Zero Waste ohne Unverpackt Laden: So schaffst du es trotzdem, Müll zu vermeiden

In vielen deutschen Groß- und Kleinstädten gibt es inzwischen Unverpacktläden, in denen du Lebensmittel und Hygiene-Artikel unverpackt kaufen kannst. Aber nicht überall hast du die Möglichkeit so unproblematisch unverpackt einzukaufen. Wie du Zero Waste ohne Unverpackt Laden umsetzen kannst und es schaffst Müll zu vermeiden, erklären wir dir im heutigen Artikel.

Zero Waste Lebensmittel kaufen ohne Unverpackt Laden

Besonders, wenn du in einer eher ländlicheren Region lebst und nur die herkömmlichen Supermärkte in deinem näheren Umfeld hast, bedarf es schon einiger Tricks und Kniffe, um Zero Waste auch ohne Unverpackt Laden umsetzen zu können. Mit den folgenden 7 Tipps schaffst du es auch ohne Lose-Laden, Müll zu vermeiden:

  • Kaufe regionales Bio-Gemüse und -Obst, zum Beispiel auf Märkten oder, indem du eine Bio-Kiste bestellst. Suche einfach mal mit der Suchmaschine deiner Wahl nach Ökokiste + dein Ort
  • Bestelle deine Lebensmittel über die Online-Angebote von „Unverpackt für alle“ oder „Unverpackt Versand“
  • Rette Lebensmittel, auch wenn diese meistens verpackt sind. Bei Rübenretter, Sirplus, veggie specials & Co kannst du unterschiedlichste Produkte retten
  • Nutze Food-Sharing Angebote in deiner Region, wie beispielsweise in Facebook-Gruppen, Ebay-Kleinanzeigen oder nebenan.de
  • Verzichte beim Bäcker auf Papiertüten, sondern bring deine eigenen Stoffbeutel mit
  • Sammle Kräuter und Beeren in der Natur
  • Baue Obst, Gemüse und Kräuter in deinem eigenen Garten an

Zero Waste Hygiene-Artikel fürs Bad ohne Unverpackt Laden

Auch im Bad fällt bekanntlich viel Plastik-Müll an, umso leichter ist es aber für dich auch ohne Unverpackt Laden dein Badezimmer in eine Zero Waste Oase zu verwandeln. Mit den folgenden Tipps gelingt die Müll-Vermeidung:

  • Stelle dir deine Kosmetikprodukte selbst her. Vor allem Reiniger und Waschmittel kannst du ganz leicht selbermachen. Im Internet findest du zahlreiche Rezepte, wie es dir gelingt deine eigenen Hygiene-Artikel herzustellen
  • Nutze Online-Angebote von Marken, wie Sauberkasten, ultra-green und Co., um deine Hygiene-Produkte fürs Bad zu bestellen
  • Hinterfrage deinen Konsum. Benötigst du wirklich 10 Cremes und 5 verschiedene Shampoos? Vielleicht reicht tatsächlich ein Stück Seife zum Waschen deines Körpers aus und deine Haare wäschst du mit der No-Poo-Methode.

Was du sonst noch tun kannst, um Zero Waste ohne Unverpackt Laden zu leben

Zu guter letzt haben wir noch ein paar allgemeine Tipps und Tricks für dich, die du umsetzen kannst, um auch ohne Unverpackt Laden, so gut es eben geht, Zero Waste zu leben:

  • Frage dich vor jedem Kauf, ob du das gewünschte Produkt wirklich brauchst. So verhinderst du Impuls-Käufe und lernst dein Konsum-Verhalten zu reflektieren
  • Tausche oder leihe Dinge in deinem Freundeskreis. Du musst nicht immer alles selbst besitzen. Gerade bei Gegenständen, die du eher selten verwendest, lohnt es sich, diese bei deinen Freunden zu leihen.
  • Kaufe Second Hand statt neu. Wenn du etwas doch unbedingt selbst kaufen musst, dann versuche es Second Hand zu erwerben, anstatt es neu zu kaufen, damit verhinderst du die Verschwendung wertvoller Ressourcen.
  • Repariere deine Sachen, bevor du sie einfach wegwirfst und etwas neues kaufst.
  • Wenn du etwas online bestellst, dann schließe dich mit Nachbarn oder Freunden zusammen. Vermeide Retouren und verwende ggf. Verpackungsmaterial, wie Kartons ein zweites Mal. Achte ebenfalls darauf, dass du nur bei nachhaltigen Unternehmen bestellst.

Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen, dass du auf einem guten Weg bist und dir nicht zu viel Druck machen solltest, wenn du versuchst Zero Waste ohne Unverpackt Laden umzusetzen. Bereits wenn du in einigen Bereichen auf einen nachhaltigen Konsum achtest und deine Kauf-Entscheidungen hinterfragst, machst du einen großen Schritt in die richtige Richtung hin zu einem grüneren Lifestyle, mit dem du hoffentlich viele weitere Menschen anstecken wirst.

intersektionale Nachhaltigkeit

Intersektionale Nachhaltigkeit

Wieso in der Nachhaltigkeitsbewegung die soziale Gerechtigkeit nicht vergessen werden darf

Während das Thema Nachhaltigkeit im Hinblick auf Klimawandel und Umweltschutz immer mehr in den medialen und politischen Fokus rückt, geraten wichtige soziale Aspekte dabei eher in Vergessenheit. Der Großteil der Influencer*innen, Entscheidungsträger*innen oder Mitglieder der Nachhaltigkeitsbewegung sind nicht nur meist weiß, sondern auch privilegierter, als der Durchschnitt. Das erweckt schnell den Eindruck, dass die Bewegung rund um Nachhaltigkeit nur einen Bruchteil unserer Gesellschaft repräsentiert.
Weshalb intersektionale Nachhaltigkeit deshalb umso wichtiger wird und worum es sich dabei genau handelt, erklären wir euch im folgenden Artikel. Bitte beachte dabei, dass unser Artikel lediglich als Einstieg in das Thema der intersektionalen Nachhaltigkeit dient und keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da es sich einfach um ein sehr komplexes Themengebiet handelt, dessen Rahmen wir als Nicht-Experten wohl kaum in einem Artikel abbilden können. Damit du allerdings noch tiefer in die Thematik eintauchen kannst, stellen wir dir eine Reihe von interessanten Links zu weiterführenden Angeboten zur Verfügung.

Was ist intersektionale Nachhaltigkeit überhaupt?

Der Begriff der Intersektionalität leitet sich vom Englishen Wort „intersection“ – Schnittmenge / Schnittpunkt ab. Am besten stellst du dir dabei eine Straßenkreuzung vor, die heißt im Englischen nämlich auch Intersection. Intersektionalität beschreibt schlichtweg die Überschneidung von mehreren Faktoren in der Diskriminierung von bestimmten Personengruppen. Das heißt, dass es möglich ist Diskriminierung auf mehreren Ebenen zu erfahren. Beispielsweise sind weibliche, homosexuelle PoC ( People of Colour) gleichzeitig auf mehreren Ebenen der Diskriminierung ausgesetzt.

Diskriminierungen können verschiedenste Formen annehmen und auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen wirken. Oftmals werden dabei Menschen, die sich vom klassischen Bild einer priviligierten, weißen, männlichen, heterosexuellen und körperlich befähigten Person unterscheiden, bewusst oder unbewusst benachteiligt oder abgewertet. Das kann überall passieren in öffentlichen Bildungseinrichtungen, im Supermarkt, im Büro oder auf offener Straße.

Der Begriff „intersektionale Nachhaltigkeit“ umfasst also die Einbeziehung von sozialen UND ökologischen Faktoren zu gleichen Teilen. Nicht nur der Umweltschutz, sondern gleichzeitig auch die soziale Gerechtigkeit stehen im Zentrum der Begrifflichkeit.

Wieso ist ein intersektionaler Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit so wichtig?

Wenn du dich bemühst einen intersektionalen Blickwinkel einzunehmen, dann hilft dir das dabei zu verstehen, wieso manche soziale Gruppen bisher nicht so breitgefächert in der Nachhaltigkeitsbewegung vertreten sind, wie andere. Im Umkehrschluss hilft ein solches Verständnis natürlich dabei etwas an dieser Tatsache zu verändern. Intersektionale Nachhaltigkeit sorgt dafür, dass wir ALLE gemeinsam an einer klimafreundlichen Zukunft für unseren Planeten und einem harmonischen Zusammenleben arbeiten, mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe, ohne, dass irgendjemand aufgrund von sozialen Faktoren ausgeschlossen wird.

Oben beschriebene Diskriminierungen, wie Sexismus oder Rassismus (und natürlich viele weitere) gibt es auch in der Nachhaltigkeitsbewegung. Für priviligierte Menschen ist das nicht immer offensichtlich. Du hast also mit einer intersektionalen Perspektive die Möglichkeit zu verhindern, dass manchen Menschen der Zugang zu Nachhaltigkeit und der dahinter stehenden Bewegung erschwert wird.

Was du tun kannst, um in der Nachhaltigkeitsbewegung für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen

Es gibt neben des Einnehmens der intersektionalen Perspektive noch weitere Dinge, die du tun kannst, um für mehr soziale Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeitsbewegung und deinem Leben allgemein zu sorgen:

Reflektiere dich selbst kritisch:

Am Anfang steht natürlich zu allererst der Blick auf dich selbst. Bevor du dich mit den Anderen im Außen beschäftigst, lohnt sich ein Blick nach Innen und auf deine Person. Stell dir am besten einmal die Frage, inwiefern du privilegiert bist und versuche deine entdeckten Privilegien kritisch zu hinterfragen. Du kannst dich dabei beispielsweise fragen, inwiefern das soziale Umfeld, in dem du aufgewachsen bist, einen Einfluss auf dein jetziges Leben hatte. Wie hat es deinen finanziellen Status, deine Bildung, dein persönliches Umfeld und deine Sprache geprägt?

Wenn es dir schwerfällt, dann ist das für den Anfang ganz normal. Hier kann es dir helfen, wenn du dich erst einmal informierst. Zum Beispiel gibt es Bücher und Workshops zum Thema „Kritisches Weiß-Sein“, Rassismus, Feminismus oder Klassismus. Die folgende Liste hilft dir sicher dabei, dich intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen:

  1. @rise.and.revolt: Ein Instagram Account, der dir wichtige Begriffe zum Thema Diskriminierung erklärt und noch viel mehr Input bietet
  2. @wirmuesstenmalreden: Dieser Insta-Account sorgt für ein besseres Verständnis für Themen wie Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit, Kolonialismus, Fettfeindlichkeit, toxische Maskulinität und viele weitere Themen.
  3. @luisalaudace: Erfahre auf diesem Kanal mehr über die Diskriminierung aufgrund von Behinderung (Ableismus)
  4. @seiten.verkehrt: Dieser Kanal beschäftigt sich damit, was passiert, wenn wir Klischees und sexistische Muster einfach umdrehen.
  5. Feuer und Brot: Der Podcast thematisiert eine Vielfalt von gesellschaftlich wichtigen Themen
  6. Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten„: In Ihrem Buch thematisiert Alice Hasters Rassismus und schafft ein Bewusstsein dafür, wie häufig weiße Menschen im Alltag rassistische Äußerungen von sich geben, ohne es zu bemerken.

Höre Betroffenen zu und lerne dabei:

Es gibt einige Personen, die bereits Diskriminierungen am eigenen Leib erfahren haben und öffentlich darüber sprechen und so ihre Erlebnisse mit uns teilen. Nimm dir Zeit zuzuhören, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Du kannst aus ihren Erzählungen viel über dein eigenes Verhalten und auch dessen Wirkung lernen. Wenn sich Betroffene kritisch zu deinen Verhaltensweisen äußern, dann nimm dir diese Kritik auch offenherzig an und versuche beim nächsten Mal anders zu handeln. Bedenke bitte, dass nicht alle Betroffenen kostenlose Aufklärungsarbeit für dich leisten. Das solltest du unbedingt respektieren. Außerdem kannst du nicht erwarten, dass jede(r) seine Diskriminierungserfahrungen mit dir teilen möchte, da diese auch sehr traumatisch sein können. Das nötige Feingefühl ist also für ein Gespräch in diesem Bereich sehr wichtig.

Setze dich für Betroffene ein:

Wenn du nun durch Selbstreflexion und offenes Zuhören mehr über die Diskriminierungen in deinem Umfeld gelernt hast, dann scheu dich nicht davor darüber zu sprechen. Mit deinen neu erlangten Erkenntnissen kannst du sicher noch Wissenslücken bei anderen Menschen schließen. Unterstütze Betroffene auch aktiv, wenn du Zeuge von Diskriminierungen wirst. Tolle Workshops zum Thema Zivilcourage, durch die du mit Sicherheit noch viel dazulernen kannst, findest du bei Zara Zivilcourage.

Schaffe Zugänge statt Barrieren

Sei kreativ und entwickle Ideen, wie du es bestimmten Personen Gruppen erleichtern kannst Zugang zur Nachhaltigkeitsthematik zu finden. Denke bei der Umsetzung von Aktionen mit unterschiedlichen Perspektiven. Sprich mit Betroffenen, was sie sich wünschen würden oder wie du ihnen den Zugang zum Thema Nachhaltigkeit erleichtern könntest.

1 Jahr Zero-Waste-Deutschland.de

Vor einem Jahr begann alles

Am 23.07.2018 starteten Hanna und Ich „Zero Waste Deutschland“, mit der Intention mehr Menschen kostenlosen Zugang zum Thema Zero Waste zu geben, sodass wir ihnen Zeit und Rechereaufwand ersparen können.

Wir wollten zeigen, dass ein müll-ärmeres Leben günstiger und leichter sein kann.

Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie der Account durch die Decke ging und auch die Webseite, die wenige Wochen später online ging, ist bis heute gut besucht.

Veränderungen bei Zero Waste Deutschland

Heute ist Hanna zwar, aus persönlichen Gründen nicht mehr bei ZWD, doch ohne Sie hätte es dieses Projekt niemals gegeben! Denn Sie war es, die die Idee mit der Plattform hatte, die es Menschen erleichtern sollte in das ZW- Leben einzusteigen.

Jetzt bin ich, Inga, zwar erstmal alleine, aber dennoch hochmotiviert, und bestrebt Zero Waste Deutschland noch Informativer für dich und andere Menschen zu gestalten.

Ich plane weitere E-Books, Workshops und auch noch regelmäßigere Artikel hier auf der Webseite. Du darfst also gespannt sein.

Wenn viele Menschen, viele kleine Dinge tun …

Ich bin so glücklich darüber, dass hier eine Community entstanden ist, die in den allermeisten Fällen konstruktiv und wertschätzend ist.

Das ist, leider, nicht selbstverständlich und umso dankbarer bin ich, dass ZWD eine Möglichkeit bietet zum angstfreien Austausch!

An dieser Stelle, erneut, ein riesiges Dankeschön an jede*n Einzelne*n!

3 Dinge

Zur Feier des Tages gibt es heute auch 3 Neuigkeiten/Überraschungen.

  1. für dich als Teil der Community
  2. für die Welt, unser Zuhause
  3. für Zero Waste Deutschland selbst

No. 1 ZWD Community auf Slack

Ab heute gibt es die Möglichkeit dich mit anderen aus der ZWD Community zu vernetzen und zwar über die Webseite/App Slack.

Dort kannst du dich mit anderen austauschen, zu bestimmten Themen Ideen und Tipps teilen und lokal andere Zero Waste Interessierte finden.

Denn du bist nicht allein!

So geht’s:
Folge dem Link und du wirst zur Anmeldung weitergeleitet.

Die Anmeldung funktioniert am PC oder via App (Slack) und benötigt lediglich deinen Namen und eine Mail Adresse.

No. 2 ZWD ist klimaneutral!

PCs, Instagram oder Zugreisen für Vorträge und Co. – all das ist notwendig für die Arbeit von Zero Waste Deutschland aber verursacht dennoch CO2.

Dem soll jetzt entgegengewirkt werden.

Deshalb spendet ZWD ab jetzt jedes Quartal mindestens 50€ an Organisationen, die etwas gegen die menschengemachten CO2 Emissionen tun.

Neben der Nutzung von Ökostrom (wenn möglich), ist das eine weitere Möglichkeit die Welt durch die Arbeit von ZWD zu entlasten.

Es ist ganz klar, dass Kompensieren von CO2, macht entstandenen Schaden nicht ungeschehen, doch zumindest wirkt es dem Ganzen etwas entgegen und es werden sinnvolle Projekte unterstützt, die die Welt besser machen.

Solltest du noch andere Ideen haben, wie Zero Waste Deutschland den eigenen CO2 Fußabdruck reduzieren oder ausgleichen kann, dann schreib das gerne in die Kommentare!

Die 1. Spende ging übrigens an atmosfair.de, wodurch über 2100 kg CO2 kompensiert wurden.

Wenn du noch andere unterstützenswerte Organisationen kennst, teile sie gerne mit mir! :)

No.3 ZWD will mehr tun!

Und damit das unabhängig von Kooperationen und Co. funktioniert kannst du ab heute Zero Waste Deutschland auch finanziell unterstützen via Steady.

Natürlich auf freiwilliger Basis!

Diese Spendenseite ist dafür da, dass ZWD weiterhin so viel Content produzieren und langfristig auch Menschen (fair bezahlt) als Unterstützung dazu holen kann.

Damit noch mehr wertvolle Inhalte so vielen Menschen wie möglich kostenlos zugänglich gemacht werden können.

Denn Nachhaltigkeit und der Schutz unserer Lebensgrundlage betrifft uns alle und nicht nur die, die es sich leisten können.

Wenn du also möchtest, kannst du ab jetzt deine Unterstützung auch auf diesem Weg zukommen lassen.

Alle Infos und wieso ich diesen Weg gewählt habe, findest du auf unserem Steadyprofil.

Und hier kannst du ZWD direkt unterstützen.

Und zum Schluss:

D A N K E

für jede Nachricht, jeden konstruktiven Kommentar und jede Art von Unterstützung, durch das Teilen/Liken der Beiträge von Zero Waste Deutschland.

Gemeinsam können wir so viel bewirken und einen positiven Unterschied machen!

Ich freue mich auf das nächste Jahr!

Inga

von Zero Waste Deutschland

Zero Waste Festival Guide

Ihr habt uns einiges gefragt zum Thema, wie man Müll vermeiden kann auf einem Festival und deswegen findest du in diesem Artikel praktische Informationen rund um das Thema: Zero Waste Festival
Ganz unten sind noch ein paar nachhaltige Festivals verlinkt die du dir ansehen kannst.

Dieser Artikel enthält Werbung, da einige der gezeigten Produkte PR-Samples sind. Diese sind mit einem * markiert.

Grundsätzlich gilt:

Zelte, Kleidung, Campingausstattung etc. immer ausleihen oder Second Hand kaufen und wieder mitnehmen  um sie wiederzuverwenden.

Für den Rest haben wir hier noch mehr Tipps:

Zero Waste Essen auf dem Festival

Fangen wir doch direkt einmal mit dem vielleicht Wichtigsten an, dem Essen. ? 
Natürlich ist die Umsetzbarkeit der folgenden Tipps auch immer etwas von den Festivals (und ihrer Dauer) abhängig. Was für dich bzw. das Event deiner Wahl am besten geeignet ist findest du auch leicht heraus, indem du dir die FAQ des jeweiligen Festivals online ansiehst.

Uns ist bewusst, dass nicht alles davon extrem gesund ist, doch das ist bei Festivals auch nicht unbedingt der Anspruch, oder? ;)

Los geht’s mit den Tipps: 

1. Vorgeschnittenes Brot und süße Aufstriche – Beides hält sich auch ohne Kühlschrank mehrere Tage. Das Brot kann man in einem Baumwollbeutel aufbewahren. Wenn du noch eine zweite Stoffschicht (z.B. eienn Pulli) drumrum legst, wird es auch nicht so schnell hart. 

2. Couscous und Gemüse – Couscous lässt sich mit heißem Wasser extrem schnell zubereiten und Gemüse wie Paprika, Tomaten und Co. kann man roh dazu schnippeln.  
Tipp: Den trockenen Couscous schon vorher mit Gewürzen, Salz und Pfeffer vermischen. Transportieren kannst du ihn in allem was dicht ist. ;) (Behälter kannst du dir auch von Freunden/Familie leihen) 

3. Gerettete Fertiggerichte (z.B. von SIRPLUS*) da hast du zwar auch Müll, sparst aber Ressourcen, da diese Lebensmittel sonst, samt Verpackung, im Abfall gelandet wären 

4. Zum Snacken – Gemüse und Obst, dass sich ein paar Tage hält, die kann man auch ohne Probleme aufs Festivalgelände nehmen (Paprika, Tomaten, Äpfel, Bananen etc.) 

5. Zum Snacken – Nüsse und lose Süßigkeiten (die nicht schmelzen), gibt es im Unverpacktladen oder auch bei mein.muesli.laden. Tipp: die kann man einfach in kleinen Zuziehbeuteln oder Brotdosen transportieren und so auch mit aufs Festivalgelände nehmen.  

6. Wiederverwendbare Behälter aus Edelstahl o. Plastik für das Essen vom Foodtruck (hier unbedingt erkundigen, welche Materialien erlaubt sind), oder die Speisen auf die Hand nehmen (wenn möglich) 

7. Besteck selber mitbringen, z.B. aus der eigenen Besteckschublade, einen Göffel oder auch aus Holz 

Du siehst also, es ist gar nicht so schwer müllarm auf einem Festival zu essen. :)

Müllfreie Getränke auf Festivals – umsetzbar oder schwierig? 

Wir denken auch hier kommt es wieder ein bisschen auf das Festival an, in den jeweiligen FAQs deines Festivals erfährst du online auch einfach, was erlaubt ist und was nicht. 
Dennoch haben wir ein paar Tipps, die sicherlich vielerorts umsetzbar sind. 
 
1. Eine eigene Flasche (Aus Edelstahl, Glas oder auch Plastik, je nachdem, was erlaubt ist) 

2. Ein eigener Becher (gibt es auch mit Haken, sodass man sie am Gürtel o.Ä. befestigen kann – wie so etwas aussehen kann findest du heraus wenn du online einmal nach Campingbecher suchst) So kannst du Plastikbecher vermeiden wenn du dir vor Ort Getränke kaufst. 

3. Ein eigener Wassertank – zwar sind sie oft aus Plastik, doch man kann sie immer wiederverwenden. Wassertanks, die mehrere Liter Wasser aufnehmen können, kann man leicht im Zelt aufbewahren und auch beim Festival auffüllen. Vielleicht kennst du ja auch jemanden, der dir so einen Tank ausleiht. 

4, Bierfässer statt Bierdosen – Wer in der Gruppe das Festival unsicher macht, und nicht auf Bier verzichten will, kann mit einem Bierfass nicht nur Geld sonder auch Müll sparen. #sharingiscaring
Die meisten großen Bierfässer sind Pfandbehälter die sich im Gastronomiebedarf wieder zurück bringen lassen. So Spart man die ganzen Dosen und ist der King auf dem Gelände, denn: Wer kommt sonst noch mit Bierfass aufs Festival?
 
Wichtig ist, wie so oft, bevor du etwas neues kaufst, schau doch erst einmal, ob du das jeweilige nicht bereits hast oder dir ausleihen kannst. Auch gebraucht bekommt man viele Dinge, damit sparst du Geld und Ressourcen. 
 
Wenn du selbst auch noch Tipps hast wie man Getränkemüll vermeiden kann auf Festivals schreib sie gerne in die Kommentare.

Zero Waste Festival Glitzer

Glitzer kann man sehr gut als Make Up Ersatz einsetzen! Aber:
er besteht oft aus Kunststoff und landet als Mikroplastik im (Grund)wasser das möchten wir natürlich nicht (ganz zu schweigen davon, ob du wirklich Plastik auf deiner Haut und ggf. sogar in deinen Augen haben möchtest). Die ganz einfache nachhaltige und plastikfreie Alternative ist der auf Zellulose  basierende Glitzer von nature glitz*
Perfekt zum Start in die Festival Saison möchten wir dir damit ein kleines Start Up Produkt vorstellen, dass wir gerne unterstützen und super zu Festivals passt?  
Und zwar handelt es sich um den wundervollen Glitzer von
nature glitz* ?  
Genauso wie uns ist es den beiden Gründerinnen Tamara und Susanna wichtig, auf das große Plastikproblem in unserer Welt aufmerksam zu machen und Nachhaltigkeit ist dabei ihr höchstes Gebot ?? Im Gegensatz zu anderen Glitzer Herstellern ist dieses Produkt zu 100% biologisch abbaubar, wird in Deutschland hergestellt und ist vegan. Der Hauptbestandteil des Glitters ist Zellulose, welches sich ohne weiteres kompostieren lässt. Verpackt ist er in einem Schraubglas, das bedeutet, auch hier wird kein Plastik benötigt. ?  
Getestet haben wir den Glitzer natürlich auch schon, und was sollen wir sagen? Er hält super gut mit Aloe Vera Gel, strahlt in aller Pracht. Nach dem Festival bekommt man ihn auch schnell wieder ab, indem man ihn mit Wasser abwäscht ?.  

Mit ihm kannst du also dein Festivalerlebnis noch ein wenig strahlender und bunter machen.

Sex und Zero Waste

Ja, ganz ehrlich, wir wissen alle was auf Festivals passieren kann egal ob geplant oder nicht ;)  
 
Und auch wenn hier Müll entsteht, unserer Meinung nach hört der Zero Waste Gedanke auf, wenn es um die eigene Sicherheit und die von anderen geht. 
Deshalb sagen wir grundsätzlich ja zu Kondomen, doch das heißt ja nicht, dass man dieses Thema nicht auch nachhaltiger gestalten kann. 
 
Das ist auch der Grund, wieso wir dir hier auch ein weiteres Mal die nachhaltigen Kondome von @Einhorn Kondome und Fair squared empfehlen möchten.

Diese sind vegan, fair und teilweise sogar in Deutschland hergestellt. Wenn du noch mehr über ihre Nachhaltigkeit erfahren willst, schau unbedingt einmal auf den jeweiligen Webseiten vorbei, besonders Einhorn Kondome hat ein wirklich wunderschönes Schaubild darüber veröffentlicht. 
 
Und ganz wichtig: Nein heißt nein und überreden ist auch doof, also macht es wie die Schweden und achtet auf das gegenseitige Einverstädnnis. 
Denn am Ende soll ein Festival, und alles was dabei passiert, jedem in schöner Erinnerung bleiben. Oder nicht? 

Nachhaltige Pflaster für das Festival Medizinköfferchen

Was tun, wenn man sich verletzt? 
Genauso wie beim Thema Sex ist auch Wundversorgung ein Thema, bei dem der müllfreie Gedanke in den Hintergrund rücken darf.  
Doch ebenso ist es möglich solche Situationen etwas nachhaltiger zu gestalten (je nach Grad der Verletzung)
So kannst du z.B. bei der Wahl deiner Pflaster auch nachhaltiger sein indem du z.B. die veganen, fairen und biologisch abbaubaren von Patch* verwendest.

Diese Pflaster bestehen aus Bio-Bambus und ihr Klebefilm aus natürlichem PSA und auch ihre Umverpackung ist nachhaltiger hergestellt, aus Reispapier und Biokunsstoff. 

Wenn es also um kleine Schrammen und Schnitte geht sind sie eine gute Wahl – ebenso, wie der Wunde genug Luft zu lassen, nicht alles muss sofort abgeklebt werden. 
Vielleicht hast du ja auch noch Tipps zum Thema Wundversorgung auf Festivals und Co.? Wenn ja, dann teile sie gerne mit uns, in den Kommentaren.

Ein paar nachhaltige Festivals

Hier wollen wir mal anfangen eine Sammlung mit den themenspezifischen Zero Waste Festivals geben. Diese Liste ist höchstwahrscheinlich nicht vollständig, also falls du noch ein Festival hast was besonders nachhaltig oder sogar komplett Müllfrei ist, melde dich gern!

Wundaplunda
Fairstival
Foodsharing-Festival

Du kennst noch weitere Tipps und Ideen hast wie man Festivalaufenthalte müllfrei und nachhaltig gestalten kann? Dann schreib sie wie immer gerne in die Kommentare!

Mit Zero Waste Geld Sparen – Teil 1

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema Zero Waste beschäftigte, wusste ich nicht, dass man mit Zero Waste Geld sparen kann. Im Gegenteil, ich war besorgt, dass am Ende des Monats zu wenig Geld übrig sei und ich meinen Lebensstandard enorm einschränken müsste, damit ich Zero Waste leben kann. Dabei handelt es sich hierbei lediglich um ein weitverbreitetes Klischée, dass das Leben als Zero Wasteler teurer ist, wieso an dieser These nichts dran ist, lest ihr in unserem heutigen Artikel.

Wie genau und wodurch kann ich mit Zero Waste Geld sparen?

Der erste Schritt ist tatsächlich weniger Konsum.
Die zwei ersten Ansätze des Zero Waste Lebensstils sind refuse und reduce – auf gut Deutsch also ablehnen und reduzieren. Das bedeutet etwas pauschaler gesprochen, den eigenen Konsum (also, wie viel und was wir kaufen) zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.

Unsere Gesellschaft lebt im Überfluss, dieser kommt allerdings nur zustande weil Menschen dafür in anderen Ländern schuften, leiden und oft auch sterben.
Dazu kommt noch, dass in vielen Produkten neben dem Leid von Tier und Mensch auch oft Fette, Konservierungsstoffe, Chemikalien und andere Stoffe enthalten sind, die unserem Körper langfristig schaden können. Oft sind diese vor allem in verpackten Produkten zu finden.

Die Konsumfalle: wir kaufen zu viel und zu oft

Durch Werbung, schöne Verpackungen, Preisnachlässe und Co. werden wir animiert immer mehr zu kaufen. Auch Gratisproben & Co. sind oft sinnlos und aufwändig verpackt und somit echte Müllschleudern.

Uns wird eingeredet, wir müssten Bedürfnisse erfüllen, von denen wir vorher nicht mal wussten. Hinter nahezu jedem tollen Angebot steckt ein Industriezweig, der sich vor allem um eines kümmert: seinen eigenen Profit. Und durch geschicktes Marketing, geben wir beim allwöchentlichen Einkauf dann eben gerne mal mehr aus, weil uns noch ein paar tolle neue Produkte ins Auge gesprungen sind.  

Man gönnt sich ja sonst nichts, richtig? Und das denken wir uns mehrere Dutzend Mal pro Monat.
Da kommt dann doch ziemlich schnell viel unnötiger Müll zusammen.

Der Konsumfalle entgehen und mit Zero Waste Geld sparen

Doch wir haben die Möglichkeit, all diese Produkte abzulehnen bzw. zu reduzieren, wenn wir uns selbst eine Strategie zurechtlegen. Beispielsweise indem wir lernen, Dinge selber zu machen, Zeit als hohen Wert zu betrachten und lieber tauschen oder gebraucht, anstatt etwas neu zu kaufen.

Wenn wir uns also entscheiden, wieder zu einer natürlicheren Lebensweise zurück zu kommen, kann jeder von uns einiges an Geld sparen. Wir wissen, dass es eine große Umstellung ist, gerade unser Konsumverhalten wird von klein auf extrem geprägt. Doch es ist nicht unmöglich und es macht auch Spaß, sich bewusst damit auseinanderzusetzen, wie man sich selbst zu einem gesünderen, müllärmeren UND nachhaltigeren Leben verhelfen kann.

Geh raus – deine Stadt ist essbar

Um uns herum wachsen immer eine Fülle an Lebensmitteln, die wir im Grunde einfach nur sehen und einsammeln müssen, um sie zu nutzen. Auch in Städten gibt es viele Pflanzen, die Früchte tragen, Pilze, Kräuter und Nüsse, die wir ernten können. Was du alles direkt in deiner Nähe finden kannst, erfährst du  bei Mundraub.org.

So kannst du dir sparen, teure und oftmals verpackte Lebensmittel mit Zauberwirkung zu kaufen, denn sie gibt es, in ähnlicher Form, schon direkt vor deiner Haustür.

Weniger/keine Tierprodukte & regional sowie saisonal Einkaufen

Am Essen soll man nicht sparen heißt es, und dem stimmen wir mit einer kleinen Einschränkung zu: Es ist auch möglich sich wirklich gut zu versorgen, und dennoch den Geldbeutel ein wenig zu schonen.

Auch beim wöchentlichen Einkauf kannst du Geld und Verpackungen sparen und zwar, indem du auf saisonale und regionale Produkte zurückgreifst. Diese werden oftmals unverpackt und auf Wochenmärkten angeboten. Durch den geringen Transportweg weisen sie auch relativ geringe CO2 Emissionen auf. Außerdem kannst du so regionale Bauern oder Unternehmen unterstützen.

Eine weitere Möglichkeit weniger Müll zu produzieren und die Umwelt zu schonen ist, so viele pflanzliche, unbearbeitete Lebensmittel wie möglich zu essen. D.h. je weniger Fleisch, Milchprodukte und Eier wir essen, desto besser ist es für die Umwelt. Denn allein für z.B. ein Kilo Rindfleisch  werden ca 15.000 l Wasser benötigt und ca. 2,6 kg Futtermittel.  Auch im Preisvergleich ist hochwertiges Fleisch deutlich teurer, als dieselbe Menge an Obst/Gemüse, Getreide und Co.

Übrigens, wann welches Lebensmittel bei uns in Deutschland  Saison hat erfährst du durch sogenannte Saisonkalender. Dafür gibt es z.B. die kostenlose App „GrünZeit“.
So wird es super einfach für dich herauszufinden, welche Lebensmittel gerade besonders nachhaltig zu bekommen sind.

 

Viele weitere tolle Tipps, wie du mit Zero Waste Geld sparen kannst, findest du nächste Woche in unserem Teil 2 unserer Reihe „Mit Zero Waste Geld sparen“.

Photo: Maja Petric von Unsplash