Zero Waste Festival Guide

Ihr habt uns einiges gefragt zum Thema, wie man Müll vermeiden kann auf einem Festival und deswegen findest du in diesem Artikel praktische Informationen rund um das Thema: Zero Waste Festival
Ganz unten sind noch ein paar nachhaltige Festivals verlinkt die du dir ansehen kannst.

Dieser Artikel enthält Werbung, da einige der gezeigten Produkte PR-Samples sind. Diese sind mit einem * markiert.

Grundsätzlich gilt:

Zelte, Kleidung, Campingausstattung etc. immer ausleihen oder Second Hand kaufen und wieder mitnehmen  um sie wiederzuverwenden.

Für den Rest haben wir hier noch mehr Tipps:

Zero Waste Essen auf dem Festival

Fangen wir doch direkt einmal mit dem vielleicht Wichtigsten an, dem Essen. 😋 
Natürlich ist die Umsetzbarkeit der folgenden Tipps auch immer etwas von den Festivals (und ihrer Dauer) abhängig. Was für dich bzw. das Event deiner Wahl am besten geeignet ist findest du auch leicht heraus, indem du dir die FAQ des jeweiligen Festivals online ansiehst.

Uns ist bewusst, dass nicht alles davon extrem gesund ist, doch das ist bei Festivals auch nicht unbedingt der Anspruch, oder? ;)

Los geht’s mit den Tipps: 

1. Vorgeschnittenes Brot und süße Aufstriche – Beides hält sich auch ohne Kühlschrank mehrere Tage. Das Brot kann man in einem Baumwollbeutel aufbewahren. Wenn du noch eine zweite Stoffschicht (z.B. eienn Pulli) drumrum legst, wird es auch nicht so schnell hart. 

2. Couscous und Gemüse – Couscous lässt sich mit heißem Wasser extrem schnell zubereiten und Gemüse wie Paprika, Tomaten und Co. kann man roh dazu schnippeln.  
Tipp: Den trockenen Couscous schon vorher mit Gewürzen, Salz und Pfeffer vermischen. Transportieren kannst du ihn in allem was dicht ist. ;) (Behälter kannst du dir auch von Freunden/Familie leihen) 

3. Gerettete Fertiggerichte (z.B. von SIRPLUS*) da hast du zwar auch Müll, sparst aber Ressourcen, da diese Lebensmittel sonst, samt Verpackung, im Abfall gelandet wären 

4. Zum Snacken – Gemüse und Obst, dass sich ein paar Tage hält, die kann man auch ohne Probleme aufs Festivalgelände nehmen (Paprika, Tomaten, Äpfel, Bananen etc.) 

5. Zum Snacken – Nüsse und lose Süßigkeiten (die nicht schmelzen), gibt es im Unverpacktladen oder auch bei mein.muesli.laden. Tipp: die kann man einfach in kleinen Zuziehbeuteln oder Brotdosen transportieren und so auch mit aufs Festivalgelände nehmen.  

6. Wiederverwendbare Behälter aus Edelstahl o. Plastik für das Essen vom Foodtruck (hier unbedingt erkundigen, welche Materialien erlaubt sind), oder die Speisen auf die Hand nehmen (wenn möglich) 

7. Besteck selber mitbringen, z.B. aus der eigenen Besteckschublade, einen Göffel oder auch aus Holz 

Du siehst also, es ist gar nicht so schwer müllarm auf einem Festival zu essen. :)

Müllfreie Getränke auf Festivals – umsetzbar oder schwierig? 

Wir denken auch hier kommt es wieder ein bisschen auf das Festival an, in den jeweiligen FAQs deines Festivals erfährst du online auch einfach, was erlaubt ist und was nicht. 
Dennoch haben wir ein paar Tipps, die sicherlich vielerorts umsetzbar sind. 
 
1. Eine eigene Flasche (Aus Edelstahl, Glas oder auch Plastik, je nachdem, was erlaubt ist) 

2. Ein eigener Becher (gibt es auch mit Haken, sodass man sie am Gürtel o.Ä. befestigen kann – wie so etwas aussehen kann findest du heraus wenn du online einmal nach Campingbecher suchst) So kannst du Plastikbecher vermeiden wenn du dir vor Ort Getränke kaufst. 

3. Ein eigener Wassertank – zwar sind sie oft aus Plastik, doch man kann sie immer wiederverwenden. Wassertanks, die mehrere Liter Wasser aufnehmen können, kann man leicht im Zelt aufbewahren und auch beim Festival auffüllen. Vielleicht kennst du ja auch jemanden, der dir so einen Tank ausleiht. 

4, Bierfässer statt Bierdosen – Wer in der Gruppe das Festival unsicher macht, und nicht auf Bier verzichten will, kann mit einem Bierfass nicht nur Geld sonder auch Müll sparen. #sharingiscaring
Die meisten großen Bierfässer sind Pfandbehälter die sich im Gastronomiebedarf wieder zurück bringen lassen. So Spart man die ganzen Dosen und ist der King auf dem Gelände, denn: Wer kommt sonst noch mit Bierfass aufs Festival?
 
Wichtig ist, wie so oft, bevor du etwas neues kaufst, schau doch erst einmal, ob du das jeweilige nicht bereits hast oder dir ausleihen kannst. Auch gebraucht bekommt man viele Dinge, damit sparst du Geld und Ressourcen. 
 
Wenn du selbst auch noch Tipps hast wie man Getränkemüll vermeiden kann auf Festivals schreib sie gerne in die Kommentare.

Zero Waste Festival Glitzer

Glitzer kann man sehr gut als Make Up Ersatz einsetzen! Aber:
er besteht oft aus Kunststoff und landet als Mikroplastik im (Grund)wasser das möchten wir natürlich nicht (ganz zu schweigen davon, ob du wirklich Plastik auf deiner Haut und ggf. sogar in deinen Augen haben möchtest). Die ganz einfache nachhaltige und plastikfreie Alternative ist der auf Zellulose  basierende Glitzer von nature glitz*
Perfekt zum Start in die Festival Saison möchten wir dir damit ein kleines Start Up Produkt vorstellen, dass wir gerne unterstützen und super zu Festivals passt🙂  
Und zwar handelt es sich um den wundervollen Glitzer von
nature glitz* 💫  
Genauso wie uns ist es den beiden Gründerinnen Tamara und Susanna wichtig, auf das große Plastikproblem in unserer Welt aufmerksam zu machen und Nachhaltigkeit ist dabei ihr höchstes Gebot 😊💚 Im Gegensatz zu anderen Glitzer Herstellern ist dieses Produkt zu 100% biologisch abbaubar, wird in Deutschland hergestellt und ist vegan. Der Hauptbestandteil des Glitters ist Zellulose, welches sich ohne weiteres kompostieren lässt. Verpackt ist er in einem Schraubglas, das bedeutet, auch hier wird kein Plastik benötigt. 💪  
Getestet haben wir den Glitzer natürlich auch schon, und was sollen wir sagen? Er hält super gut mit Aloe Vera Gel, strahlt in aller Pracht. Nach dem Festival bekommt man ihn auch schnell wieder ab, indem man ihn mit Wasser abwäscht 💧.  

Mit ihm kannst du also dein Festivalerlebnis noch ein wenig strahlender und bunter machen.

Sex und Zero Waste

Ja, ganz ehrlich, wir wissen alle was auf Festivals passieren kann egal ob geplant oder nicht ;)  
 
Und auch wenn hier Müll entsteht, unserer Meinung nach hört der Zero Waste Gedanke auf, wenn es um die eigene Sicherheit und die von anderen geht. 
Deshalb sagen wir grundsätzlich ja zu Kondomen, doch das heißt ja nicht, dass man dieses Thema nicht auch nachhaltiger gestalten kann. 
 
Das ist auch der Grund, wieso wir dir hier auch ein weiteres Mal die nachhaltigen Kondome von @Einhorn Kondome und Fair squared empfehlen möchten.

Diese sind vegan, fair und teilweise sogar in Deutschland hergestellt. Wenn du noch mehr über ihre Nachhaltigkeit erfahren willst, schau unbedingt einmal auf den jeweiligen Webseiten vorbei, besonders Einhorn Kondome hat ein wirklich wunderschönes Schaubild darüber veröffentlicht. 
 
Und ganz wichtig: Nein heißt nein und überreden ist auch doof, also macht es wie die Schweden und achtet auf das gegenseitige Einverstädnnis. 
Denn am Ende soll ein Festival, und alles was dabei passiert, jedem in schöner Erinnerung bleiben. Oder nicht? 

Nachhaltige Pflaster für das Festival Medizinköfferchen

Was tun, wenn man sich verletzt? 
Genauso wie beim Thema Sex ist auch Wundversorgung ein Thema, bei dem der müllfreie Gedanke in den Hintergrund rücken darf.  
Doch ebenso ist es möglich solche Situationen etwas nachhaltiger zu gestalten (je nach Grad der Verletzung)
So kannst du z.B. bei der Wahl deiner Pflaster auch nachhaltiger sein indem du z.B. die veganen, fairen und biologisch abbaubaren von Patch* verwendest.

Diese Pflaster bestehen aus Bio-Bambus und ihr Klebefilm aus natürlichem PSA und auch ihre Umverpackung ist nachhaltiger hergestellt, aus Reispapier und Biokunsstoff. 

Wenn es also um kleine Schrammen und Schnitte geht sind sie eine gute Wahl – ebenso, wie der Wunde genug Luft zu lassen, nicht alles muss sofort abgeklebt werden. 
Vielleicht hast du ja auch noch Tipps zum Thema Wundversorgung auf Festivals und Co.? Wenn ja, dann teile sie gerne mit uns, in den Kommentaren.

Ein paar nachhaltige Festivals

Hier wollen wir mal anfangen eine Sammlung mit den themenspezifischen Zero Waste Festivals geben. Diese Liste ist höchstwahrscheinlich nicht vollständig, also falls du noch ein Festival hast was besonders nachhaltig oder sogar komplett Müllfrei ist, melde dich gern!

Wundaplunda
Fairstival
Foodsharing-Festival

Du kennst noch weitere Tipps und Ideen hast wie man Festivalaufenthalte müllfrei und nachhaltig gestalten kann? Dann schreib sie wie immer gerne in die Kommentare!

Mit Zero Waste Geld Sparen – Teil 1

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema Zero Waste beschäftigte, wusste ich nicht, dass man mit Zero Waste Geld sparen kann. Im Gegenteil, ich war besorgt, dass am Ende des Monats zu wenig Geld übrig sei und ich meinen Lebensstandard enorm einschränken müsste, damit ich Zero Waste leben kann. Dabei handelt es sich hierbei lediglich um ein weitverbreitetes Klischée, dass das Leben als Zero Wasteler teurer ist, wieso an dieser These nichts dran ist, lest ihr in unserem heutigen Artikel.

Wie genau und wodurch kann ich mit Zero Waste Geld sparen?

Der erste Schritt ist tatsächlich weniger Konsum.
Die zwei ersten Ansätze des Zero Waste Lebensstils sind refuse und reduce – auf gut Deutsch also ablehnen und reduzieren. Das bedeutet etwas pauschaler gesprochen, den eigenen Konsum (also, wie viel und was wir kaufen) zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.

Unsere Gesellschaft lebt im Überfluss, dieser kommt allerdings nur zustande weil Menschen dafür in anderen Ländern schuften, leiden und oft auch sterben.
Dazu kommt noch, dass in vielen Produkten neben dem Leid von Tier und Mensch auch oft Fette, Konservierungsstoffe, Chemikalien und andere Stoffe enthalten sind, die unserem Körper langfristig schaden können. Oft sind diese vor allem in verpackten Produkten zu finden.

Die Konsumfalle: wir kaufen zu viel und zu oft

Durch Werbung, schöne Verpackungen, Preisnachlässe und Co. werden wir animiert immer mehr zu kaufen. Auch Gratisproben & Co. sind oft sinnlos und aufwändig verpackt und somit echte Müllschleudern.

Uns wird eingeredet, wir müssten Bedürfnisse erfüllen, von denen wir vorher nicht mal wussten. Hinter nahezu jedem tollen Angebot steckt ein Industriezweig, der sich vor allem um eines kümmert: seinen eigenen Profit. Und durch geschicktes Marketing, geben wir beim allwöchentlichen Einkauf dann eben gerne mal mehr aus, weil uns noch ein paar tolle neue Produkte ins Auge gesprungen sind.  

Man gönnt sich ja sonst nichts, richtig? Und das denken wir uns mehrere Dutzend Mal pro Monat.
Da kommt dann doch ziemlich schnell viel unnötiger Müll zusammen.

Der Konsumfalle entgehen und mit Zero Waste Geld sparen

Doch wir haben die Möglichkeit, all diese Produkte abzulehnen bzw. zu reduzieren, wenn wir uns selbst eine Strategie zurechtlegen. Beispielsweise indem wir lernen, Dinge selber zu machen, Zeit als hohen Wert zu betrachten und lieber tauschen oder gebraucht, anstatt etwas neu zu kaufen.

Wenn wir uns also entscheiden, wieder zu einer natürlicheren Lebensweise zurück zu kommen, kann jeder von uns einiges an Geld sparen. Wir wissen, dass es eine große Umstellung ist, gerade unser Konsumverhalten wird von klein auf extrem geprägt. Doch es ist nicht unmöglich und es macht auch Spaß, sich bewusst damit auseinanderzusetzen, wie man sich selbst zu einem gesünderen, müllärmeren UND nachhaltigeren Leben verhelfen kann.

Geh raus – deine Stadt ist essbar

Um uns herum wachsen immer eine Fülle an Lebensmitteln, die wir im Grunde einfach nur sehen und einsammeln müssen, um sie zu nutzen. Auch in Städten gibt es viele Pflanzen, die Früchte tragen, Pilze, Kräuter und Nüsse, die wir ernten können. Was du alles direkt in deiner Nähe finden kannst, erfährst du  bei Mundraub.org.

So kannst du dir sparen, teure und oftmals verpackte Lebensmittel mit Zauberwirkung zu kaufen, denn sie gibt es, in ähnlicher Form, schon direkt vor deiner Haustür.

Weniger/keine Tierprodukte & regional sowie saisonal Einkaufen

Am Essen soll man nicht sparen heißt es, und dem stimmen wir mit einer kleinen Einschränkung zu: Es ist auch möglich sich wirklich gut zu versorgen, und dennoch den Geldbeutel ein wenig zu schonen.

Auch beim wöchentlichen Einkauf kannst du Geld und Verpackungen sparen und zwar, indem du auf saisonale und regionale Produkte zurückgreifst. Diese werden oftmals unverpackt und auf Wochenmärkten angeboten. Durch den geringen Transportweg weisen sie auch relativ geringe CO2 Emissionen auf. Außerdem kannst du so regionale Bauern oder Unternehmen unterstützen.

Eine weitere Möglichkeit weniger Müll zu produzieren und die Umwelt zu schonen ist, so viele pflanzliche, unbearbeitete Lebensmittel wie möglich zu essen. D.h. je weniger Fleisch, Milchprodukte und Eier wir essen, desto besser ist es für die Umwelt. Denn allein für z.B. ein Kilo Rindfleisch  werden ca 15.000 l Wasser benötigt und ca. 2,6 kg Futtermittel.  Auch im Preisvergleich ist hochwertiges Fleisch deutlich teurer, als dieselbe Menge an Obst/Gemüse, Getreide und Co.

Übrigens, wann welches Lebensmittel bei uns in Deutschland  Saison hat erfährst du durch sogenannte Saisonkalender. Dafür gibt es z.B. die kostenlose App „GrünZeit“.
So wird es super einfach für dich herauszufinden, welche Lebensmittel gerade besonders nachhaltig zu bekommen sind.

 

Viele weitere tolle Tipps, wie du mit Zero Waste Geld sparen kannst, findest du nächste Woche in unserem Teil 2 unserer Reihe „Mit Zero Waste Geld sparen“.

Photo: Maja Petric von Unsplash