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Zero Waste Adventskalender DIY Ideen

Wir sind uns sicher einig, dass das Jahr 2020 in vielen Bereichen ziemlich herausfordernd für uns alle war. In meiner persönlichen Wahrnehmung ist es dennoch unglaublich schnell vergangen und nun steht schon wieder Weihnachten und der Jahreswechsel vor der Tür. Um trotz Corona-Lock-Downs ausreichend Adventsstimmung aufkommen zu lassen, soll es in unserem heutigen Artikel, um DIY Zero Waste Adventskalender Ideen gehen. Vielleicht hast du ja noch Lust deinen liebsten einen Last-Minute Zero Waste Adventskalender zu basteln. Ich hoffe jedenfalls, dass dich unsere Ideen inspirieren können.

24 Songs – dein ganz individueller Zero Waste Adventskalender in Playlistform

Für alle zu Beschenkenden, die Musik lieben, bietet sich ein Musik-Adventskalender in Playlistform an. Bei einem Anbieter deiner Wahl (z.B. Spotify) kannst du deine ganz persönliche Adventskalender-Playlist erstellen und jeden Tag einen beliebigen Song als Adventskalender-Türchen hinzufügen. Besonders schön an dieser Idee, ist die Möglichkeit deinen Zero Waste Adventskalender an gemeinsame Erinnerungen anzulehnen, die vielleicht durch bestimmte Songs wachgerufen werden und die Tatsache, dass der Beschenkte auch nach der Adventszeit noch sehr sehr lange etwas von deiner Playlist hat.

24 Erlebnisse für das Jahr 2021

Das wertvollste aller Geschenke ist definitiv gemeinsame Zeit. Warum also nicht in Form von 24 „Gutscheinen“ gemeinsame Erlebnisse verschenken? Dabei sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt, du kannst von gemeinsamen Spaziergängen, über Massage, gemeinsame Filmschau-Zeit, Spiele-Zeit, Vorlese-Zeit, Reise-Zeit so gut wie alles verschenken. Wenn es dir mehr darum geht, deinen Liebsten etwas Gutes zu tun, dann denke dir kleine Gutscheine aus für Taten, die sie entlasten und ihnen mehr eigene Zeit schenken. Beispielsweise das Ausräumen der Spülmaschine, das Hüten der Kinder, Essen Kochen usw.. Du siehst, deine Möglichkeiten sind was das Schenken von Zeit angeht ziemlich breitgefächert.

24 Unverpackte Leckereien

Für die Leckermäuler unter uns sollte es natürlich auch ein eher klassischerer Zero Waste Adventskalender voller Leckereien sein. Anbei findest du 24 Ideen für unverpackte Leckereien, die du in deinen DIY Adventskalender packen kannst:

  1. Selbst gebackene Kekse
  2. Nüsse
  3. „Weihnachtliches“ Obst, wie Mandarinen
  4. Losen Tee
  5. Selbsgemachte Aufstriche
  6. DIY Glühweingewürz im Glas
  7. Kaffeebohnen
  8. Kräuter – getrocknet oder im Topf
  9. Selbstgemachter Sirup
  10. Säfte
  11. Selbstgemachte Gemüsebrühe(pulver)
  12. Gewürze
  13. DIY Brotbackmischung
  14. Selbstgemachte Marmelade
  15. regionalen Honig
  16. Besondere Biere / Weine
  17. Selbstgemachte Pralinen
  18. Selbstgemachte Trockenfrüchte z.B. aus Äpfeln
  19. DIY Gewürzsalz
  20. Selbstgemachte Energyballs
  21. Selbstgemachtes Fruchtleder als Gummibärchen Alternative
  22. DIY Kuchenbackmischung im Glas
  23. Selbstgemachtes Kaffeegewürz
  24. Selbstgemachter Likör

24 Geschichten – Zero Waste Adventskalender in Buchform

Inzwischen gibt es auch einige Adventskalender zu diversen Themen, wie Yoga, Escape Games usw. in Buchform. Individueller kannst du das ganze gestalten, indem du deine Lieblingspassagen aus 24 Büchern raussuchst und diese in einem Adventskalender an deine Liebsten verschenkst. So teilst du nicht nur deine Lieblingstexte, sie erhalten gleichzeitig noch 24 gute Buchempfehlungen für das kommende Jahr. Super funktioniert das Ganze natürlich auch mit 24 Kurzgeschichten oder Gedichten, vielleicht ja sogar selbstgeschrieben?

24 Kerzen – Adventskalender in seiner ursprünglichen Form

Wenn du ganz auf Konsum und große Beschenkerei verzichten willst, dann ist vielleicht ein Adventskalender in seiner ganz ursprünglichen Form das Richtige. Früher nutzten die Menschen 24 Kerzen, um die Tage bis zum Heiligabend herunter zu zählen. Warum nicht aus alten Wachsresten 24 ganz individuelle Kerzen selber machen und dann als Adventskalender verschenken?

Adventskalenderverpackungen

Ob du deinen Zero Waste Adventskalender nun mit selbstgemachter Seife, Süßigkeiten, selbstgemachten Bienenwachstüchern oder Geschichten befüllst, bei der Verpackungswahl hast du verschiedene Möglichkeiten diese auch nachhaltig zu gestalten.
Beispielsweise kannst du aus Stoffresten kleine Beutelchen nähen, die du jedes Jahr wieder aufs Neue verwenden kannst. Aber auch die Wiederverwendung von alten Gläsern oder Pappschachteln kommt als Verpackung deines DIY Adventskalenders in Frage. Oder du verwendest einfach fertige Jutesäckchen, die du sonst vielleicht zum Einkaufen deines Obst und Gemüses nimmst.

Ich hoffe die ein oder andere Idee konnte dich inspirieren. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß beim Basteln, eine wunderbare Adventszeit und wenn es dann soweit ist: Frohe Weihnachten!

10 Zero Waste Ideen für Fortgeschrittene – Tipps & Tricks für deinen Zero Waste Lifestyle

Auch beim Müllfreileben gibt es einige Lifehacks und tolle Zero Waste Ideen, die du unbedingt kennen solltest. 10 davon stellen wir dir heute vor. Viele dieser Tipps & Tricks sind ganz einfach umzusetzen, wenn du ein wenig Motivation und Durchhaltevermögen mitbringst. Am besten du suchst dir eine oder zwei unserer Ideen aus und probierst sie aus. Du musst keineswegs alles sofort umsetzen. Denk daran: jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung zählt und kann bereits einen großen Einfluss haben. Du kannst jeden Tag neu entscheiden, wie du dazu beitragen möchtest unsere Welt zu einem müllfreieren Ort zu machen. :)

1) Kaufe noch bewusster ein

Sicherlich kaufst du bereits sehr nachhaltig ein und wählst ganz sorgfältig die Produkte aus, die du letztendlich mit nach Hause nimmst. Vielleicht kennst du die folgenden Zero Waste Ideen noch nicht und kannst damit dein Kaufverhalten noch bewusster gestalten: Nimm einzelne Bananen mit. Oftmals kaufen Leute die Bananen im Bündel und so bleiben einzelne Bananen liegen und werden anschließend entsorgt, weil sie keiner kauft, du kannst hier also Gutes tun, indem du sie „rettest“. Schau am besten auch, ob ggf. Sachen in deinem Biomarkt oder Supermarkt reduziert sind, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft. Oft gibt es ein extra „Fach“ im Regal für solche Produkte. Dadurch hast du die Möglichkeit Lebensmittel zu retten und noch dazu etwas Geld zu sparen.
Du gehst regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkaufen? Dann bring doch die Eierkartons und Obstschalen zu deinem Händler des Vertrauens zurück, sodass er sie wiederverwenden kann.

2) Optimiere deinen Haushalt

Du hast bestimmt bei deiner Umstellung auf Zero Waste peu à peu deine alten Tupperdosen und auch sonstige Plastikartikel aus deinem Haushalt verbannt, aber hast du schon von folgenden Zero Waste Ideen gehört, um deinen Haushalt noch müllfreier zu gestalten? Warum nicht einfach einen Bidet-Aufsatz an deiner Toilette montieren? Dadurch sparst du Unmengen von Klopapier. Solche Aufsätze gibt es in allen möglichen Preisklassen zu erwerben und es ist deine Entscheidung, wie viel Geld du dafür ausgeben kannst und möchtest, google am besten „Bidet Aufsatz“ und such dir ein deinen Vorstellungen entsprechendes Produkt raus. Ein weiterer Haushaltsoptimierungstipp, den wir dir ans Herz legen können: Nutze keine beschichteten Töpfe und Pfannen mehr und tausche diese nach und nach gegen Edelstahl- oder gusseiserne Pfannen aus. Mit der Zeit löst sich nämlich die Beschichtung und gelangt in dein Essen oder aber beim Säubern dann ins Abwasser, sodass daraus Mikroplastikpartikel entstehen.

3) Mache noch mehr Dinge selbst

Wahrscheinlich stellst du bereits dein eigenes Waschmittel her oder du produzierst deine eigene unverpackte Pflanzenmilch. Aber gerade jetzt in dieser Phase unseres Lebens, in der viele von uns mehr Zeit zu Hause verbringen (müssen), bietet es sich doch an, noch ein paar Dinge mehr selber zu machen. Wie wäre es denn mit deinem eigenem Trockenshampoo aus Stärke und Kakaopulver, um die Zeiträume zwischen deinen Haarwäschen zu vergrößern und damit noch mehr Wasser zu sparen? Oder du ziehst einfach mal aus deinen Küchenabfällen Pflanzen? Besonders eignen sich dafür Zwiebeln, Zitronengras, Ingwer, Salat, Fenchel, Knoblauch und noch einige mehr. Am besten du googlest, ob du dein Lieblingsgemüse dafür verwenden kannst.

4) Umgebe dich mit Dingen, die ein Leben lang halten

Du kennst sicherlich den Spruch: wer billig kauft, kauft zweimal. Da ist auf jeden Fall etwas Wahres dran. Wahrscheinlich kauft die Person in ihrem Leben nicht nur zweimal, sondern 3, 4 oder sogar 5 Mal das gleiche Produkt. Achte bei deinen zukünftigen Anschaffungen und vielleicht auch bei deinen Wünschen darauf, dass es sich dabei um Gegenstände handelt, die langlebig sind und dein Leben lang halten werden. Das heißt gute Qualität ist also das A und O, egal ob der Preis vielleicht auf den ersten Blick etwas hoch erscheint. Versuche bei deinen Technikprodukten so zu kaufen, dass es dir möglich ist, Akkus auszutauschen oder ggf. Kabel zu ersetzen, damit du nicht gleich ein neues Handy oder einen neuen Laptop kaufen musst. Apropos Kabel, ein weiterer wichtiger Aspekt, den du dir auf jeden Fall zu Herzen nehmen solltest ist der achtsame Umgang mit deinen Besitztümern. Auch wir müssen das in einigen Bereichen noch lernen, wie oft bin ich schon an meinem Kopfhörerkabel irgendwo hängen geblieben, weil ich zu sorglos damit umgegangen bin! Je besser du auf deine Sachen achtest, desto länger werden sie auch halten.

5) Sei perfekt vorbereitet, wenn du unterwegs bist

Geht es dir auch manchmal so, dass du eigentlich Zero Waste bereits in vielen Bereichen super gut umsetzt, aber wenn es darum geht, dass du unterwegs bist, wirst du immer wieder vor Situationen gestellt, die dich aus deinem Zero Waste Flow bringen? Am besten erstellst du dir ein Allround-Zero-Waste-Kit und packst es in deine Tasche, sodass du die nötigsten Utensilien immer dabei hast, im Idealfall auch für dein „unvorbereitetes“ Gegenüber, sodass du auch noch gutes Vorbild für dein näheres Umfeld sein und deine Freunde von Zero Waste begeistern kannst.

6) Achte bewusster auf deinen Wasserverbrauch

Oftmals achten wir nicht bewusst auf unseren Wasserverbrauch, Menschen unter uns, die in Regionen leben, in denen im Sommer das Wasser knapp wird (z.B. Südafrika, Kalifornien etc.), kennen das genaue beobachten des Wasserverbrauchs und auch dessen Einschränkung jedoch sehr gut. Beispielsweise spült man an solchen Orten die Toilette nur noch, wenn es sich um ein „großes“ Geschäft handelt. Alle anderen Male setzt man aus. Achte mal darauf, wie oft du am Tag die Toilettenspülung betätigst und denke darüber nach, ob es sich nicht vielleicht lohnen könnte dein Duschwasser aufzufangen, um damit anschließend deine Toilette zu spülen. Eine tolle Möglichkeit deine Zimmerpflanzen zu düngen und zu wässern in einem ist es, dein Gemüsekochwasser für diesen Zweck zu verwenden. Achte dabei darauf, dass dein Kartoffel-, Brokkoli- oder Spargelwasser nich gesalzen ist.

7) Konzentriere dich auf die Bereiche, in denen noch „Müll“ anfällt

Du hast bereits in sämtlichen Bereichen auf Zero Waste umgestellt und weißt nicht so richtig, wie du jetzt noch weiter machen kannst? Dann schau mal in deinen Briefkasten!
Wenn möglich, dann stell deine Rechnungen auf „Online bzw. papierlos“ um. Bei vielen Banken und anderen offiziellen Anbietern gibt es inzwischen die Möglichkeit deine Rechnungen, Kontoübersichten etc. in einem Online-Postfach zu erhalten, sodass zum einen der Transport über die Post wegfällt und auch der unnötige Papierkram. Automatisch wirst du zu Hause mehr Platz haben, denn du brauchst keine tausend Ordner mehr, in denen du deine Rechnungen abheftest.

8) Achte noch bewusster auf deine Ernährung

Auch im Bereich Ernährung kannst du deinen Zero Waste Lifestyle noch weiter vorantreiben. Versuche zum Beispiel einen Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten, wenn du dich bereits vegetarisch ernährst, dann baue doch einen veganen Tag in der Woche ein. Du lebst sogar schon vegan? Wie wäre es denn dann, wenn du mal versuchst einen Tag pro Woche komplett auf Weizenprodukte zu verzichten, um den exzessiven Getreideanbau etwas weniger zu unterstützen oder in Zukunft wirklich keine Produkte mit Palmöl mehr verwendest? Du siehst du kannst hier sicherlich kreativ mit deinen Ernährungsgewohnheiten jonglieren und immer wieder neue Herausforderungen setzen.

9) Lege deinen Fokus auf Erlebnisse statt Dinge

Statt permanent Produkte zu konsumieren, kannst du deinen Alltag auch immer mehr dahin ausrichten deine Lebensenergie aus Erlebnissen zu ziehen. Plane gemeinsame Ausflüge mit deiner Familie und Freunden. Besuche Workshops und Veranstaltungen, um dein Wissen zu erweitern. Oder veranstalte selbst kleine Feste, Ausstellungen usw.. Deiner Kreativität ist auch hier keine Grenzen gesetzt. Auch wenn es aktuell nur erst einmal an die gedankliche Planung gehen kann, wenn Corona vorbei ist, wird die Umsetzung umso schöner.

10) Visualisiere deinen Erfolg

Wahnsinn, wie viel du bereits erreicht hast. Das solltest du dir wahrhaftig mal vor Augen halten und auch immer wieder bewusst machen. Deshalb ist es besonders hilfreich, wenn du dir kleine wöchentliche oder monatliche Zero Waste Ziele setzt oder sogar ein großes Jahresziel vor Augen hast, das du gern erreichen möchtest. Vielleicht belohnst du dich auch für deine erreichten Zwischenziele mit einem schönen Erlebnis?
Wir sind gespannt davon in den Kommentaren zu lesen. :)

Zero Waste Leben – So startest du in den Zero Waste Lifestyle

Immer wieder wird uns die Frage gestellt: „Müllfrei leben? Ist das denn nicht schwer umsetzbar?“ und wir können sie immer wieder nur mit „Nein. Es ist eigentlich ganz leicht.“ Beantworten.
Was genau hinter dem Begriff „Zero Waste“ steckt und vor allem, welche Vorteile ein Zero Waste Leben mit sich bringt und vor allem, wie du deinen Einstieg in den Zero Waste Lifestyle gestalten kannst, darum soll es im Folgenden gehen.

Die Philosophie hinter Zero Waste

Wer denkt hinter Zero Waste verbirgt sich nur ein neuer hipper Öko-Trend, der liegt falsch, denn Zero Waste sollte eigentlich jeden etwas angehen. Die Antwort auf die Frage „Was ist Zero Waste eigentlich?“ ist simpel. Zero Waste hat das Ziel im Alltag Müll zu vermeiden , dabei stützt sich die Zero Waste Bewegung auf 5 Rs:

  1. Refuse: Verzichte auf das, was du nicht wirklich brauchst
  2. Reduce: Reduziere, die Dinge, die du konsumierst
  3. Reuse: Verwende so viel wie möglich wieder
  4. Recycle: Recycle nur das Nötigste
  5. Rot: Kompostiere die Abfälle, die nicht anderweitig verwendet werden können

Ok, so weit, so gut. Das sieht erstmal einfach aus, aber was steckt noch dahinter?

Bei Zero Waste geht es auch darum unser wirtschaftliches System neu zu definieren. Momentan leben wir in einer linearen Wirtschaft, in der wertvolle Ressourcen für die Produktion von Einwegverpackungen verwendet werden, die dann wiederum auf der Müllkippe landen.

Das Ziel von Zero Waste ist es, einen Schritt weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen, in der alles was produziert wird, auch für irgendeinen Zweck im System wiederverwendet werden kann und dadurch kein Müll mehr existiert. Die Kreislaufwirtschaft orientiert sich dabei am Kreislauf der Natur.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Zero Waste ist das Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens. Wie oft kaufen wir Dinge, die wir am Ende kaum oder sogar ungenutzt wieder wegschmeißen?

Es geht um das Bewusstwerden über unsere Bedürfnisse und wie wir diese möglichst umweltschonend erfüllen können ohne selbst im Mangel zu leben. Das heißt wir sollten alle täglich unseren Konsum hinterfragen. Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern darum bessere Entscheidungen zu treffen. Stell dir am besten immer die Frage, was ist die bessere Wahl für unseren Planeten, bevor du etwas kaufst und versuch so oft es geht lokal, regional und vor allem saisonal einzukaufen. Denn „verpackungsfrei“ ist nicht zwangsweise immer die umweltschonendste Alternative, wenn du beispielsweise zwei Produkte zur Auswahl hast, das eine zwar verpackt, aber lokal zu erwerben ist und das unverpackte Produkt erst aus den USA nach Deutschland transportiert werden müsste.


Vergiss bei all deinen Bemühungen um ein müllfreies Leben nicht, dass Zero Waste auch Spaß machen soll und ein Zero Waste Lifestyle nicht heißt, dass du auf alles, was luxuriös ist, verzichten musst.

Die ersten Schritte ins Zero Waste Leben – So gelingt dir der Einstieg

Am besten gelingt dir der Einstieg in dein Zero Waste Leben, wenn du dir erstmal ein Zimmer heraussuchst, bei dem du mit der Umstellung deines Lebensstils beginnen möchtest. Wir empfehlen dazu gern das Badezimmer, da vielen dort der Verzicht auf verpackte Produkte sehr leicht fällt. Duschbad aus der Plastikflasche lässt sich leicht mit einem Stück Seife ersetzen, das Shampoo mit einem Shampoobar und der Einwegrasierer mit einem Rasierhobel.

Wo wir auch schon direkt beim nächsten Thema sind, welches dir den Einstieg ins Zero Waste Leben noch leichter macht, nämlich einfache Zero Waste Swaps, d.h. Dinge, die ganz einfach durch nachhaltigere, unverpackte Alternativen auszutauschen sind. Beispiele sind die oben genannte Seife, oder aber der Verzicht auf Küchentüchern aus Papier und deren Ersatz durch wiederverwendbare Lappen oder aber das Verwenden von klassischen Stoffbeuteln beim Einkaufen statt Wegwerfplastiktüten.

Empfehlenswert für den Beginn ist auch der Besuch in einem Unverpacktladen in deiner Nähe, um dir ein Bild und Gefühl dafür zu verschaffen, dass es tatsächlich so gut wie alles unverpackt zu kaufen gibt. Wenn du keinen Unverpacktladen in deiner direkten Nähe hast, dann versuche möglichst auf Märkten den Großteil deiner frischen Lebensmittel unverpackt zu kaufen. Manchmal haben auch Bioläden eine kleine Abteilung, in der du Unverpackte Produkte erhalten kannst.

Das wohl wichtigste beim Einsteigen in den Zero Waste Lebensstil ist das Wissen darum, dass du nicht perfekt sein musst und dass jeder kleine Schritt den du tust, ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es ist bei weitem wertvoller, wenn du Spaß am Zero Waste Leben hast und es dafür, vielleicht nicht perfekt, aber langfristig durchziehst, als wenn du minutiös auf jede Kleinigkeit achtest und dich selbst verurteilst, wenn du doch mal Müll produziert hast, dann aber nach 1 Monat die Lust daran verlierst so zu leben und alles wieder über den Haufen wirfst.

Diese Vorteile Bringt dir ein Leben ohne Müll

Natürlich bringt das Zero Waste Leben viele wunderbare Vorteile mit sich:

Minimalismus – Wenn du dich dazu entschließt Zero Waste zu leben, dann befreist du dich automatisch von unnötigem Ballast. Du wirst sicherlich anfangen Dinge auszusortieren und bei erneuten Kaufentscheidungen genau überlegen, was du wirklich brauchst. Aus unserer Erfahrung heraus führt Zero Waste durchaus  zu einem minimalistischerem Lebensstil, da der massenhafte Konsum von Kleidung, Technik etc. nicht mehr im Vordergrund steht

back to the roots – Wer Zero Waste lebt, wird automatisch wieder mehr selber machen, da sprechen wir aus eigener Erfahrung. Das Schöne daran ist, du wirst unabhängiger von gängigen Konsumgütern. Du wolltest schon immer ein Waschmittel mit deinem Lieblingsduft? Super, denn das kannst du dir ganz einfach aus ein paar Zutaten selbst herstellen. Zero Waste führt also dazu, dass wir uns wieder auf alte Rezepte und Verfahrensweisen besinnen, sei es sein Brot selbst zu Backen, dein eigenes Sauerkraut zu fermentieren, dir Stofftaschentücher zu nähen oder deine Zahnpasta selbst zu machen. Du wirst sehen, oft braucht es dafür nur ganz simple Zutaten.

Entfalte deine Kreativität  – Da nicht immer alle Produkte, die du dir so vielleicht wünschst in deiner Nähe unverpackt angeboten werden, wird Zero Waste langfristig dazu führen, dass du kreativer wirst und dir eigene Alternativen ausdenkst oder erschaffst, es lässt dich also über den Tellerrand schauen und ganz neue Lösungen entdecken, die dir so früher nie in den Sinn gekommen wären.

Spare Geld  – Wenn du deinen Konsum wirklich überdenkst, wirst du automatisch weniger kaufen und dadurch sparst du logischerweise Geld. Zwar sind vielleicht einige Unverpackte Lebensmittel teurer, als im normalen Supermarkt, aber auch die Dinge, die du selbst herstellst, werden dich nur einen Bruchteil davon kosten, von herkömmlichen industriell hergestellten Produkten.

Deine Gesundheit im Fokus – Durch den Verzicht auf verpackte Fertigprodukte, wird automatisch dazu führen, dass du öfter selber kochst und frische Lebensmittel in deine Ernährung integrierst, das heißt ein weiterer positiver Nebeneffekt von Zero Waste ist also, dass du gesünder lebst und deinem Körper etwas Gutes tust. Auch deshalb, weil du ihn nicht länger den in Plastikverpackungen enthaltenen Giftstoffen aussetzt.

Für eine gemeinsame Zukunft – Wenn du müllfrei lebst, tust du etwas für die Gemeinschaft und vor allem unseren Planeten.  Du übernimmst eine Vorbildfunktion für unsere Kinder aber auch für alle anderen Menschen in deinem Umfeld, die sich vorher noch nie mit Zero Waste beschäftigt haben. Du bist sozusagen das Samenkorn, was den Gedanken von einer müllfreieren Welt in viele weitere Köpfe sähen kann. Vielen Dank dafür :)

Low Waste vs. Zero Waste

Low Waste, Less Waste, Zero Waste? – Du möchtest im Alltag gern Müll vermeiden und deinen Lebensstil nachhaltiger gestalten, blickst aber im Dschungel der ganzen Zero Waste Begrifflichkeiten noch nicht ganz durch? Dann bist du hier genau richtig, wir erklären dir nämlich im folgenden Artikel, was es genau mit den einzelnen Begriffen auf sich hat, aber auch als Zero Waste Profi bist du herzlich eingeladen weiter zu lesen, denn wir beleuchten Zero Waste auch einmal kritisch und beurteilen seine Sinnhaftigkeit.

Zero WASTE – Was ist das überhaupt?

Vielleicht bist du gerade erst auf das Thema Zero Waste gestoßen und weißt noch nicht so richtig, was überhaupt dahinter steckt. Zero Waste ist ein Lebensstil und Mindset, bei dem es darum geht nachhaltige Kreisläufe zu entwickeln, in denen alle Materialien wiederverwendet werden können, um systematisch die Menge des anfallenden Abfalls zu reduzieren. Es geht also darum Ressourcen zu schützen und zu erhalten und alle „Abfälle“ zu Land, im Wasser, in der Luft, die eine Bedrohung für unseren Planeten, uns Menschen, Tiere und Pflanzen darstellen, langfristig zu eliminieren. Dabei bezieht sich Zero Waste sowohl auf große Unternehmen, als auch auf den Alltag eines Konsumenten, wie du und ich. Leider sind große Unternehmen in der Umsetzung der Zero Waste Philosophie tatsächlich etwas träger, als wir Konsumenten, das heißt, es ist umso wichtiger, dass wir im täglichen Leben mit gutem Beispiel vorangehen und mit unserem Konsumverhalten bzw. unserer Nachfrage wenigstens Einfluss auf das Angebot der Unternehmen nehmen.

Zero Waste heißt nicht, dass du kein einziges Stück Müll mehr produzieren darfst, was so gut wie unmöglich ist, wenn man bedenkt, dass auch Autofahren usw. unter luftverschmutzenden Abfall zählt und dass auch hinter den Kulissen, z.B. in Unverpacktläden weiterhin Abfall anfällt. Stattdessen geht es im Zero Waste Lifestyle eher darum mit großer Motivation nach Alternativen zu suchen, um so wenig Müll wie möglich anfallen zu lassen. Zero Waste bedeutet also zusammengefasst, durch deine verantwortungsbewussten Entscheidungen im täglichen Leben, dich der wichtigen Aufgabe zu stellen keinen Müll mehr zu produzieren.

LOW Waste – Der Unterschied zu Zero Waste

Low Waste ist eine lockerere Bezeichnung für die Zero Waste Bewegung, denn sie nimmt etwas den Druck raus und vermittelt gerade Neulingen in der Zero Waste Thematik, dass es absolut okay ist, den Lebensstil umzustellen, indem man nach und nach immer weniger Müll produziert. Ebenfalls impliziert Low Waste, dass es schon viel bringt, wenn du beispielsweise im Badezimmer komplett auf anfallenden Abfall verzichtest oder in der Küche besonders darauf achtest, keine Wegwerfutensilien mehr zu verwenden oder zum Beispiel Unverpackt einkaufst.

Während beim Klang von Zero Waste immer der erhobene Zeigefinger mitschwingt, hat man beim Umsetzen von Low Waste erst einmal kein schlechtes Gewissen, denn hier gilt: alles, was du tust, um Müll zu vermeiden ist ein Schritt in die richtige Richtung und hilft! Und genau darum geht es. Es kommt nicht darauf an, dass du alles perfekt machst und dich dabei auch noch unter Druck setzt keine Fehler zu machen. Der Verzicht auf Müll soll neben allen positiven Nebeneffekten vor allem eins, nämlich Spaß machen, damit du auch langfristig dran bleibst und diesen neuen Lebensstil besser in deinen Alltag integrieren kannst. Dabei stützt sich Low Waste genau wie Zero Waste auch auf die 5 Rs – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot.

Ist Zero Waste überhaupt sinnvoll?

Eine Frage, die sich viele Menschen stellen „Kann ich denn als Einzelner überhaupt etwas verändern?“ – Ja, das kannst du, denn erstens, bist du nicht allein mit deinem Ansporn etwas an deinem Konsumverhalten und Lebensstil zu verändern und zweitens, hat dein Verhalten, großen Einfluss, wenn du eine tägliche Handlungsweise mal auf 365 Tage im Jahr und die kommenden 10 Jahre hochrechnest. Illustrieren lässt sich dieser Fakt sehr gut mit folgendem Beispiel: stell dir vor du spuckst jeden Tag deinen Kaugummi in den Wald, dann kannst du dir jetzt mal vor deinem geistigen Auge ausmalen, wie die Stelle im Wald in 365 Tagen aussehen wird.
Es ist also jeder noch so kleine Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Lebensstils sinnvoll, sei es Low Waste, Zero Waste oder das Vermeiden von Plastikmüll. Und bedenke dabei, dass du mit deiner Verhaltensänderung die Möglichkeit hast, das Zero Waste Samenkorn in den Köpfen deiner Familie, Freunde oder Kollegen zu sein. Mit jeder alltäglichen Verhaltensanpassung, wird dein Umfeld darauf aufmerksam werden, dass sich etwas verändert, sie werden dir Fragen stellen und anfangen selber mehr über ihr Handeln nachzudenken. Selbst wenn sie nicht sofort auf den Zero Waste Zug mit aufspringen, dann hast du sie wenigstens ins Grübeln gebracht, ob es nicht sinnvoll wäre auch etwas an ihrem eigenen Lebensstil zu ändern und das ist doch schon mal ein toller Schritt in die richtige Richtung, nicht wahr?

Die Frage, ob der Verzicht auf Abfall sinnvoll ist, brauchen wir ja fast gar nicht stellen oder? Denn das Einsparen von Verpackungsmaterial bedeutet langfristig auch das Sparen von Ressourcen und somit der Möglichkeit diese später anderweitig zur Verfügung zu haben. Auch für das Recycling von Verpackungsmüll werden Ressourcen, wie Wasser und Strom, in unseren Mülltrennungs- und Aufbereitungsanlagen benötigt. Je weniger unser Mülls dort aufbereitet werden muss, weil wir einfach weniger produzieren, desto mehr Ressourcen können wir also auch dort schonen.

Low Waste oder Zero Waste – Was du tun kannst

Mal davon abgesehen, dass jeder noch so kleine Verzicht auf das Produzieren von Müll ein super Beitrag zur Zero Waste Bewegung ist, gibt es noch einige andere Dinge, die du neben der Umstellung deines Lebensstils hin zum Abfall vermeiden, tun kannst:

  1. Gehe Wählen: Wann immer du die Gelegenheit dazu hast für deine Stadt, dein Bundesland oder gar auf nationaler Ebene wählen zu gehen, dann tu es bitte und wähle Menschen, die sich für die Umwelt und strengere Regularien von Müll einsetzen.
  2. Verlange von Politiker(Inne)n stärkeren Einsatz gegen Einweg-Plastik: Du hast also deinen Wunschkandidat(inn)en im günstigsten Fall in den Stadtrat deiner Stadt gewählt, das ist toll. Kontaktiere sie/ihn und fordere stärkeren Einsatz gegen Einweg-Plastik.
  3. Kontaktiere deine Lieblingsgetränke- und -essensmarken: Schreibe eine E-Mail, einen Brief oder nutze deine Social Media Kanäle, um bei deinen Lieblingsmarken in Erfahrung zu bringen, was genau sie tun, um Müll zu vermeiden. Wenn möglich dann mache diese Kontaktaufnahmen öffentlich, sodass möglichst viele Leute davon lesen. Du kannst ebenfalls Unternehmen anschreiben, deren Müll du nicht mehr sehen kannst, wie beispielsweise McDonalds, Starbucks, Nestle usw.
  4. Unterstütze Vereine und Organisationen, die sich für strengere Regularien einsetzen: Es gibt zahlreiche Organisationen, die sich für eine bessere Umwelt einsetzen oder beispielsweise gegen die Verschmutzung unserer Ozeane kämpfen. Such dir am besten eine Organisation aus, die am ehesten deine Vision vertritt und unterstütze sie.
  5. Trage deinen Zero Waste Lebensstil nach außen: Wie bereits oben angedeutet, du hast die Möglichkeit das Samenkorn im Kopf anderer Menschen zu sein, wenn es darum geht die Zero Waste Idee weiter zu verbreiten. Es ist wichtig, dass du dich auch außerhalb der „Zero Waste Bubble“ mit Menschen unterhältst, die noch keinen nachhaltigen Lebensstil führen. Höre ihnen vor allem zu und bringe in Erfahrung, was ihnen helfen würde den Einstieg in einen Low Waste oder Zero Waste Lebensstil zu finden.

Zero Waste mit Kindern

In diesem Artikel dreht sich alles um das Thema Zero Waste mit Kindern. Auch wenn wir selbst noch keine haben, sehen wir das Zero Waste Leben mit Kindern als einen extrem wichtigen Punkt, da unsere Kinder letztendlich die Welt bewohnen werden, wenn wir nicht mehr da sind. Und dazu gehört für uns auch, dass sie wissen, wie man einen möglichst nachhaltigen Lebensstil führen kann.

Die Vorteile von Zero Waste mit Kindern

Doch welche Vorteile bringt ein müllärmeres Leben mit Kindern?

1. Minimalismus

Wenn du mit Kindern müllarm leben willst, kommt es über kurz oder lang dazu, dass du bestimmte Dinge einfach nicht mehr kaufst und sie dementsprechend nicht zu Hause zur Verfügung stehen. Diese Form des Minimalismus hilft, dass Kinder (und Erwachsene) wieder kreativer werden, was sie mit ihrer Zeit anfangen könnten. Denn anstatt wieder ein neues Spielzeug nach kurzer Zeit in die Ecke zu schmeißen, wird einfach aus dem Vorhandenen etwas „Neues“ gemacht.

2. Bewusstsein

Kinder können oft so viel mehr, als wir ihnen zutrauen. Wenn du ihnen kindgerecht erklärst, wieso du z.B. keine Plastikflaschen kaufst, können sie dieses Wissen auch auf andere Dinge übertragen (z.B. auf Spielsachen, die sie gerne hätten). Sicherlich, das wird nicht immer so laufen, doch wenn du Kindern vorlebst, dass es auch andere Wege gibt und sie dabei liebevoll mitnimmst, fühlen sie sich angenommen und wollen auch etwas tun, dass ihnen und der Umwelt gut tut.
Ein kurzes Beispiel illustriert diese Tatsache vielleicht ganz gut: die 8 Jährige Tochter einer Freundin hat einen Ausflug in den Unverpackt Laden gemacht, dort wurde den Kindern erklärt, wieso Plastik schlecht für die Umwelt ist. 2 Monate später hatte sie Geburtstag und war super stolz, dass sie dieses Mal nichts aus Plastik bekommen bzw. sich gewünscht hatte.

3. Zeit statt Zeug

Anstatt Kinder mit Süßigkeiten, Spielzeug oder Ähnlichem zu belohnen, kannst du auch einen schönen Ausflug machen. Das kann auch einfach nur ein Waldspaziergang sein, bei dem die Kinder z.B. schauen, wie viele verschiedene Bäume sie entdecken. Dadurch vertiefen sich die Beziehungen und die Kinder bekommen eine Verbindung zur Natur, die so heute leider eher selten geworden ist.
Es muss aber nicht immer außer Haus sein, man kann auch Spielzeug selber machen (z.B. Knete, das Rezept liefern wir noch nach), vorlesen, malen oder Ähnliches, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

4. Gesundheit

Es liegt eigentlich auf der Hand, je weniger Kinder mit Plastik, Alu und Co. in Berührung kommen, desto besser. Auch bei Kleidung, Kinderkosmetik, Spielzeug und Co. macht es Sinn, darauf zu achten, da über die Haut auch viele Schadstoffe aufgenommen werden können. Ein letzter Tipp noch, den wir bei @simplyzero_de gefunden haben: Wenn dein Kind etwas bei Freunden ganz toll findet (z.B. das Trampolin),  nutze diese Begeisterung doch, um diese Freunde öfter zu besuchen. So bleibt das Trampolin etwas Besonderes und man verbringt mehr Zeit mit den Menschen, die einem wichtig sind.

Tipps für Minimalismus mit Kindern

Das ist ja alles schön und gut, doch wie lässt sich Minimalismus oder Zero Waste mit Kindern jetzt tatsächlich in die Tat umsetzen? Minimalismus mit Kindern – klingt erst einmal ein bisschen wie ein Widerspruch in sich, oder? Es ist allerdings tatsächlich möglich!
Unsere heutigen Tipps haben wir auf dem Blog „Hinterland“ von Namika gefunden.
Sie hat selbst eine vierjährige Tochter und weiß also definitiv, wovon sie spricht.
Folgende Ideen teilt sie zum Thema „Minimalismus mit Kind“:
Ganz vorn an stellt Namika, das Element der „Kommunikation“. Sie ist überzeugt davon, dass Reden extrem hilfreich ist, besonders dann, wenn man dem Kind die Hintergründe erklärt, weshalb es auf eine bestimmte Weise handeln sollte, denn ihrer Erfahrung nach sind Kinder viel verständnisvoller, als du es oft erwartest, wichtig ist hierbei sie ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

1. Nicht alles sofort wollen – Menschen sind Gewohnheitstiere, so müssen sich auch Kinder in Ruhe an etwas Neues gewöhnen können, dadurch kann es den Wandlungsprozess aktiv miterleben und als nützlich für sich annehmen.

2. Das Spielverhalten beobachten – Fällt dir beim Beobachten des Spielverhalten deines Kindes auf, dass es mit einigen Gegenständen besonders gern spielt und dafür andere links liegen lässt, dann hast du hier schon eine Stelle, an der du in Sachen Minimalismus ansetzen kannst.

3. Das Tauschregal – Wenn du dir wirklich ganz sicher sein möchtest, was für dein Kind wichtig ist und auf welche Spielzeuge es gut und gern verzichten könnte, dann lege mit ihm gemeinsam ein Tauschregal an. Während einige Spielsachen immer zur Verfügung stehen, werden andere ins Tauschregal gelegt. Möchte dein Kind mit einem Gegenstand aus dem Tauschregal spielen, legt es dafür ein anderes Spielzeug aus seinem Zimmer hinein. Wenn manche Tauschregalbewohner nach zwei, drei Monaten nie getauscht wurden, dann können sie ohne schlechtes Gewissen weggegeben werden.

4. Die Bibliothek – dieser Begriff ist an dieser Stelle doppeldeutig gemeint. Zum Einen kannst du auch mit Büchern eine Art „Tauschregal“ erstellen, das vom Prinzip her genauso funktioniert, zum Anderen ist es durchaus sinnvoll in die städtische Bibliothek zu gehen und sich dort Bücher auszuleihen, als wirklich jedes Kinderbuch selbst besitzen zu müssen.

5. Veranstalte Spielzeug-Tausch-Nachmittage – Was die Mamas als Klamotten-Tausch-Parties kennen, kannst du auch für deine Kinder für deren Spielzeuge mit Freunden im gleichen Alter organisieren. Du schlägst hier zwei Fliegen mit einer Klappe, dein Kind wird Abwechslung in seiner Spielkiste erhalten und gleichzeitig verbringt es einen schönen Nachmittag mit seinen Freunden. Besonders toll ist auch er Aspekt, dass die Kinder dabei gleich das Teilen bzw. Tauschen lernen.

6. Gib nicht sofort alles weg. – Taste dich langsam ran und lege Stück für Stück mal ein paar Sachen zur Seite. Manchmal fällt das auf und dein Kind holt sich die Sachen zurück, dann weißt du, dass du sie (noch) nicht weggeben kannst.

Noch mehr Ideen und Inspirationen findest du auf Namikas Blog.

DIY – Zero Waste Knetmasse

Das heutige Rezept haben wir von dem Blog zerowastefamilie.de und wir können ihn insbesondere für Familien empfehlen, die auf dem Land leben, denn genau dort wohnt die vierköpfige Familie.
Das Rezept ist wirklich simpel und der große Vorteil: die Knete ist nachhaltig (ohne Paraffin, Erdöl, Plastik oder ähnlichem) und durch die Zitronensäure trocknet sie auch nicht so schnell aus und ist dennoch genauso elastisch und gut nutzbar wie die, die man im Laden kaufen kann.

Für alle, die keine Lebensmittelfarbe nutzen wollen, gibt es verschiedene natürliche Färbemittel:
rot: Rote-Beete-Saft
dunkelrot: gekochter Holunderbeersaft
blau: Blaubeerensaft gelb: Kurkuma

Die Knetmasse sollte sich in luftdichten Gefäßen und gekühlt mehrere Wochen halten.
Du kannst allerdings auch erst einmal den Teig so formen, wie du ihn gerne hättest und dann lässt du ihn trocknen (oder bei 140 Grad für 45 min im Ofen ausbacken). Die festen Kunstwerke, kann man dann mit Wasserfarben bemalen und z.B. für den Kaufmannsladen oder andere Spielmöglichkeiten nutzen. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

DIY Zero Waste Feuchttücher

Feuchttücher sind eines der Produkte, die zum Einen sehr praktisch, zum Anderen aber auch wieder sehr umweltbelastend sind. Nicht nur Aufgrund der Verpackung oder dem anfallenden Müll, sondern auch wegen der Inhaltstoffe, die nicht bei jedem Anbieter natürlich und umweltschonend sind. Das dachte sich auch der Blog zerowastegroßfamilie.blogspot.com und hat deshalb eine gute Alternative vorgestellt.
Sie ist simpel und günstig. Man schneidet ein (altes) Flanelltuch in 12×12 cm große Stücke (mit der Zick-Zack Schere wird das Ausfransen eingedämmt) und dann mischt man noch 100ml abgekochtes Wasser mit einem nativen Öl in einer Sprühflasche. Bei Bedarf wird dann einfach der Babypo großzügig eingesprüht und mit einem der Tücher abgewischt. Die benutzten Tücher kommen dann in einen dafür vorgesehenen Eimer und werden beim nächsten Waschgang mit gewaschen.
Eine weitere (oder auch zusätzliche) Alternative hat Olga von zerowastelifestyle.de vorgestellt. Hierfür benötigst du lediglich ein wenig Platz im Bad, sodass du dort den Wickelplatz nahe dem Waschbecken einrichten kannst. So benötigst du gar keine Tücher, sondern kann das Baby direkt im Waschbecken mit Wasser säubern.

Zero Waste Kindergarten

Der Kindergarten ist ein Ort, an dem viele Kinder einen großen Teil ihrer Zeit verbringen, und der auch einen erheblichen Einfluss auf ihr Weltverständnis haben kann. So kann eben hier auch schon ein Grundstein für ein Nachhaltigkeitsbewusstsein gelegt werden. Zum Einen, indem man die Kleinen liebevoll und altersgerecht an das Thema heranführt, zum Anderen aber auch, indem man ihnen direkt ein umweltbewusstes Verhalten vorlebt. Egal, ob Eltern oder Erzieher, jeder kann hier seinen Teil beitragen und ganz wichtig ist es auch, dass man in Kommunikation miteinander tritt.

Sicherlich kann man keine Pauschalaussagen treffen, was Kindergärten alles umsetzen können, doch ein paar Ideen wollen wir gerne heute mit euch teilen:

1. Schmierpapier – zum Malen und Klecksen kann man einfach überschüssige Fehldrucke und anderes einseitig bedrucktes Papier verwenden, welches sonst im Müll landen würde. Man kann auch einen Aufruf unter den Eltern starten und bitten, dass jeder regelmäßig solches Papier mitbringt.

2. Großpackungen kaufen und nichts einzeln Verpacktes (z.B. bei Lebensmitteln, Kleber, Stiften und Co.)

3. wenn etwas neu gekauft werden muss, zuerst einmal nach nachhaltigen Alternativen Ausschau halten (z.B. bei Farbe, Stiften, Windeln etc.)

4. Mittagessen – viele Kitas engagieren Catering-Services für das Essen, hier gibt es viele Möglichkeiten etwas nachhaltiger zu sein z.B. auf Bio achten, viele vegetarische Gerichte

5. Selbermachen – Süßigkeiten, Haushaltsreiniger, Brotaufstriche etc. Es gibt viele Dinge, die man im Kindergarten (mit den Kindern) selbst und kostengünstig herstellen kann.

6. Materialien bei Eltern einsammeln – wie beim Schmierpapier, kann man auch vieles, das man zum Basteln braucht von den Eltern erbitten (Schraubgläser, Zeitungen, Klopapierrollen etc.)

7. Die Eltern bitten, den Kindern keine verpackten Snacks/Süßigkeiten mitzugeben und selber auch keine verteilen.

Es gibt natürlich noch viele weitere Ideen, nicht alles wird für jeden KiGa umsetzbar, doch jeder kann etwas tun. Wie schon gesagt, wichtig ist es, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern stimmt. Und wenn man auch hier respektvoll und freundlich miteinander umgeht, kann man sicherlich gemeinsam vieles erreichen.

Wir wissen, dass diese Vorschläge sehr allgemein gehalten sind. Falls du noch Fragen zu einem bestimmten Punkt hast, schreib ihn gerne in die Kommentare.

Nachhaltige Kindermode

Mode ist sicherlich ein Thema, das stark polarisieren kann. Doch worin wir uns wahrscheinlich alle einig sind, ist wohl, dass sie mit so wenig Leid und Naturzerstörung, wie möglich hergestellt werden sollte.
Nun wachsen Kinder oft sehr schnell, deshalb macht es bei ihnen tatsächlich Sinn, hauptsächlich Second Hand zu kaufen, da so der Geldbeutel geschont wird und nicht immer wieder neue Ressourcen verbraucht werden. Oder vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit mit anderen Eltern in deiner Umgebung Kleidung zu tauschen, je nachdem welche Größe gerade benötigt wird?
Hier nochmal auf einen Blick, weshalb Second Hand Klamotten für Kinder so toll sind:

1) die Sachen werden mehrfach wiederverwendet
2) Keine (erneute) Ausbeutung der Arbeiter*innen
3) Enorme Ressourceneinsparungen
4) Schädliche Chemikalien wurden durch das häufige Waschen bereits rausgewaschen
5) Geld sparend
6) Du leihst/kaufst nur das, was du wirklich brauchst

Neu kaufen muss also im Grunde nicht sein, doch manchmal findet man vielleicht nicht das passende Kleid oder eine schöne Winterjacke und dann muss man nun mal doch nach anderen Alternativen Ausschau halten. Ja, die Preise sind höher, als die bei den gewohnten Modemarken. Das liegt vor allem daran, dass faire Produktionen und Biozertifizierte Rohstoffe ihren Preis haben. Wenn man diesen aber einmal auf lange Zeit betrachtet, kostet ein nachhaltig produziertes Shirt nicht mehr, als ein Billiges. Das liegt daran, dass wir in Zukunft für die Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt ganz anders „drauf“ zahlen müssen, wenn wir so weiter konsumieren, wie bisher. Dieses Geld ist aber natürlich nicht in die 5 Euro eingerechnet, die man beim Billighersteller bezahlt.


Mit Zero Waste Geld Sparen – Teil 1

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema Zero Waste beschäftigte, wusste ich nicht, dass man mit Zero Waste Geld sparen kann. Im Gegenteil, ich war besorgt, dass am Ende des Monats zu wenig Geld übrig sei und ich meinen Lebensstandard enorm einschränken müsste, damit ich Zero Waste leben kann. Dabei handelt es sich hierbei lediglich um ein weitverbreitetes Klischée, dass das Leben als Zero Wasteler teurer ist, wieso an dieser These nichts dran ist, lest ihr in unserem heutigen Artikel.

Wie genau und wodurch kann ich mit Zero Waste Geld sparen?

Der erste Schritt ist tatsächlich weniger Konsum.
Die zwei ersten Ansätze des Zero Waste Lebensstils sind refuse und reduce – auf gut Deutsch also ablehnen und reduzieren. Das bedeutet etwas pauschaler gesprochen, den eigenen Konsum (also, wie viel und was wir kaufen) zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.

Unsere Gesellschaft lebt im Überfluss, dieser kommt allerdings nur zustande weil Menschen dafür in anderen Ländern schuften, leiden und oft auch sterben.
Dazu kommt noch, dass in vielen Produkten neben dem Leid von Tier und Mensch auch oft Fette, Konservierungsstoffe, Chemikalien und andere Stoffe enthalten sind, die unserem Körper langfristig schaden können. Oft sind diese vor allem in verpackten Produkten zu finden.

Die Konsumfalle: wir kaufen zu viel und zu oft

Durch Werbung, schöne Verpackungen, Preisnachlässe und Co. werden wir animiert immer mehr zu kaufen. Auch Gratisproben & Co. sind oft sinnlos und aufwändig verpackt und somit echte Müllschleudern.

Uns wird eingeredet, wir müssten Bedürfnisse erfüllen, von denen wir vorher nicht mal wussten. Hinter nahezu jedem tollen Angebot steckt ein Industriezweig, der sich vor allem um eines kümmert: seinen eigenen Profit. Und durch geschicktes Marketing, geben wir beim allwöchentlichen Einkauf dann eben gerne mal mehr aus, weil uns noch ein paar tolle neue Produkte ins Auge gesprungen sind.  

Man gönnt sich ja sonst nichts, richtig? Und das denken wir uns mehrere Dutzend Mal pro Monat.
Da kommt dann doch ziemlich schnell viel unnötiger Müll zusammen.

Der Konsumfalle entgehen und mit Zero Waste Geld sparen

Doch wir haben die Möglichkeit, all diese Produkte abzulehnen bzw. zu reduzieren, wenn wir uns selbst eine Strategie zurechtlegen. Beispielsweise indem wir lernen, Dinge selber zu machen, Zeit als hohen Wert zu betrachten und lieber tauschen oder gebraucht, anstatt etwas neu zu kaufen.

Wenn wir uns also entscheiden, wieder zu einer natürlicheren Lebensweise zurück zu kommen, kann jeder von uns einiges an Geld sparen. Wir wissen, dass es eine große Umstellung ist, gerade unser Konsumverhalten wird von klein auf extrem geprägt. Doch es ist nicht unmöglich und es macht auch Spaß, sich bewusst damit auseinanderzusetzen, wie man sich selbst zu einem gesünderen, müllärmeren UND nachhaltigeren Leben verhelfen kann.

Geh raus – deine Stadt ist essbar

Um uns herum wachsen immer eine Fülle an Lebensmitteln, die wir im Grunde einfach nur sehen und einsammeln müssen, um sie zu nutzen. Auch in Städten gibt es viele Pflanzen, die Früchte tragen, Pilze, Kräuter und Nüsse, die wir ernten können. Was du alles direkt in deiner Nähe finden kannst, erfährst du  bei Mundraub.org.

So kannst du dir sparen, teure und oftmals verpackte Lebensmittel mit Zauberwirkung zu kaufen, denn sie gibt es, in ähnlicher Form, schon direkt vor deiner Haustür.

Weniger/keine Tierprodukte & regional sowie saisonal Einkaufen

Am Essen soll man nicht sparen heißt es, und dem stimmen wir mit einer kleinen Einschränkung zu: Es ist auch möglich sich wirklich gut zu versorgen, und dennoch den Geldbeutel ein wenig zu schonen.

Auch beim wöchentlichen Einkauf kannst du Geld und Verpackungen sparen und zwar, indem du auf saisonale und regionale Produkte zurückgreifst. Diese werden oftmals unverpackt und auf Wochenmärkten angeboten. Durch den geringen Transportweg weisen sie auch relativ geringe CO2 Emissionen auf. Außerdem kannst du so regionale Bauern oder Unternehmen unterstützen.

Eine weitere Möglichkeit weniger Müll zu produzieren und die Umwelt zu schonen ist, so viele pflanzliche, unbearbeitete Lebensmittel wie möglich zu essen. D.h. je weniger Fleisch, Milchprodukte und Eier wir essen, desto besser ist es für die Umwelt. Denn allein für z.B. ein Kilo Rindfleisch  werden ca 15.000 l Wasser benötigt und ca. 2,6 kg Futtermittel.  Auch im Preisvergleich ist hochwertiges Fleisch deutlich teurer, als dieselbe Menge an Obst/Gemüse, Getreide und Co.

Übrigens, wann welches Lebensmittel bei uns in Deutschland  Saison hat erfährst du durch sogenannte Saisonkalender. Dafür gibt es z.B. die kostenlose App „GrünZeit“.
So wird es super einfach für dich herauszufinden, welche Lebensmittel gerade besonders nachhaltig zu bekommen sind.

 

Viele weitere tolle Tipps, wie du mit Zero Waste Geld sparen kannst, findest du nächste Woche in unserem Teil 2 unserer Reihe „Mit Zero Waste Geld sparen“.

Photo: Maja Petric von Unsplash

 

 

DIY Zero Waste Waschmittel

Nachhaltiges Zero Waste Waschmittel selbermachen

Heute ist Waschtag bei uns! Für Körper und Haare haben wir euch nun schon müllarme Alternativen vorgestellt. In unserer Zero Waste Checkliste fürs Badezimmer findest du außerdem nochmal einen Überblick über Zero Waste Alternativen im Bad.

Aber wie wäscht man am besten Zero Waste seine Kleidung?

Dafür ist folgendes DIY Zero Waste Waschmittel Rezept bestens geeignet:

Es ist leicht herzustellen, schont die Umwelt, kostet wenig und riecht so, wie du es haben möchtest.

Zutaten:

  • 30gr Kernseife
  • 4 EL Waschsoda
  • 2l heißes Wasser
  • 10 Tropfen ätherisches Öl

 

Zubereitungssschritte

Fange am besten damit an die Kernseife zu raspeln.
Vermische dann einfach all die tockenen Zutaten, gieße heißes Wasser drüber und rühre dann so lange, bis sich alles aufgelöst hat. Nach 2 h ruhen können auch noch ätherische Öle hinzugefügt werden. Dann kommt alles in ein Gefäß deiner Wahl und fertig ist dein persönliches Waschmittel.

Nicht wundern, falls die Masse nach dem Abkühlen etwas Geleeartig ist. Schüttel einfach den Behälter, in den du das Waschmittel gefüllt hast und es sieht wieder aus, wie das Flüssigwaschmittel, das man so kennt.

Was gibt es noch zu beachten mit deinem DIY Zero Waste Waschmittel?

Wichtig zu beachten ist, dass man dieses Waschmittel nicht für Seide oder Wolle benutzen sollte.
Für diese Wäsche kann man ein Seifen/Wassergemisch herstellen (beides zusammen kochen, bis alles aufgelöst ist). Im Anschluss wird dieses mit Brennspiritus versetzt und fertig ist das Feinwaschmittel.
Zutaten hierfür:

  • 50 g Kernseife
  • 250ml Wasser
  • 100ml Brennspiritus

Gibt es auch DIY Zero Waste Weichspüler?

Als Weichspüler kannst du einfach einen guten Schuss Tafelessig verwenden. Keine Sorge, genauso wie bei den Haaren riecht auch die Wäsche nach dem trocken nicht danach.

Einfach mit Natron Waschen

Wer es ganz einfach haben möchte kann auch einfach 4-8 EL (je nach Härtegrad des Wassers) Natron in die Wäsche geben. Dessen Reinigungskraft reicht für leicht bis mäßig stark verschmutzte Wäsche auch aus.

Was ist dein Favorit beim Waschmittel und hast du evt. sogar schon Erfahrungen gemacht mit selbst Hergestelltem? Wir freuen uns auf deinen Bericht, schreib uns gern ein Kommentar.

Essen wir Plastik? – Mikroplastik im Hausstaub rieselt unbemerkt auf unser Essen

Mikroplastik im Hausstaub? Jeder von uns nimmt bis zu 68 415 Mikroplastikpartikel pro Jahr während der Mahlzeiten zu Hause zu sich.

Als regelrechter Putzmuffel zögerte ich bisher Staubsaugen und Wohnung Putzen solange wie möglich heraus und sah mich vor allem erst dann dazu gezwungen, wenn sich Besuch ankündigte.

Hätte ich ahnen können, dass ich dem Hausstaub bald den Kampf ansagen würde?

Eigentlich schon, denn überraschend ist es nicht, dass eine Studie  der schottischen Heriot-Watt University nun bestätigte, was ich hätte ahnen können, nämlich, dass 90% des getesteten Hausstaubs giftige Chemikalien und eine hohe Konzentration an Mikroplastikpartikeln enthielt.

Plastik ist also,  mittlerweile überall und das Schlimmste daran: wir essen Plastik, ohne es zu bemerken.

Wir essen Mikroplastik aus dem Hausstaub

Die Varianten, wie wir Plastik zu uns nehmen, sind vielfältig und reichen von Chemikalien wie Acetaldehyd aus PET-Flaschen,  über Mikroplastik in unserer Nahrungskette, beispielsweise im Fisch oder Meersalz, bis zum mit Plastikpartikeln verseuchtem Hausstaub, der auf unser Abendessen rieselt. Wissenschaftler der schottischen Heriot-Watt University fanden heraus, dass jede Mahlzeit im Durchschnitt mehr als 100 Mikroplastik Partikel enthält.

Sie verglichen ebenfalls die Mikroplastikkonzentration von Muscheln, mit der in einem ganz normalem Abendessen, indem sie Staubfallen neben den Tellern platzierten. Nach 20 Minuten wurden in den Staubfallen bereits 114 Plastikpartikel gefunden, in jeder Muschel hingegen weniger als 2 Mikroplastikpartikel. Eine verstörende Vorstellung, dass in einer Muschel, die direkt aus unseren mit Plastik verseuchten Ozeanen stammt, dennoch weniger Plastik gefunden wird, als in der Luft, die uns täglich umgibt, die wir auch atmen, findet ihr nicht?

Ted Henry, Hauptautor der Studie und Professor für Umwelt Toxikologie an der Heriot-Watt University, bestätigt: ”Diese Resultate können für manche Leute, die eine höhere Konzentration von Mikroplastik in Meeresfrüchten, als im Hausstaub erwarten, überraschend sein.

Die Forscher schätzen unseren jährlichen Mikroplastikkonsum durch Hausstaub auf 13 731 bis 68 415 Mikroplastikpartikel.

Woher kommen diese Plastikpartikel im Hausstaub überhaupt?

Als Quelle für Mikroplastik im Staub identifizierten die Wissenschaftler synthetische Stoffe sowie weiche Möbelstücke, die sich mit der Zeit zersetzen und anschließend mit dem Hausstaub vermischen. Unsere Billigkleidung und mit Plastik beschichteten Möbel sind also schuld am ganzen Dilemma.

Zwar wurde noch nicht ausreichend auf dem Gebiet geforscht, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Auswirkungen von Mikroplastik im Körper treffen zu können, aber ich glaube, wir wissen alle, dass Plastik keineswegs gut für unseren Körper sein kann.

Was können wir also tun, um Mikroplastik im Hausstaub zu vermeiden?

Um das Problem bei der Wurzel zu packen, ist der Verzicht auf synthetische Fasern und der Umstieg auf natürliche Stoffe zu empfehlen, denn hier kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und so ebenfalls Mikroplastik im Waschwasser vermeiden.

Allen, die vielleicht ohnehin gerade umziehen, fällt es bestimmt nicht schwer das beschichtete Billigregal mit einer Alternative aus Echtholz zu ersetzen. Es ist wie mit allen Umstellungen im Zero Waste Bereich: Stück für Stück und ohne sich selbst unter Druck zu setzen.

Wer Mikroplastik im Hausstaub ohne neue Möbel oder neue Kleidung den Kampf ansagen will, der sollte regelmäßig den Staubsauger schwingen, um dem Ganzen wenigstens ein bisschen entgegen zu wirken.

In diesem Sinne: frohes Putzen euch allen! Ich bin dann jetzt erstmal Staubsaugen.

Quelle: sciencedirect.com
Photo: pixabay.com

Unsere Kleidung landet im Meer: Mikroplastikfasern in den Ozeanen können, wir sie vermeiden?

Noch katastrophaler als die Millionen Mikroplastik-Partikel, die mittlerweile in den Weltmeeren schwimmen, sind die künstlichen Fasern aus den Stoffen unserer Jacken, Hosen und Lieblings-T-Shirts. Zahllose Mikroplastikfasern aus unserer Kleidung gelangen täglich über unser Waschmaschinen-Abwasser in die Ozeane. Doch wie können wir Mikroplastikfasern vermeiden?

 

In Zeiten von schnelllebiger Mode zum Schleuderpreis aus Stoffen wie Polyester, Nylon, Viskose und Elasthan, lösen sich jedes Mal, wenn wir unsere Kleidung waschen, synthetische Fasern aus unserer Kleidung und gelangen ins Abwasser, später unsere Flüsse und schließlich in die Ozeane.

Mikroplastikfasern zum Abendessen: Wie Plastik zurück auf unsere Teller gelangt

Zahlreiche Studien ermittelten, dass Mikroplastikfasern den Großteil der in Ozeanen, Flüssen und Seen befindlichen Mikroplastik ausmachen. Als Quelle dieses Übels, wurde ohne Zweifel unsere Kleidung aus synthetischen Stoffen identifiziert. Mikroplastikfasern, wie ihr Name bereits andeutet, sind so klein, sogar kleiner als rote Blutkörperchen, dass sie problemlos durch Kläranlagenfilter schwimmen und so ungebremst in unsere Wasserläufe gelangen können. Anders als natürliche Fasern, wie Baumwolle oder Wolle, sind Mikroplastikfasern nicht biologisch abbaubar und tendieren dazu sich chemische Giftstoffen, zum Beispiel Pestizide aus dem Abwasser aufzunehmen. Forscher stellten außerdem gesundheitliche Probleme bei Mikroorganismen, wie Plankton, die Mikrofasern mit der Nahrung aufnahmen, fest. Diese kranken Mikroorganismen wiederum dienen Fischen als Nahrungsquelle, sodass sich all die Mikroplastikfasern, beinahe unbemerkt zurück auf unseren Teller schmuggeln. In Fischen und Muscheln stellten die Wissenschaftler erschreckend hohe Zahlen von Mikrofasern fest.

Was können wir dagegen tun, dass Mikrofasern aus unserer Kleidung ins Wasser gelangt?

Inzwischen gibt es Unternehmen deren Produkte uns Möglichkeiten bieten Mikroplastikfasern zu vermeiden oder wenigstens ihre Menge zu reduzieren, die mit unserer Wäsche in die Wasserläufe gerät zu beeinflussen.

Guppy Friend: Wäschesack gegen Mikrofasern

Guppy-Friend, ein Wäschesack aus feinem Nylon-Netz, wurde explizit dafür designt, um die Fasern, die sich aus unseren Stoffen lösen aufzufangen und zu verhindern, dass diese ins Abwasser geraten. Er bietet der Kleidung zusätzlich Schutz vor dem Abrieb von Mikroplastikfasern, durch die raue Oberfläche der Wäschetrommel.

 

Mikroplastikfasern auffangen, wie Korallen: Cora Ball

Die Erfinder aus den USA vom Cora Ball haben sich an der Natur und Korallen orientiert und einen Ball entwickelt, der Mikroplastikfasern in der Waschmaschine auffängt. Er besteht aus 100% recyceltem und hitzebeständigem Plastik. Bis zu 35% der entstehenden Mikrofasern pro Waschladung verfangen sich im Coral Ball und werden darin, je nach Menge nach der Wäsche sichtbar. Manchmal dauert es mehrere Wäschen, bis Fussel zu sehen sind.

Ein Filter für die Waschmaschine ist längst fällig: PlanetCare Filter

Dennoch stellte ich mir die Frage, ob nicht Filter für die komplette Waschmaschine oder gar Klärwerke noch sinnvoller wären und stieß dabei auf folgenden Waschmaschinenfilter:
den PlanetCare Filter, einen Filter für Waschmaschinen, der über 80% der Mikrofasern aus der Waschladung filtern kann. Zur Zeit befindet sich das Produkt noch in der Launch-Phase und ist für den Verbraucher noch nicht erhältlich.

Kleidung verantwortungsbewusster auswählen – mehr natürliche Fasern tragen

Aber müsste nicht eigentlich das Problem bei der Wurzel gepackt werden und grundsätzlich die Bekleidungshersteller mit einem Verzicht auf künstliche Fasern in unserer Kleidung reagieren? Bisher gibt es wenig Initiativen oder Reaktionen bekannter Bekleidungshersteller auf das weltbekannte Problem um Mikrofasern in unseren Gewässern.
Es empfiehlt sich also als Konsument wieder mal selbst aktiv zu werden und beim Kauf neuer oder gebrauchter Kleidung auf deren Zusammensetzung zu achten.
Viele nachhaltige Bekleidungsmarken bieten Kleidung aus natürlichen Fasern an, die unproblematisch für unsere Wasserläufe sind.
Vorsicht ist auch bei Kleidung aus recycletem Plastik geboten, wie es von vielen grünen Marken zur Herstellung von Mode verwendet wird. Zwar ist deren Intention der Müllreduzierung sehr löblich, allerdings spült man mit solcher Kleidung ebenso Mikrofasern ins Abwasser.

Was wir sonst noch tun können: Art des Waschmittels ist entscheidend

Wissenschaftler des MERMAIDS Projekts haben herausgefunden, dass auch das Waschmittel Einfluss auf den Abrieb der Mikrofasern beim Waschgang hat. So führt Pulver-Waschmittel beispielsweise zu mehr Mikrofasern im Abwasser, als sein flüssiges Equivalent. Ebenso begünstigt ein langer Waschgang bei hoher Temperatur das Entstehen von Mikrofasern im Wasser. Der Einsatz von Weichspüler und spezielle Feinwaschmittel hingegen reduzieren die Freisetzung der Fasern. Außerdem solltest die Waschmaschine bis zum Maximum gefüllt werden.

Mikrofasern vermeiden: Alle Tipps auf einen Blick.

  1. Flüssigwaschmittel statt Pulver verwenden
  2. Waschmaschine bis zum Maximum befüllen
  3. Lange und heiße Wäschen vermeiden
  4. Weichspüler verwenden
  5. Guppyfriend/Cora Ball/Waschmaschinen Filter verwenden
  6. Keine synthetische Kleidung mehr kaufen

 

Quellen: https://oceancleanwash.org/solutions/
Photo:

Hinweis: Alle in diesem Beitrag erwähnten Produkte empfehlen wir aus eigener Überzeugung heraus. Wir haben keinerlei Vergütung für das Verfassen dieses Beitrags erhalten.

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