassen? Und wieso darf kaum eines der „Nutztiere“ auch nur die Hälfte seiner eigentlichen Lebenszeit auf der Welt verbringen, sondern wird vorher von uns umgebracht?

Die Antwort ist sehr einfach: Weil es schmeckt, weil wir für ein paar wenige Minuten Genuss sehr schnell vergessen können, was alles hinter einem Stück Fleisch, Fisch oder einem Ei steht. Denn wir sind extrem distanziert von den Tieren, die wir tagtäglich essen. Wir sehen sie nicht, denn sie werden weit weg von den meisten Menschen gehalten.
Wir distanzieren uns auch in der Sprache von ihnen. Wenn das, was wir mit den Tieren tun mit Menschen passieren würde, würden wir folgende Wörter nutzen: Vergewaltigung, Kidnapping, Sklaverei, Ausbeutung, Massakrieren, Töten etc. Aber stattdessen verwenden wir Worte, die bedeutend harmloser klingen (oder wir sprechen sie gar nicht erst an):
Besamung, Entwöhnung, Haltung, Schlachtung.

Das mag jetzt vielleicht alles sehr dramatisch klingen, doch Fakt ist, dass genau diese Dinge sehr vielen Tieren jeden Tag angetan werden.

Nicht jede Kuh lebt so, es gibt auch Bauern, die achtsamer mit ihren Tieren umgehen, doch auch sie sterben am Ende für uns.

Die Frage ist, wie genau können wir das noch rechtfertigen in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen auch ohne tierische Produkte ohne Mängel leben könnten?

Die nachhaltigste Ernährungsweise –
regional / saisonal / vegan / bio

Jetzt haben wir dir allerhand Fakten zum Thema vegan Zero Waste leben aufgetischt und du fragst dich sicher, was denn jetzt aber die nachhaltigste Ernährungsweise überhaupt ist?

Die nachhaltigste Ernährungsform erfüllt folgende Attribute:

  • saisonal
  • regional
  • pflanzenbasiert
  • bio
  • möglichst frische Lebensmittel
  • verpackungsarm (plastikfrei)
  • Supplemente von Vitamin B12 und D
    Tatsächlich wird auch den meisten „Nutz“Tieren mittlerweile B12 supplementiert, da sie für gewöhnlich nicht das Futter bekommen, welches sie normalerweise essen würden. Ob du also B12 über die Supplemente der tierischen Produkte oder einer Tablette zu dir nimmst macht in Bezug auf das Vitamin selbst keinen Unterschied, aber Achtung bei der Auswahl und Qualität der B12 Präparate und der Supplementdosierung, dass diese nicht zu hoch ausfällt, denn das wiederum kann auf Dauer krebserregend sein.

Wie gesagt, es geht nicht darum, alles sofort perfekt umzusetzen, sondern sich lediglich bewusst vor Augen zu halten, welche Lebensmittel je nach Jahreszeit besonders nachhaltig sind und welche nicht.

Wir hoffen, dass wir dir ein paar neue Vegan Zero Waste Inspirationen liefern konnten!