Zero Waste Küche: 10 Tipps, um Müll zu vermeiden

Gerade wenn du dich ganz neu mit dem Thema Zero Waste beschäftigst und voller Elan und Motivation steckst, kann es passieren, dass du entweder über das Ziel hinausschießt und sofort alle Plastikgegenstände in deiner Küche wegwirfst oder du maßlos überfordert bist, wo du überhaupt anfangen sollst. Damit weder der eine, noch der andere Zustand eintritt, haben wir heute 10 wunderbare 10 Tipps für dich, die dir helfen deine Zero Waste Küche zu gestalten und darin Müll zu vermeiden.
Du brauchst dich übrigens nicht schämen, wenn du zu spät auf unseren Artikel stößt und schon die Hälfte deiner Tupperdosen aus Plastik entsorgt hast. Uns ging es vor ein paar Jahren ganz genau, wie dir.

1. Ersetze deinen Plastikschwamm in deiner Zero Waste Küche

Statt einen Plastikschwamm zu verwenden, der nicht lange hält und den du regelmäßig entsorgen musst, hast du die Möglichkeit, einen Kupferlappen oder eine Holzbürste zu verwenden. Beide Alternativen sind in unseren Augen viel effektvier als ein klassischer Plastikschwamm und bringen einen großen Mehrwert in deine Zero Waste Küche.

2. Du brauchst keine “Küchenrolle”

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich früher eine inflationäre Nutzerin von klassischer Küchenrolle war. Ups, hier etwas verschüttet – zack, schnell mal mit zwei, drei Stücken Küchenrolle drüberwischen, statt einen Lappen zu verwenden. Dabei ist Küchenrolle eigentlich ein ziemlich überflüssiges Utensil in unseren Küchen, denn wegwischen kannst du ganz klassisch mit einem Lappen oder Geschirrtüchern.

3. Weg mit der Alu- oder Klarsichtfolie

Alu- und Klarsichtfolie mögen zwar in manchen Situationen sehr praktisch sein, aber wenn du mal ganz ehrlich zu dir bist: du benötigst sie eigentlich nicht wirklich! Statt dein Essen in Alufolie oder Klarsichtfolie einzuwickeln, packe es lieber in luftdichte Dosen. Wenn du einmal etwas abdecken möchtest, wie zum Beispiel einen Krug, dann kannst du einfach Bienenwachstücher als natürliche Alternative zur Folie verwenden. Diese lassen sich ganz einfach selbst herstellen oder bei verschiedenen Anbietern kaufen.

4. Mach dein Spülmittel selbst

Du spülst viel umweltschonender dein Geschirr, wenn du dein Spülmittel selbst machst. Inzwischen gibt es im Internet zahlreiche Rezepte für dein DIY Spülmittel in deiner Zero Waste Küche. Sauberkasten bietet beispielsweise Sets an, in denen du alle Zutaten für dein DIY Spüli erhältst.

5. Verschenke deine Plastikdosen

Ein absoluter Zero Waste Fail, den wir begangen haben, als wir damals anfingen den Zero Waste Lebensstil in unseren Alltag zu integrieren, war, dass wir sämtliche Plastikgegenstände einfach weggeworfen haben. Tu das bitte nicht, wenn du deine Zero Waste Küche einrichtest. Wenn du die Plastikdosen nicht weiter verwenden möchtest, dann verschenke sie an Freunde, Nachbarn oder stelle sie in eine “Zu Verschenken”-Kiste vor dein Haus. Irgendjemand wird sie noch verwenden können und sich darüber freuen. Als Alternativen eignen sich Edelstahl- oder Glasdosen zum Aufbewahren deiner Lebensmittel.

6. Nutze eine Frenchpress in deiner Zero Waste Küche

Kaffeekapseln sind eine der großen Müllsünden unserer heutigen Zeit. Versuche alle deine Kapseln erst einmal aufzubrauchen, bevor du dir über eine Alternative Gedanken machst. Denn noch schlimmer als die Verwendung dieser Kapseln wäre, wenn du sie jetzt unbenutzt entsorgen würdest. Für die Zukunft empfehlen wir dir eine Frenchpress oder ein Espresso-Kännchen, um deinen Kaffee zuzubereiten.

7. Fülle deine Gewürze im Glas nach

Statt deine Gewürze immer wieder in kleinen Plastikbeutelchen zu kaufen, kannst du dir deine Glasbehälter in einem Gewürzladen nachfüllen lassen und so Verpackungsmüll einsparen. Falls sich kein Gewürzladen in deiner Umgebung befindet, lohnt es sich auch Gewürze in großen Verpackungsgrößen online zu bestellen und dich mit deinem Familien- oder Freundeskreis reinzuteilen.

8. Verwende Holzutensilien

Wenn du all deine Plastik-Kochutensilien verschenkt hast, muss Ersatz für deine Zero Waste Küche her. Optimal geeignet für die schonende Nutzung in Pfannen und Töpfen sind natürlich Holzutensilien. Ein riesiger Vorteil von Holzkochlöffeln ist deren Langlebigkeit.

9. Verzichte auf Brotbeutel aus Plastik

Ich selbst habe zwar nie einen Brotbeutel aus Plastik verwendet, aber es gibt viele Menschen, die ihr Brot in einem Plastikbeutel aufbewahren, damit es nicht austrocknet. Für deine Zero Waste Küche eignen sich allerdings ein Brotbeutel aus Stoff oder ein Brotkasten aus Holz oder Keramik, um dein Brot gut zu verstauen.

10. Nutze Glas- oder Metalltrinkflaschen

Verzichte darauf abgepacktes Wasser in Plastikflaschen aus dem Supermarkt zu trinken, sondern fülle deine Trinkflasche mit Leitungswasser auf. Metall- oder Glastrinkflaschen eignen sich super als alltägliche Begleiter. Wenn du unbedingt Wasser mit Kohlensäure trinken möchtest, lohnt sich für dich ein Soda-Stream, mit dem du dein Leitungswasser selbst sprudeln kannst.

10 Zero Waste Fails & wie du sie vermeidest

Hast du manchmal das Gefühl, dass du es niemals schaffen wirst deinem Zero Waste Lifestyle vollkommen gerecht zu werden und ein müllfreies Leben zu gestalten? Vielleicht fällt es dir sogar schwer, überhaupt erst einmal anzufangen, dein Leben auf Zero Waste umzustellen. Keine Sorge, das ist ganz normal und uns ging es ganz genauso. Auch wir haben anfangs einige Zero Waste Fails durchleben müssen, bis wir die für uns besten Routinen und Herangehensweisen entwickelt haben. Wir stellen dir heute 10 Zero Waste Fails vor, die dir auf deinem Weg vielleicht begegnen werden und zeigen dir, wie du sie vermeiden kannst.

10 klassische Zero Waste Fails

1. Alles aus Plastik wegwerfen

Viele Zero Waste Anfänger überkommt am Anfang das Gefühl, sich von sämtlichen Gegenständen in ihrem Haushalt, die aus Plastik bestehen trennen zu müssen. Auch uns ging es am Anfang so, dass wir Tupperdosen, Shampooflaschen & Co einfach gedankenlos weggeworfen haben, bevor wir eigentlich begriffen, worum es bei Zero Waste überhaupt geht. Wenn du beginnst Zero Waste zu leben, dann musst du nicht alle Plastik Gegenstände aus deinem Leben verbannen. Im Gegenteil, mache dir Gedanken, welche Gegenstände du wirklich nicht mehr nutzen möchtest und verschenke diese über eine “Zu Verschenken”- Kiste oder einschlägige und regionale Facebookgruppen. Alle anderen Produkte, die du noch zu Hause hast, die in einer Plastikverpackung stecken, solltest du unbedingt aufbrauchen. Das kann manchmal auch Jahre dauern, bis du wirklich alle deine Cremes, Kosmetik und Shampoos aufgebraucht hast.

2. Kilometerweit fahren, um im Unverpackt Laden einzukaufen

Zu Beginn deiner Zero Waste Reise ist alles noch sehr aufregend und neu. Du musst erst die richtigen Routinen entwickeln, um entspannt einkaufen zu können. Klar ist es verlockend, im nächsten Unverpacktladen seine Einkäufe zu machen. Allerdings lohnt sich das absolut nicht, wenn du dafür mehrere Kilometer mit dem Auto durch die Gegend fahren musst, denn dabei pustest du jede Menge CO2 in die Luft, was im Vergleich zum vielleicht anfallenden Verpackungsmüll, noch viel schlimmer ist. Lies dir am besten unseren Artikel zum Thema “Zero Waste ohne Unverpackt Laden” durch, darin erhältst du Tipps, wie du einen Zero Waste Lebensstil etablieren kannst, ohne, dass du einen Unverpackt Laden in deiner Nähe hast.

3. Alles auf einmal umstellen wollen

We feel you! Damals als wir mit Zero Waste angefangen haben, waren wir euphorisch und Feuer und Flamme. Das Gefühl, dass wir sofort alles komplett auf Zero Waste umstellen wollen, trieb uns an und überforderte uns gleichzeitig. Um ein Haar hätten wir wieder aufgegeben, weil es uns als eine zu große Aufgabe erschien, einen kompletten Haushalt Zero Waste zu führen. Unser Tipp an dich also: Nimm dir zuerst einmal einen Raum in deiner Wohnung vor, bei dem du beginnst, alles auf Zero Waste umzustellen. Das kann zum Beispiel die Küche oder dein Badezimmer sein. Wichtig ist, dass du dich am Anfang nicht überforderst, da du sonst schneller das Handtuch wirfst, als dir lieb ist. Rufe dir immer wieder in Erinnerung, dass jeder kleine Schritt in ein müllfreieres Leben ein Schritt in die richtige Richtung ist.

4. Unzählige Zero Waste Utensilien kaufen

Einige Zero Waste Anfänger glauben, sie benötigen besondere Utensilien, um Zero Waste in ihrem Leben umsetzen zu können. Also kaufen sie Metall-Strohhalme, Holz-Besteck und Glas-Trinkflaschen, obwohl das vielleicht überhaupt nicht nötig wäre. Prüfe bevor du dir Zero Waste Produkte kaufst, ob du sie wirklich benötigst oder gegebenenfalls durch andere Utensilien, die sich bereits in deinem Haushalt befinden ersetzen kannst.

5. Das Zero Waste Kit oder die Stoffbeutel vergessen

Jeder Zero Wastler kennt es. Man steht beim Einkaufen und hat den Stoffbeutel vergessen. Das kann vor allem zu Beginn sehr nervig sein, da es deine Abläufe im Alltag durcheinanderbringt, du manchmal extra nochmal zuiück nach Hause gehst und viel Zeit verlierst. Unser Tipp an dich ist, dass du dir mehrere Stoffbeutel in deinen verschiedenen Taschen deponierst, damit du, auch wenn du einmal deine Tasche wechselst, sichergehst, dass du immer einen Stoffbeutel dabei hast. Gleiches gilt für dein Zero Waste Kit, mit deinem Besteck und Metall-Trinkhalm. Wenn du weißt, dass du viel unterwegs bist, dann packe es morgens immer in deine Tasche, für den Fall, dass du es am Tag benötigst.

6. Dein Hinweis auf deinen verpackungsfreien Lebensstil wurde vergessen

Manchmal passiert es, dass du eine Bedienung darauf hinweist, dass du den eingeschweißten Keks oder das Päckchen Zucker zu deinem Kaffee nicht benötigst und es später trotzdem auf deinem Teller liegt. In einer solchen Situation brauchst du dich nicht weiter zu ärgern, es lohnt sich allerdings, wenn du den Kontakt zur Bedienung suchst und ihr die verpackten Produkte wieder zurückgibst. So können diese für andere Gäste verwendet werden und du machst sie auf das Thema Zero Waste aufmerksam. Vielleicht fruchten deine Worte und bei den nächsten Gästen passiert ein solcher Fehler nicht mehr.

7. Essen wegwerfen

Auch uns ist dieser Zero Waste Fail am Anfang manchmal passiert. Du achtest penibel auf ein müllarmes Leben und verzichtest bereits weitestgehend auf Verpackungsmüll, wirfst aber ständig Essen weg, weil du zu viel eingekauft und es nicht rechtzeitig verwertet hast. Damit dir sowas nicht passiert, kannst du über Foodsharing Facebookgruppen oder Apps dein Essen mit anderen Menschen teilen, bevor es schlecht wird. Wenn du nicht genau einschätzen kannst, wie viel Essen du pro Woche benötigst, dann ist es sinnvoll dir einen konkreten Speiseplan mit Gerichten für die Woche zu erstellen, nach dem du anschließend einkaufst. So verwertest du alle Zutaten und wirfst kein Essen mehr weg.

8. Alles richtig machen wollen und sich unter Druck setzen

Unser Anspruch an uns selbst, war vor allem zu Beginn sehr hoch, wir wollten alles richtig machen und auf keinen Fall einen Zero Waste Fail begehen. Es ging sogar soweit, dass wir uns an der Supermarkt-Kasse schämten, wenn ein verpacktes Produkt auf dem Band landetet. “Hoffentlich sieht das keiner.”, war ein Gedanke, der sich im Kopf breitmachte, gepaart mit einem unguten Gefühl im Bauch. Du darfst Fehler machen! Erinnere dich immer wieder daran. Du musst dich nicht schuldig fühlen, wenn du doch mal ein verpacktes Produkt kaufst. Nobody is perfect und das ist auch nicht der Anspruch. Wir brauchen nicht wenige Leute, die Zero Waste perfekt umsetzen, sondern wir benötigen viele viele Menschen, die es unperfekt, aber langfristig in ihr Leben integrieren. Es bringt nichts, wenn du dich unter Druck setzt und deshalb deinen Zero Waste Lebensstil schnell wieder an den Nagel hängst.

9. Du versuchst andere zu missionieren

Einer der größten Zero Waste Fails überhaupt ist der Versuch andere Menschen in deinem Umfeld zu missionieren. Klar ist es wichtig, deine Mitmenschen an deinem neuen Lebensstil teilhaben zu lassen und sie auf das Thema aufmerksam zu machen, aber das sollte auf keinen Fall mit einem erhobenen Zeigefinger passieren. Am besten verbreitest du den Zero Waste Lifestyle, indem du ihn einfach vorlebst, Alternativen aufzeigst und bereitwillig mit anderen ins Gespräch kommst, wenn es sich ergibt. Respektiere die Standpunkte Anderer immer und versuche ihnen nicht deine Meinung aufzuzwingen. Jede(r) tut so viel, wie sie oder er kann.

10. Viel zu viel konsumieren

Zero Waste beschränkt sich nicht nur auf die Reduktion von Verpackungsmüll, sondern bezieht sich auch auf das Hinterfragen deines eigenen Konsums. Ein weiterer Zero Waste Fail ist also, weiterhin so zu konsumieren, wie bisher und die eigenen Kaufentscheidungen nicht zu hinterfragen. Es ist wichtig, dass du dir angewöhnst, dir vor jedem Kauf die Frage zu stellen: Brauche ich das jetzt wirklich? Nimm dir für deine Entscheidungen Zeit. Bei vielen Käufen handelt es sich um Impulskäufe, die auf einer unüberlegten Entscheidung beruhen.

Zero Waste ist eine Reise, kein Ziel

Es wird nicht der Tag kommen, an dem du sagst: “So jetzt lebe ich vollständig Zero Waste.” und darum geht es auch nicht, denn Zero Waste ist kein Ziel, sondern eine Reise. Diese Reise kannst du ganz in deinem Tempo gestalten. Wir versprechen dir es wird aufregend, neu und du wirst eine Menge über dich selbst und unsere Gesellschaft lernen. Wir hoffen, dass dir unser Artikel dabei hilft, einige Zero Waste Fails von Beginn zu vermeiden. Für alle, die bereits etwas länger Zero Waste leben: Welche Zero Waste Fails habt ihr durchlebt? Teilt sie gern mit uns in den Kommentaren.

10 Tipps für deinen perfekten Zero Waste Sommerurlaub zu Hause

Draußen vor deinem Fenster lacht die Sonne, Vögel zwitschern und der Himmel erstrahlt in schönstem Blau. Mit unseren 10 Tipps für deinen perfekten Zero Waste Sommerurlaub zu Hause zeigen wir dir, wie du dir unzählige schöne und nachhaltige Momente in diesem Sommer erschaffst. Dazu musst du nicht extra verreisen, sondern kannst zu Hause bleiben. Wichtig ist, dass du Lust hast, deine Stadt oder dein Dorf mit ganz neuen Augen kennenzulernen.

1. Erstelle eine Zero Waste Sommerurlaub Bucketlist

Bevor du in deinen Zero Waste Sommerurlaub Abenteuer startest, solltest du dir eine kleine Bucketlist mit Aktivitäten machen, die du diesen Sommer erleben möchtest. Vielleicht hast du Lust ein paar unser folgenden Tipps auf deine Liste zu schreiben und uns danach davon zu berichten? Wir freuen uns über jedes Kommentar.

2. Geh spazieren und sammle Müll dabei

Du hast sicher ein Stück Natur in deiner unmittelbaren Umgebung. Falls du in einer Großstadt lebst, dann fahre mit dem Fahrrad raus in die Natur und suche dir eine schöne Route für einen Müll-Spaziergang aus. Bei einem Müllspaziergang im Wald lernst du die Natur mit ganz anderen Augen zu sehen. Oftmals fällt uns nicht auf, wie viel Müll eigentlich in der freien Natur verstreut ist. Achtest du bei einem Spaziergang gezielt darauf, dann wirst du schockiert sein, wo überall Verpackungsmüll zu finden ist. Nimm dir Behältnisse zum anschließenden Entsorgen des gefundenen Abfalls mit. Auch das Tragen von Handschuhen ist keine schlechte Idee, damit du dich nicht schneidest oder an scharfen Kanten verletzt.

3. Wandere auf einen Berg und pflanze einen kleinen Baum

Dein Zuhause bietet viele Möglichkeiten zum Wandern. Such dir die schönste Wanderroute aus, die du noch nicht gegangen bist, oder, die du am liebsten läufst. Deinen Rucksack packst du einfach voller leckerer Snacks in wiederverwendbaren Behältnissen, sodass du beim Picknick keinen Müll produzierst. Als kleines Highlight deiner Zero Waste Wanderung, kannst du einen kleinen Setzling mitnehmen und am Endpunkt deiner Wanderroute einpflanzen. Der kleine Baum lockt dich in Zukunft auch immer wieder auf diese Wanderstrecke, denn schließlich willst du schauen, wie er gedeiht.

4. Schlafe unter freiem Himmel in der Hängematte

Wann hast du das letzte Mal unter freiem Himmel geschlafen? Es wird Zeit, dass du deinen Zero Waste Sommerurlaub mit einer Nacht in der Hängematte aufpeppst. Ist es dir zu unheimlich deine Nacht in der freien Natur zu verbringen, kannst du deine Hängematte auch einfach auf deinem Balkon spannen oder dich mit einer Isomatte auf den Balkonboden legen. Vielleicht hast du aber auch einen Garten, in dem du eine Nacht unterm Sternenhimmel verbringen kannst. Auch umliegende Seen bieten mit ihren Ufern einen wunderbaren Ort, um mit Freunden draußen zu schlafen.

5. Sammle Sternschnuppen

Wenn du planst unseren dritten Zero Waste Sommerurlaubs Tipp umzusetzen, dann haben wir hier noch eine wunderbare Tätigkeit für dich, die du damit verbinden kannst. Suche dir in der Umgebung deines Zuhauses einen Ort, der durch möglichst wenig Lichtverschmutzung beinträchtigt wird und schaue bei einer sternenklaren Nacht in den Himmel. Dort kannst du neben atemberaubenden Sternbildformationen im Sommer unzählige Sternschnuppen sehen. Und vergiss nicht, dir bei jeder gefallenen Sternschnuppe etwas zu wünschen. Deine Wünsche kannst du in einem kleinen Notizbuch festhalten und später nachlesen, ob sie vielleicht sogar in Erfüllung gegangen sind. Inzwischen gibt es auch viele verschiedene Sternbild-Apps, die dir verraten, welche Sternformationen du vor Augen hast.

6. Besuche deine Stadt oder dein Dorf, als wärst du Tourist

Nimm dir Zeit deine Stadt oder dein Dorf einmal mit anderen Augen zu sehen. Plane einen kleinen Tagesausflug, als würdest du ihn für Freunde, die das aller erste Mal zu Besuch kommen planen und informiere dich über wichtige historische Eckdaten, interessante Fakten und gut gehütete Geheimnisse in deinem Heimatort. Mache anschließend den Tagesausflug selbst und besichtige die Plätze, zu denen du dir das neue Hintergrundwissen angeeignet hast. Wir versprechen dir, du wirst sie mit ganz anderen Augen sehen und viel schöner, als vorher finden.

7. Lade deine Freunde zu deinem Zero Waste Sommerurlaub ein

Am schönsten ist es natürlich, wenn du deinen Zero Waste Sommerurlaub mit deinen Freunden verbringst. Lade sie am besten zu deinen geplanten Zero Waste Aktivitäten ein. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: du erlebst tolle Dinge mit ihnen gemeinsam und du verbreitest charmant, ohne zu missionieren, deine nachhaltige Vision von einem müllarmen Leben.

8. Plane eine Zero Waste Grillparty

Sommer ist die Zeit zum Grillen. Leider fällt beim Grillen für gewöhnlich super viel Verpackungsmüll an. Das muss aber nicht sein, wenn du bei deiner Grillparty ein paar Dinge beachtest. Bitte deine Freunde ihre Salate nur aus unverpackten Lebensmitteln selbst zu machen. Um deinen Grill-Abend besonders nachhaltig zu gestalten, kannst du nur auf vegetarisches Grillgut setzen. Indem du Soja- oder Seitansteaks selbst einlegst, hast du eine wunderbare Fleischalternative, die auch Nicht-Vegetarier begeistern wird.

9. Gehe auf einen Natur-Kunst Spaziergang

Die Natur um dich herum hat so viel mehr zu bieten, als du täglich wahrnimmst. Sammle auf einem Spaziergang, bei dem du dich ausschließlich auf die kleinen Details der Natur konzentrierst, schöne Steine, bizarr geformte Stöcke, schöne Blüten oder Gräser. Deine gesammelten Utensilien kannst du Zuhause, oder sogar noch vor Ort, zu deinem ganz eigenen Kunstwerk kombinieren. Lege auf dem Waldboden einfach ein Mandala aus deinen gefundenen Schätzen. Auch Blütenmandalas aus Blumen in deinem Garten sind wahre Kunstwerke, die du im Sommer formen kannst.

10. Begib dich auf eine Mundraubtour

Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gibt es viele veschiedene Bäume, Sträucher und Kräuter, die der Öffentlichkeit gehören und nur darauf warten geerntet zu werden. Das Obst von Straßenbäumen landet oftmals auf der Straße, ohne dass jemand es verwertet. Warum also nicht eine leckere Sauerkirschmarmelade kochen oder einen Pflaumenkuchen backen? Auf der Karte von mundraub.org siehst du genau für deine Stadt, wo du Obst- und Nussbäume oder Kräuterwiesen findest.

Zero Waste ohne Unverpackt Laden: So schaffst du es trotzdem, Müll zu vermeiden

In vielen deutschen Groß- und Kleinstädten gibt es inzwischen Unverpacktläden, in denen du Lebensmittel und Hygiene-Artikel unverpackt kaufen kannst. Aber nicht überall hast du die Möglichkeit so unproblematisch unverpackt einzukaufen. Wie du Zero Waste ohne Unverpackt Laden umsetzen kannst und es schaffst Müll zu vermeiden, erklären wir dir im heutigen Artikel.

Zero Waste Lebensmittel kaufen ohne Unverpackt Laden

Besonders, wenn du in einer eher ländlicheren Region lebst und nur die herkömmlichen Supermärkte in deinem näheren Umfeld hast, bedarf es schon einiger Tricks und Kniffe, um Zero Waste auch ohne Unverpackt Laden umsetzen zu können. Mit den folgenden 7 Tipps schaffst du es auch ohne Lose-Laden, Müll zu vermeiden:

  • Kaufe regionales Bio-Gemüse und -Obst, zum Beispiel auf Märkten oder, indem du eine Bio-Kiste bestellst. Suche einfach mal mit der Suchmaschine deiner Wahl nach Ökokiste + dein Ort
  • Bestelle deine Lebensmittel über die Online-Angebote von “Unverpackt für alle” oder “Unverpackt Versand”
  • Rette Lebensmittel, auch wenn diese meistens verpackt sind. Bei Rübenretter, Sirplus, veggie specials & Co kannst du unterschiedlichste Produkte retten
  • Nutze Food-Sharing Angebote in deiner Region, wie beispielsweise in Facebook-Gruppen, Ebay-Kleinanzeigen oder nebenan.de
  • Verzichte beim Bäcker auf Papiertüten, sondern bring deine eigenen Stoffbeutel mit
  • Sammle Kräuter und Beeren in der Natur
  • Baue Obst, Gemüse und Kräuter in deinem eigenen Garten an

Zero Waste Hygiene-Artikel fürs Bad ohne Unverpackt Laden

Auch im Bad fällt bekanntlich viel Plastik-Müll an, umso leichter ist es aber für dich auch ohne Unverpackt Laden dein Badezimmer in eine Zero Waste Oase zu verwandeln. Mit den folgenden Tipps gelingt die Müll-Vermeidung:

  • Stelle dir deine Kosmetikprodukte selbst her. Vor allem Reiniger und Waschmittel kannst du ganz leicht selbermachen. Im Internet findest du zahlreiche Rezepte, wie es dir gelingt deine eigenen Hygiene-Artikel herzustellen
  • Nutze Online-Angebote von Marken, wie Sauberkasten, ultra-green und Co., um deine Hygiene-Produkte fürs Bad zu bestellen
  • Hinterfrage deinen Konsum. Benötigst du wirklich 10 Cremes und 5 verschiedene Shampoos? Vielleicht reicht tatsächlich ein Stück Seife zum Waschen deines Körpers aus und deine Haare wäschst du mit der No-Poo-Methode.

Was du sonst noch tun kannst, um Zero Waste ohne Unverpackt Laden zu leben

Zu guter letzt haben wir noch ein paar allgemeine Tipps und Tricks für dich, die du umsetzen kannst, um auch ohne Unverpackt Laden, so gut es eben geht, Zero Waste zu leben:

  • Frage dich vor jedem Kauf, ob du das gewünschte Produkt wirklich brauchst. So verhinderst du Impuls-Käufe und lernst dein Konsum-Verhalten zu reflektieren
  • Tausche oder leihe Dinge in deinem Freundeskreis. Du musst nicht immer alles selbst besitzen. Gerade bei Gegenständen, die du eher selten verwendest, lohnt es sich, diese bei deinen Freunden zu leihen.
  • Kaufe Second Hand statt neu. Wenn du etwas doch unbedingt selbst kaufen musst, dann versuche es Second Hand zu erwerben, anstatt es neu zu kaufen, damit verhinderst du die Verschwendung wertvoller Ressourcen.
  • Repariere deine Sachen, bevor du sie einfach wegwirfst und etwas neues kaufst.
  • Wenn du etwas online bestellst, dann schließe dich mit Nachbarn oder Freunden zusammen. Vermeide Retouren und verwende ggf. Verpackungsmaterial, wie Kartons ein zweites Mal. Achte ebenfalls darauf, dass du nur bei nachhaltigen Unternehmen bestellst.

Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen, dass du auf einem guten Weg bist und dir nicht zu viel Druck machen solltest, wenn du versuchst Zero Waste ohne Unverpackt Laden umzusetzen. Bereits wenn du in einigen Bereichen auf einen nachhaltigen Konsum achtest und deine Kauf-Entscheidungen hinterfragst, machst du einen großen Schritt in die richtige Richtung hin zu einem grüneren Lifestyle, mit dem du hoffentlich viele weitere Menschen anstecken wirst.

8 Zero Waste Sommertipps

8 Tipps für deinen Zero Waste Sommer

Was haben wir sehnlich auf ihn gewartet und inzwischen ist er da, der Sommer 2021. Vielleicht hast du schon die ersten Nachmittage am See verbracht oder du bist sogar schon im Sommerurlaub unterwegs. Egal, wo du bist, zu Hause, in der Stadt, am Meer, in den Bergen, wir haben 8 Tipps für dich, die deinen Zero Waste Sommer um so einiges nachhaltiger und grüner machen.

1. Trinke Leitungswasser & nutze eine Trinkflasche

Wir haben es alle schon mal erlebt, die Sonne gibt alles und es sind 30 Grad im Schatten. Besonders wichtig ist es dann, dass du genügend Flüssigkeit zu dir nimmst, am besten Wasser, damit dein Körper auf die Hitze angemessen reagieren kann. Mit einer wiederbefüllbaren Trinkflasche umgehst du das Risiko während deiner Sommer-Ausflüge plötzlich ohne etwas zum Trinken dazustehen. In vielen Orten gibt es inzwischen öffentliche Wasserhähne, an denen du deine Trinkflasche auffüllen kannst. Wenn du ungern Wasser trinkst, haben wir den ultimativen Tipp für dich: Pimpe dein Wasser mit leckeren Sommerfrüchten oder mach dir deinen eigenen “Eis-Tee”. Himbeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren verleihen deinem Leitungswasser einen fruchtigen Geschmack und versorgen dich mit wertvollen Vitaminen.

2. Eis in der Waffel oder im Glas

Unser nächster Tipp dreht sich um DIE Sommer-Spezialität schlechthin, die in deinem Zero Waste Sommer nicht fehlen darf: EIS. Es scheint fast offensichtlich, aber kaufe dein Eis am besten in der Waffel, anstatt im beschichteten Becher, den du anschließend wegwerfen musst. Wenn du zu den Menschen gehörst, die ungern Waffeln essen, dann ist für dich vielleicht die beste Zero Waste Option dein Eis einfach selbst zu machen und anschließend aus dem Glas zu löffeln. Es gibt unendlich viele tolle Rezepte, wie du dein eigenes Eis selber machen kannst. Unser Lieblingseis ist zum Beispiel selbstgemachtes Bananen-Eis mit Zimt, denn es eignet sich wunderbar, um im Supermarkt oder auch zu Hause alte Bananen zu retten, die bereits langsam braun werden. Du schälst deine Bananen einfach und legst sie für eine Weile ins Tiefkühlfach, bis sie gefroren sind. Anschließend mixt du sie in einem Mixer und gibst ein wenig Pflanzenmilch oder Wasser hinzu, bis eine cremige Masse entsteht. Alle Zimt Fans können die Eismischung mit einer Prise Zimt verfeinern und beliebig mit einem Süßungsmittel ihrer Wahl nachsüßen.

3. Stelle dein eigenes Anti-Mücken-Spray her

Mit den lauen Sommerabenden kommen leider jedes Jahr auch die Mücken. Viele Anti-Mücken-Sprays aus dem Laden enthalten allerdings ungesunde Chemikalien, die du eigentlich nicht auf deiner Haut tragen möchtest. Stattdessen kannst du dein eigenes Mückenschutzspray aus ätherischen Ölen, Alkohol und Wasser selbstherstellen. Je nachdem, welche ätherischen Öle du gern riechst, eignen sich vor allem Zitronella-, Lavendel-, Rosengeranie- und Teebaumöl.

4. Sammle Regenwasser zum Gießen deiner Pflanzen

Besonders, wenn es brühend heiß ist und die Sonne auf deinen Garten oder Balkon hinabprasselt, sind deine Pflanzen auf deine Unterstützung angewiesen. Tägliches Wässern ist im Hochsommer fast unumgänglich. Nutze den Sommerregen, um Regenwasser aufzufangen und damit deine Pflanzen zu gießen, um kein wertvolles Trinkwasser zu verschwenden.

5. Achte auf nachhaltigen Sonnenschutz

Viele herkömmliche Sonnencremes enthalten Chemikalien, die du weder deiner Haut, noch dem Gewässer, in dem du badest antun möchtest. Aus diesem Grund solltest du unbedingt auf umweltverträgliche Sonnencremes zurückgreifen, die frei von schädlichen Nanopartikeln und chemischen Inhaltsstoffen sind. Im besten Fall schützt du deine Haut durch Kleidung vor der Sonne und meidest die Tageszeit, in der die UV-Strahlung am intensivsten ist von 11 bis 15 Uhr.

6. Dusche kalt

Bei sommerlichen Temperaturen vergeht dir sicherlich die Lust auf ein heißes Bad. Aber sogar heißes Duschen kannst du im Sommer durch eine kalte Dusche ersetzen. Dadurch verkürzt du die Dauer des Duschens auf ein nötiges Minimum und beugst so der Verschwendung wertvollen Trinkwassers vor. Außerdem sparst du ebenfalls Energie, denn das Wasser muss nicht erhitzt werden. Wenn du umweltverträgliche Seifen verwendest, kannst du dein Duschwasser sogar auffangen, um deine Pflanzen damit zu gießen.

7. Buche Sommerurlaub ohne Flugreise

Verzichte bei deinem Sommerurlaub am besten auf eine Flugreise, sondern entdecke in deinem Zero Waste Sommer wunderschöne Reiseziele in deiner näheren Umgebung, beziehungsweise in anderen Regionen Deutschlands oder Europas, die du locker mit dem Zug erreichen kannst. Dadurch minimierst du deinen persönlichen CO2-Abdruck und lernst Gegenden kennen, die du vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hattest.

8. Leave only Footprints & nimm Müll mit

Für den Fall, dass bei deinen Reisen oder Ausflügen diesen Sommer doch Müll anfällt, dann achte unbedingt darauf, dass du ihn nach deinem Picknick auch wieder mitnimmst. Nichts ist schlimmer, als Touristen, die ihren Müll einfach über all in der Natur verteilen. Ganz nach dem Motto “Leave only Footprints” solltest du die Natur genauso hinterlassen, wie du sie vorgefunden hast. Wenn du Lust hast kannst du sogar kleine “Clean-Ups” in deine Ausflüge mit einbauen. Besonders am Strand bietet es sich an, angespülte Plastikteile in einem Beutel zu sammeln und am Ende deines Spaziergangs ordnungsgemäß zu entsorgen.

intersektionale Nachhaltigkeit

Intersektionale Nachhaltigkeit

Wieso in der Nachhaltigkeitsbewegung die soziale Gerechtigkeit nicht vergessen werden darf

Während das Thema Nachhaltigkeit im Hinblick auf Klimawandel und Umweltschutz immer mehr in den medialen und politischen Fokus rückt, geraten wichtige soziale Aspekte dabei eher in Vergessenheit. Der Großteil der Influencer*innen, Entscheidungsträger*innen oder Mitglieder der Nachhaltigkeitsbewegung sind nicht nur meist weiß, sondern auch privilegierter, als der Durchschnitt. Das erweckt schnell den Eindruck, dass die Bewegung rund um Nachhaltigkeit nur einen Bruchteil unserer Gesellschaft repräsentiert.
Weshalb intersektionale Nachhaltigkeit deshalb umso wichtiger wird und worum es sich dabei genau handelt, erklären wir euch im folgenden Artikel. Bitte beachte dabei, dass unser Artikel lediglich als Einstieg in das Thema der intersektionalen Nachhaltigkeit dient und keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da es sich einfach um ein sehr komplexes Themengebiet handelt, dessen Rahmen wir als Nicht-Experten wohl kaum in einem Artikel abbilden können. Damit du allerdings noch tiefer in die Thematik eintauchen kannst, stellen wir dir eine Reihe von interessanten Links zu weiterführenden Angeboten zur Verfügung.

Was ist intersektionale Nachhaltigkeit überhaupt?

Der Begriff der Intersektionalität leitet sich vom Englishen Wort “intersection” – Schnittmenge / Schnittpunkt ab. Am besten stellst du dir dabei eine Straßenkreuzung vor, die heißt im Englischen nämlich auch Intersection. Intersektionalität beschreibt schlichtweg die Überschneidung von mehreren Faktoren in der Diskriminierung von bestimmten Personengruppen. Das heißt, dass es möglich ist Diskriminierung auf mehreren Ebenen zu erfahren. Beispielsweise sind weibliche, homosexuelle PoC ( People of Colour) gleichzeitig auf mehreren Ebenen der Diskriminierung ausgesetzt.

Diskriminierungen können verschiedenste Formen annehmen und auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen wirken. Oftmals werden dabei Menschen, die sich vom klassischen Bild einer priviligierten, weißen, männlichen, heterosexuellen und körperlich befähigten Person unterscheiden, bewusst oder unbewusst benachteiligt oder abgewertet. Das kann überall passieren in öffentlichen Bildungseinrichtungen, im Supermarkt, im Büro oder auf offener Straße.

Der Begriff “intersektionale Nachhaltigkeit” umfasst also die Einbeziehung von sozialen UND ökologischen Faktoren zu gleichen Teilen. Nicht nur der Umweltschutz, sondern gleichzeitig auch die soziale Gerechtigkeit stehen im Zentrum der Begrifflichkeit.

Wieso ist ein intersektionaler Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit so wichtig?

Wenn du dich bemühst einen intersektionalen Blickwinkel einzunehmen, dann hilft dir das dabei zu verstehen, wieso manche soziale Gruppen bisher nicht so breitgefächert in der Nachhaltigkeitsbewegung vertreten sind, wie andere. Im Umkehrschluss hilft ein solches Verständnis natürlich dabei etwas an dieser Tatsache zu verändern. Intersektionale Nachhaltigkeit sorgt dafür, dass wir ALLE gemeinsam an einer klimafreundlichen Zukunft für unseren Planeten und einem harmonischen Zusammenleben arbeiten, mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe, ohne, dass irgendjemand aufgrund von sozialen Faktoren ausgeschlossen wird.

Oben beschriebene Diskriminierungen, wie Sexismus oder Rassismus (und natürlich viele weitere) gibt es auch in der Nachhaltigkeitsbewegung. Für priviligierte Menschen ist das nicht immer offensichtlich. Du hast also mit einer intersektionalen Perspektive die Möglichkeit zu verhindern, dass manchen Menschen der Zugang zu Nachhaltigkeit und der dahinter stehenden Bewegung erschwert wird.

Was du tun kannst, um in der Nachhaltigkeitsbewegung für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen

Es gibt neben des Einnehmens der intersektionalen Perspektive noch weitere Dinge, die du tun kannst, um für mehr soziale Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeitsbewegung und deinem Leben allgemein zu sorgen:

Reflektiere dich selbst kritisch:

Am Anfang steht natürlich zu allererst der Blick auf dich selbst. Bevor du dich mit den Anderen im Außen beschäftigst, lohnt sich ein Blick nach Innen und auf deine Person. Stell dir am besten einmal die Frage, inwiefern du privilegiert bist und versuche deine entdeckten Privilegien kritisch zu hinterfragen. Du kannst dich dabei beispielsweise fragen, inwiefern das soziale Umfeld, in dem du aufgewachsen bist, einen Einfluss auf dein jetziges Leben hatte. Wie hat es deinen finanziellen Status, deine Bildung, dein persönliches Umfeld und deine Sprache geprägt?

Wenn es dir schwerfällt, dann ist das für den Anfang ganz normal. Hier kann es dir helfen, wenn du dich erst einmal informierst. Zum Beispiel gibt es Bücher und Workshops zum Thema “Kritisches Weiß-Sein”, Rassismus, Feminismus oder Klassismus. Die folgende Liste hilft dir sicher dabei, dich intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen:

  1. @rise.and.revolt: Ein Instagram Account, der dir wichtige Begriffe zum Thema Diskriminierung erklärt und noch viel mehr Input bietet
  2. @wirmuesstenmalreden: Dieser Insta-Account sorgt für ein besseres Verständnis für Themen wie Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit, Kolonialismus, Fettfeindlichkeit, toxische Maskulinität und viele weitere Themen.
  3. @luisalaudace: Erfahre auf diesem Kanal mehr über die Diskriminierung aufgrund von Behinderung (Ableismus)
  4. @seiten.verkehrt: Dieser Kanal beschäftigt sich damit, was passiert, wenn wir Klischees und sexistische Muster einfach umdrehen.
  5. Feuer und Brot: Der Podcast thematisiert eine Vielfalt von gesellschaftlich wichtigen Themen
  6. Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“: In Ihrem Buch thematisiert Alice Hasters Rassismus und schafft ein Bewusstsein dafür, wie häufig weiße Menschen im Alltag rassistische Äußerungen von sich geben, ohne es zu bemerken.

Höre Betroffenen zu und lerne dabei:

Es gibt einige Personen, die bereits Diskriminierungen am eigenen Leib erfahren haben und öffentlich darüber sprechen und so ihre Erlebnisse mit uns teilen. Nimm dir Zeit zuzuhören, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Du kannst aus ihren Erzählungen viel über dein eigenes Verhalten und auch dessen Wirkung lernen. Wenn sich Betroffene kritisch zu deinen Verhaltensweisen äußern, dann nimm dir diese Kritik auch offenherzig an und versuche beim nächsten Mal anders zu handeln. Bedenke bitte, dass nicht alle Betroffenen kostenlose Aufklärungsarbeit für dich leisten. Das solltest du unbedingt respektieren. Außerdem kannst du nicht erwarten, dass jede(r) seine Diskriminierungserfahrungen mit dir teilen möchte, da diese auch sehr traumatisch sein können. Das nötige Feingefühl ist also für ein Gespräch in diesem Bereich sehr wichtig.

Setze dich für Betroffene ein:

Wenn du nun durch Selbstreflexion und offenes Zuhören mehr über die Diskriminierungen in deinem Umfeld gelernt hast, dann scheu dich nicht davor darüber zu sprechen. Mit deinen neu erlangten Erkenntnissen kannst du sicher noch Wissenslücken bei anderen Menschen schließen. Unterstütze Betroffene auch aktiv, wenn du Zeuge von Diskriminierungen wirst. Tolle Workshops zum Thema Zivilcourage, durch die du mit Sicherheit noch viel dazulernen kannst, findest du bei Zara Zivilcourage.

Schaffe Zugänge statt Barrieren

Sei kreativ und entwickle Ideen, wie du es bestimmten Personen Gruppen erleichtern kannst Zugang zur Nachhaltigkeitsthematik zu finden. Denke bei der Umsetzung von Aktionen mit unterschiedlichen Perspektiven. Sprich mit Betroffenen, was sie sich wünschen würden oder wie du ihnen den Zugang zum Thema Nachhaltigkeit erleichtern könntest.

Erste Zero Waste Stadt Deutschlands Kiel

Die erste Zero Waste Stadt Deutschlands – Kiel

Dass Deutschland in Sachen Zero Waste noch nicht so weit ist, wie andere EU-Mitgliedsstaaten, ist nichts Neues. Umso erfreulicher ist es, dass nun Kiel die erste Zero Waste Stadt Deutschlands werden soll. Wir haben uns ihr Konzept näher angeschaut und dir hier in diesem Artikel zusammengefasst.

Zero Waste Städte & Gemeinden in Europa

Bereits seit 2007 beschreitet die Gemeinde Capannori in Italien ihren Weg der Müllvermeidung und war damit Europas erste Zero Waste Gemeinde. 400 weitere Städte und Gemeinden haben sich seit dem dem Vorhaben langfristig keinen Müll mehr zu produzieren angeschlossen, welches durch Zero Waste Europe initiiert und unterstützt wird. Damit du eine Vorstellung davon bekommst, welche Erfolge die Städte bereits erzielen kommen, hier ein paar Zahlen für dich:

  • Ljubljana konnte seine Abfälle um 59% reduzieren
  • Treviso in Italien produzierte weniger als 75Kg Restmüll pro Kopf und Jahr

Aber kann auch Kiel das langfristig schaffen und vor allem wie will die Stadt das erreichen?

Kiels Zero Waste Konzept

Es ist eine tolle Aktion, denn Kiel hat sich als erste Stadt Deutschlands beim internationalen Netzwerk Zero Waste Europe registriert. Mit dieser Maßnahme schreibt die Stadt sich ein ganz klares Ziel auf die Fahne, nämlich die Vermeidung bzw. deutliche Reduktion von Abfällen. Doch durch welche weiteren Schritte, will die Stadt das umsetzen?

In seinem ausführlichen Zero Waste Konzept nennt die Stadt vor allem den konsequenten Ausbau der Abfallvermeidung, der Wiederverwendung sowie das hochwertige Recycling als angestrebte Zielbausteine. Auch die BürgerInnen sollen in die genaue Zielentwicklung mit einbezogen werden, schließlich tragen alle zum Gelingen des Konzeptes bei.
Aber nun mal Butter bei die Fische, was sind denn jetzt wirklich konkret umsetzbare Pläne, die sich die Stadt Kiel gemacht hat, um das Vorhaben die erste Zero Waste Stadt Deutschlands zu werden erfolgreich umzusetzen?

Umsetzungsmaßnahmen in der Verwaltung & Abfallsystemumstellung

  • Einführung von Pay-as-you-throw (PAYT) Konzepten
  • Anpassung der Abfallgebühren
  • Einführung von dezentralisierten Sammelstellen zur weiteren getrennten Sammlung ausgewählter Wertstoffe
  • Überprüfung zur Einführung von Pflicht-Biotonnen
  • Prüfung zur Einführung einer Wertstofftonne
  • Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer
  • Entwicklung eines Zero Waste Guides für die öffentliche Beschaffung, als Vorbild für Unternehmen & Bildungseinrichtungen
  • Einwegverbot in allen städtischen Organisationseinheiten
  • Einwegverbot für Bewirtungen auf öffentlichen Grund
  • Digitalisierung zur Abfallvermeidung in der Verwaltung / papierloses Office
  • Förderprogramm für Zero Waste Initiativen
  • Teilnahme an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung

Geplante Zero Waste Maßnahmen für Kieler Haushalte

  • Einführung eines Windelservice (Wechsel- & Reinigungsservice für Mehrwegwindeln)
  • Zero Waste-Beratungsangebot für Kieler Haushalte
  • Zero Waste-Kulturhaus
  • Einführung einer Zero Waste-Card
  • Förderung von „Keine Werbung“-Aufklebern
  • Plattform für Leihen, Tauschen, Teilen, Reparieren

Geplante Zero Waste Maßnahmen für Kieler Bildungseinrichtungen

  • Becherpfandsystem für Heißgetränke in Bildungseinrichtungen
  • Abfallfreie Mensa
  • Mülltrennung in allen Klassenräumen
  • Förderprogramm und Etablierung von Zero Waste-Schulen
  • Entwicklung von Zero Waste-Schulmodulen
  • Zero Waste-Schulwettbewerb

Geplante Maßnahmenumsetzung für Kieler Gewerbe

  • Zero Waste-Straße
  • Beratungsgespräche vor Gebäudeabbrüchen
  • Selbstverpflichtung zur Nutzung wiederverwendbarer Transportverpackungen
  • Errichtung einer Bauteile- und Bodenbörse Kiel
  • Verpflichtender Rohstoff-Gebäudepass
  • Selbstverpflichtung zum Rezyklatanteil und zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe in öffentlichen Gebäuden in Kiel
  • Beratungsangebot für Unternehmen speziell für industrielle Symbiosen
  • Zero Waste-Wettbewerb für Firmen

Geplante Zero Waste Maßnahmen für den Kieler Handel

  • Rabatte beim Mitbringen von eigenen Verpackungen
  • Selbstverpflichtung für Mehrwegquote im Kieler Handel
  • Förderung unverpackter, regionaler Lebensmittel
  • Mehrweglösungen in Drogeriemärkten
  • Stadtteilmärkte ohne Einwegverpackungen
  • Zero Waste-Label

Geplante Maßnahmen für Zero Waste Events

  • Verbot von Einwegprodukten auf allen Kieler Events
  • Verpflichtung von Foodsharing-Angeboten auf Events in Kiel
  • Zero Waste-Standard für Events in Kiel
  • Aufbau/ Ausbau von Verleihsystemen
  • Mülltrennung auf Events
  • Zero Waste-Picknick

Ab nach Kiel in die erste Zero Waste Stadt Deutschlands

Als ich mir das Zero Waste Konzept der Stadt Kiel durchgelesen habe, hatte ich tatsächlich sehr viele Aha-Momente und ich muss ehrlich sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden, mit welcher Kreativität und offenbar auch Vehemenz Maßnahmen entwickelt worden sind, die sehr vielversprechend klingen. Sollten diese Vorhaben tatsächlich alle so umgesetzt werden, dann könnte es sich tatsächlich lohnen nach Kiel zu ziehen oder aber der ersten Zero Waste Stadt Deutschlands wenigstens mal einen Besuch abzustatten, um sich die eine oder andere Idee für die eigene Gemeinde oder Stadt mit nach Hause zu nehmen. Das vollständige Zero Waste Konzept der Stadt Kiel kannst du übrigens auf kiel.de nachlesen. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen, dass mit der Umsetzung langfristig alles gelingt und sind super gespannt, welche Fortschritte die Stadt Kiel in den nächsten Jahren erzielen wird.