10 Zero Waste Fails & wie du sie vermeidest

Hast du manchmal das Gefühl, dass du es niemals schaffen wirst deinem Zero Waste Lifestyle vollkommen gerecht zu werden und ein müllfreies Leben zu gestalten? Vielleicht fällt es dir sogar schwer, überhaupt erst einmal anzufangen, dein Leben auf Zero Waste umzustellen. Keine Sorge, das ist ganz normal und uns ging es ganz genauso. Auch wir haben anfangs einige Zero Waste Fails durchleben müssen, bis wir die für uns besten Routinen und Herangehensweisen entwickelt haben. Wir stellen dir heute 10 Zero Waste Fails vor, die dir auf deinem Weg vielleicht begegnen werden und zeigen dir, wie du sie vermeiden kannst.

10 klassische Zero Waste Fails

1. Alles aus Plastik wegwerfen

Viele Zero Waste Anfänger überkommt am Anfang das Gefühl, sich von sämtlichen Gegenständen in ihrem Haushalt, die aus Plastik bestehen trennen zu müssen. Auch uns ging es am Anfang so, dass wir Tupperdosen, Shampooflaschen & Co einfach gedankenlos weggeworfen haben, bevor wir eigentlich begriffen, worum es bei Zero Waste überhaupt geht. Wenn du beginnst Zero Waste zu leben, dann musst du nicht alle Plastik Gegenstände aus deinem Leben verbannen. Im Gegenteil, mache dir Gedanken, welche Gegenstände du wirklich nicht mehr nutzen möchtest und verschenke diese über eine „Zu Verschenken“- Kiste oder einschlägige und regionale Facebookgruppen. Alle anderen Produkte, die du noch zu Hause hast, die in einer Plastikverpackung stecken, solltest du unbedingt aufbrauchen. Das kann manchmal auch Jahre dauern, bis du wirklich alle deine Cremes, Kosmetik und Shampoos aufgebraucht hast.

2. Kilometerweit fahren, um im Unverpackt Laden einzukaufen

Zu Beginn deiner Zero Waste Reise ist alles noch sehr aufregend und neu. Du musst erst die richtigen Routinen entwickeln, um entspannt einkaufen zu können. Klar ist es verlockend, im nächsten Unverpacktladen seine Einkäufe zu machen. Allerdings lohnt sich das absolut nicht, wenn du dafür mehrere Kilometer mit dem Auto durch die Gegend fahren musst, denn dabei pustest du jede Menge CO2 in die Luft, was im Vergleich zum vielleicht anfallenden Verpackungsmüll, noch viel schlimmer ist. Lies dir am besten unseren Artikel zum Thema „Zero Waste ohne Unverpackt Laden“ durch, darin erhältst du Tipps, wie du einen Zero Waste Lebensstil etablieren kannst, ohne, dass du einen Unverpackt Laden in deiner Nähe hast.

3. Alles auf einmal umstellen wollen

We feel you! Damals als wir mit Zero Waste angefangen haben, waren wir euphorisch und Feuer und Flamme. Das Gefühl, dass wir sofort alles komplett auf Zero Waste umstellen wollen, trieb uns an und überforderte uns gleichzeitig. Um ein Haar hätten wir wieder aufgegeben, weil es uns als eine zu große Aufgabe erschien, einen kompletten Haushalt Zero Waste zu führen. Unser Tipp an dich also: Nimm dir zuerst einmal einen Raum in deiner Wohnung vor, bei dem du beginnst, alles auf Zero Waste umzustellen. Das kann zum Beispiel die Küche oder dein Badezimmer sein. Wichtig ist, dass du dich am Anfang nicht überforderst, da du sonst schneller das Handtuch wirfst, als dir lieb ist. Rufe dir immer wieder in Erinnerung, dass jeder kleine Schritt in ein müllfreieres Leben ein Schritt in die richtige Richtung ist.

4. Unzählige Zero Waste Utensilien kaufen

Einige Zero Waste Anfänger glauben, sie benötigen besondere Utensilien, um Zero Waste in ihrem Leben umsetzen zu können. Also kaufen sie Metall-Strohhalme, Holz-Besteck und Glas-Trinkflaschen, obwohl das vielleicht überhaupt nicht nötig wäre. Prüfe bevor du dir Zero Waste Produkte kaufst, ob du sie wirklich benötigst oder gegebenenfalls durch andere Utensilien, die sich bereits in deinem Haushalt befinden ersetzen kannst.

5. Das Zero Waste Kit oder die Stoffbeutel vergessen

Jeder Zero Wastler kennt es. Man steht beim Einkaufen und hat den Stoffbeutel vergessen. Das kann vor allem zu Beginn sehr nervig sein, da es deine Abläufe im Alltag durcheinanderbringt, du manchmal extra nochmal zuiück nach Hause gehst und viel Zeit verlierst. Unser Tipp an dich ist, dass du dir mehrere Stoffbeutel in deinen verschiedenen Taschen deponierst, damit du, auch wenn du einmal deine Tasche wechselst, sichergehst, dass du immer einen Stoffbeutel dabei hast. Gleiches gilt für dein Zero Waste Kit, mit deinem Besteck und Metall-Trinkhalm. Wenn du weißt, dass du viel unterwegs bist, dann packe es morgens immer in deine Tasche, für den Fall, dass du es am Tag benötigst.

6. Dein Hinweis auf deinen verpackungsfreien Lebensstil wurde vergessen

Manchmal passiert es, dass du eine Bedienung darauf hinweist, dass du den eingeschweißten Keks oder das Päckchen Zucker zu deinem Kaffee nicht benötigst und es später trotzdem auf deinem Teller liegt. In einer solchen Situation brauchst du dich nicht weiter zu ärgern, es lohnt sich allerdings, wenn du den Kontakt zur Bedienung suchst und ihr die verpackten Produkte wieder zurückgibst. So können diese für andere Gäste verwendet werden und du machst sie auf das Thema Zero Waste aufmerksam. Vielleicht fruchten deine Worte und bei den nächsten Gästen passiert ein solcher Fehler nicht mehr.

7. Essen wegwerfen

Auch uns ist dieser Zero Waste Fail am Anfang manchmal passiert. Du achtest penibel auf ein müllarmes Leben und verzichtest bereits weitestgehend auf Verpackungsmüll, wirfst aber ständig Essen weg, weil du zu viel eingekauft und es nicht rechtzeitig verwertet hast. Damit dir sowas nicht passiert, kannst du über Foodsharing Facebookgruppen oder Apps dein Essen mit anderen Menschen teilen, bevor es schlecht wird. Wenn du nicht genau einschätzen kannst, wie viel Essen du pro Woche benötigst, dann ist es sinnvoll dir einen konkreten Speiseplan mit Gerichten für die Woche zu erstellen, nach dem du anschließend einkaufst. So verwertest du alle Zutaten und wirfst kein Essen mehr weg.

8. Alles richtig machen wollen und sich unter Druck setzen

Unser Anspruch an uns selbst, war vor allem zu Beginn sehr hoch, wir wollten alles richtig machen und auf keinen Fall einen Zero Waste Fail begehen. Es ging sogar soweit, dass wir uns an der Supermarkt-Kasse schämten, wenn ein verpacktes Produkt auf dem Band landetet. „Hoffentlich sieht das keiner.“, war ein Gedanke, der sich im Kopf breitmachte, gepaart mit einem unguten Gefühl im Bauch. Du darfst Fehler machen! Erinnere dich immer wieder daran. Du musst dich nicht schuldig fühlen, wenn du doch mal ein verpacktes Produkt kaufst. Nobody is perfect und das ist auch nicht der Anspruch. Wir brauchen nicht wenige Leute, die Zero Waste perfekt umsetzen, sondern wir benötigen viele viele Menschen, die es unperfekt, aber langfristig in ihr Leben integrieren. Es bringt nichts, wenn du dich unter Druck setzt und deshalb deinen Zero Waste Lebensstil schnell wieder an den Nagel hängst.

9. Du versuchst andere zu missionieren

Einer der größten Zero Waste Fails überhaupt ist der Versuch andere Menschen in deinem Umfeld zu missionieren. Klar ist es wichtig, deine Mitmenschen an deinem neuen Lebensstil teilhaben zu lassen und sie auf das Thema aufmerksam zu machen, aber das sollte auf keinen Fall mit einem erhobenen Zeigefinger passieren. Am besten verbreitest du den Zero Waste Lifestyle, indem du ihn einfach vorlebst, Alternativen aufzeigst und bereitwillig mit anderen ins Gespräch kommst, wenn es sich ergibt. Respektiere die Standpunkte Anderer immer und versuche ihnen nicht deine Meinung aufzuzwingen. Jede(r) tut so viel, wie sie oder er kann.

10. Viel zu viel konsumieren

Zero Waste beschränkt sich nicht nur auf die Reduktion von Verpackungsmüll, sondern bezieht sich auch auf das Hinterfragen deines eigenen Konsums. Ein weiterer Zero Waste Fail ist also, weiterhin so zu konsumieren, wie bisher und die eigenen Kaufentscheidungen nicht zu hinterfragen. Es ist wichtig, dass du dir angewöhnst, dir vor jedem Kauf die Frage zu stellen: Brauche ich das jetzt wirklich? Nimm dir für deine Entscheidungen Zeit. Bei vielen Käufen handelt es sich um Impulskäufe, die auf einer unüberlegten Entscheidung beruhen.

Zero Waste ist eine Reise, kein Ziel

Es wird nicht der Tag kommen, an dem du sagst: „So jetzt lebe ich vollständig Zero Waste.“ und darum geht es auch nicht, denn Zero Waste ist kein Ziel, sondern eine Reise. Diese Reise kannst du ganz in deinem Tempo gestalten. Wir versprechen dir es wird aufregend, neu und du wirst eine Menge über dich selbst und unsere Gesellschaft lernen. Wir hoffen, dass dir unser Artikel dabei hilft, einige Zero Waste Fails von Beginn zu vermeiden. Für alle, die bereits etwas länger Zero Waste leben: Welche Zero Waste Fails habt ihr durchlebt? Teilt sie gern mit uns in den Kommentaren.

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